Ratgeber

Apple CarPlay: Alles zu Apps, Funktionen & die Ultra-Version

Mit Apple CarPlay lassen sich iPhone-Inhalte auf dem Infotainment-Bildschirm wiedergeben und über Tasten und Touchscreen im Auto steuern. Wir erklären, wie das System funktioniert, welche Apps unterstützt werden und ob sich CarPlay nachrüsten lässt. Außerdem: So greift die neue Version „Ultra“ tiefer ins Auto ein.

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Das Interface von Apple CarPlay auf dem Touchscreen eines Opel Corsa E.
Apple Carplay erlaubt es, Fahrer:innen Inhalte ihres Smartphones – etwa Navigation oder Musikstreaming – direkt über die Steuerung im Auto zu nutzen, ohne das iPhone in die Hand nehmen zu müssen. Foto: Dominik Mothes
Das Bild zeigt mögliche Anwendungen von Apple CarPlay aus einem neuen Update von 2024.
Regelmäßige Updates halten das System frisch. Mit Apple CarPlay Ultra greift die iPhone-Integration bei kompatiblen Fahrzeugen noch tiefer ins Fahrzeug ein und kann sogar auf dem Digitaltacho Inhalte anzeigen. Foto: Apple

Apple CarPlay: So funktioniert die Smartphone-Schnittstelle im Auto

Apple CarPlay ist eine Schnittstelle zwischen einem Smartphone mit iOS und dem Infotainmentsystem eines Fahrzeugs. Wird das iPhone auf dem Display im Fahrzeug „gespiegelt“, lassen sich verschiedene Inhalte nicht nur anzeigen, sondern auch über die Tasten oder den Touchscreen des Autos bedienen. Das Koppeln eines iPhones geht wie folgt:

  • Anschluss per Kabel über den USB-Port im Auto

  • Wireless per Bluetooth-Verbindung

Eine Wireless-Verbindung bietet bislang nicht jedes Auto an, diese Form des „Mirrorings“ etabliert sich aber allmählich als Standard. Mit speziellen Adaptern lässt sich eine Wireless-Verbindung auch bereits in Fahrzeugen mit kabelgebundenem Apple CarPlay nachrüsten. Entsprechende Wireless-Adapter für Apple CarPlay sowie Android Auto haben wir hier ausgiebig getestet.

Apple CarPlay muss in der Regel übrigens weder im Auto noch auf dem iPhone installiert werden. Aktuell ist Apple CarPlay nach Aussage des kalifornischen Tech-Giganten in über 800 Automodellen sowie auf allen iPhones seit dem iPhone 5 vorhanden.

Wireless-Adapter für Apple CarPlay und Android Auto im Test (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Apps auf Apple CarPlay: Diese Funktionen werden unterstütz

Apple CarPlay dürfte bei den meisten Autofahrer:innen aktuell insbesondere für zwei Funktionen genutzt werden: Musikstreaming und Navigation per Smartphone-Apps. Doch es gibt noch viele weitere Apps, die das Apple-System unterstützt:

  • Navigation: Funktioniert etwa mit Apples eigenem Kartendienst Apple Maps oder anderen Anbietern wie Google Maps, Waze, Sygic GPS-Navigation & Karten oder der TomTom Go-App

  • Auto-nahe Apps: Neben der Routenführung können auch diverse Park-, Tank- oder Ladeapps mit Apple CarPlay dargestellt werden. Bekannte Apps sind etwa Chargepoint, ChargeHub, Nextcharge oder EnBW für E-Auto-Fahrer:innen oder EasyPark für Handyparken.

  • Musikstreaming, Podcasts und Audiobooks: Neben Apples eigenen Apps „Hörbücher“ und Apple Music werden auch Drittanbieterprogramme wie Amazon Music, Spotify, Deezer, iHeartRadio, Tidal oder YouTube Music integriert

  • Kommunikations-Apps: Nutzer:innen können sich auch Benachrichtigungen von WhatsApp, Telegram, Slack, Skype oder WeChat sowie einiger weiterer Anbieter anzeigen lassen

  • Apple-Dienstprogramme: Eigene Programme wie Kalender, Telefon, Messages werden ebenfalls auf dem Infotainment-Bildschirm dargestellt

Seit iOS 18 werden Pushnachrichten mit Kontaktfotos der Absender:innen, Farbfilter und die komplette Steuerung per Siri-Sprachkommandos unterstützt. Personalisierbare Widgets sind ebenfalls Teil des Updates.

Apple CarPlay Updates: Neue Funktionen und regelmäßige Verbesserungen

Updates für Apple CarPlay erweitern regelmäßig den Funktionsumfang des Infotainmentsystems und verbessern Stabilität, Sicherheit sowie die Integration ins Fahrzeug. Neue Versionen bringen häufig zusätzliche App-Unterstützung, optimierte Sprachsteuerung über Siri und eine verbesserte Darstellung auf hochauflösenden Displays.

Mit größeren iOS-Updates führt Apple zudem funktionale Neuerungen ein, etwa erweiterte Kartenansichten, neue Widgets oder eine tiefere Einbindung von Fahrzeugfunktionen – mehr dazu im Absatz zu Apple CarPlay Ultra. Kleinere Updates konzentrieren sich meist auf Fehlerbehebungen und Leistungsoptimierungen im Alltag. Voraussetzung für die Nutzung aktueller Funktionen ist in der Regel ein kompatibles iPhone mit der neuesten iOS-Version sowie ein vom Fahrzeughersteller unterstütztes System.

Apple-CarPlay-Updates müssen nicht manuell ausgeführt werden, da sie automatisch mit den regulären iOS-Updates auf dem iPhone installiert werden, sobald das Gerät aktualisiert wird.

Apple CarPlay nachrüsten: Das sind die Lösungen

Bei vielen Neuwagen sind Touchscreens mittlerweile serienmäßig – und mit ihnen meist auch die iOS-Schnittstelle Apple CarPlay. Wer das System bei einem Auto älteren Baujahres nachrüsten möchte, hat zwei Optionen:

  • ein nachrüstbares Touchscreen-Autoradio (1- oder 2-Din) mit Apple CarPlay

  • ein aufstellbares Nachrüst-Display, das ohne festen Einbau ins Armaturenbrett auskommt

Die sauberere Lösung ist natürlich das vollwertige Radio, das Apple-CarPlay-fähig ist. Die Nachrüstung ist bei Fahrzeugen mit einem 1-Din- oder 2-Din-Radioschacht meist am einfachsten. Hier genügt es in der Regel, das alte Radio auszubauen und das neue Touchscreen-Radio – korrekt verkabelt – an derselben Stelle einzubauen. Wichtig: Nicht immer können für den Anschluss die Kabel des alten Radios übernommen werden. Hier muss im Einzelfall gecheckt werden, ob für den Anschluss andere Hardware nötig ist. Alle Details zur Nachrüstung eines CarPlay-fähigen Radios haben wir hier zusammengefasst.

Deutlich einfacher ist da ein Apple CarPlay-Display. Hierunter versteht man aufstellbare Touchscreens, die einfach auf dem Armaturenbrett befestigt werden, das Originalradio bleibt also bestehen. Die größten Vorteil sind daher der einfachere Einbau sowie die meist niedrigeren Preise. Die Übertragung von Musikstreaming oder Navigationsansagen erfolgt meist per Bluetooth oder den AUX-Eingang, seltener auch per FM-Übertragung. Hier haben wir sechs nachrüstbare Displays für Apple CarPlay aber auch Android Auto getestet.

Apple CarPlay Ultra: Diese Modelle unterstützen die neue Version bereits

Apple CarPlay 2024
Foto: Apple

Die nächste Generation der iPhone-Schnittstelle nennt sich „Apple CarPlay Ultra“ und kann bei kompatiblen Fahrzeugen auf mehr als nur das Infotainmentsystem zugreifen. Dazu zählt auch die Bedienung von Radio oder Klimaanlage über das Zentraldisplay, ohne das Apple-Interface verlassen zu müssen. Die Anzeige der Bordinstrumente im digitalen Cockpit kann Apple CarPlay ebenfalls übernehmen, um relevante Inhalte wie Navigation oder Musikstreaming in Apple-Design neben den Fahrdaten anzuzeigen. Dazu greift die App auf sämtliche Fahrzeugparameter zu und präsentiert Geschwindigkeit, Tankfüllstand oder Temperatur sowie Adaptive Cruise Control (ACC), Tempolimits oder Fahrmodi in angepassten Designs.

Apple betont allerdings, das Cockpit nicht vollständig übernehmen oder die Hersteller übergehen zu wollen. Vielmehr wollen beide Parteien Hand in Hand arbeiten und die Designs aufeinander abstimmen. So will Apple den Herstellern eine Auswahl an Instrumenten, Designs, Farben, Layouts und Hintergrundbildern zur Verfügung stellen, aus denen die Autobauer schließlich ein eigenes Layout für die Anzeigen im Bildschirm zusammenstellen können. Apples Schriftart „SF Family“ bleibt allerdings in allen Designs bestehen, soll aber in Größe und Dicke von den Herstellern angepasst werden können.

Bisher haben unter anderem Ford, Lincoln, Hyundai inklusive Kia und Genesis, Honda samt Acura sowie Nissan und Infiniti einer Zusammenarbeit zugestimmt. Daneben sind Volvo und Polestar, Jaguar Land Rover sowie Renault und laut Apple auch die deutschen Hersteller Mercedes, Audi und Porsche mit dabei.