Ratgeber

"TÜV"-Kosten 2026: Preise und Tipps für die HU (Auto & Motorrad)

Welche Kosten bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS zur Hauptuntersuchung 2026 anfallen und was der "TÜV" bei Elektroautos kostet, verrät die AUTO ZEITUNG hier. Ebenso nennen wir die kleinen Mängel, die das begehrte Prüfsiegel oft verhindern. Dabei kann ein kurzer Check im Vorhinein schon viele Probleme beheben!

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Ausschnitt einer Prüfbescheinigung der Kfz-Hauptuntersuchung mit Stempel des TÜV Süd
Alle zwei Jahre ist es so weit: Das Auto muss zur Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich auch "TÜV" genannt. Foto: Imago
Eine Person arbeitet an den Bremsen eines Autos auf der Hebebühne.
Häufig verwehren Prüforganisationen wegen kleiner(er) Mängel das Prüfsiegel. Mit unserer Checkliste lassen sich einige Fehlerquellen vermeiden. Foto: Imago
Fahrzeugpapiere und eine Hand mit Kugelschreiber.
Leider häufig der Fall: fehlende Papiere. Neben dem Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) ist die Bescheinigung zur Abgasuntersuchung vorzulegen. Wer Umbauten an seinem Fahrzeug vorgenommen hat, muss die entsprechenden Papiere ebenfalls mitführen. Auf fehlende Fahrzeugpapiere reagieren Prüfer:innen mitunter sehr empfindlich. Foto: Imago
Ein Verbandkasten und ein Modellauto.
Gleichfalls unnachgiebig sind sie beim Thema Verbandkasten, fehlenden Warndreiecken und Warnwesten. Zur Erinnerung: Der Verbandkasten hat ein Verfallsdatum. Unbedingt vor dem Antritt zur Hauptuntersuchung überprüfen. Foto: Imago
Eine Person arbeitet an einem Auto. Die Front ist demontiert. Die Person hat einen Scheinwerfer in der Hand.
Auch die Funktion der Leuchteinheiten können ganz einfach geprüft werden. Den Wagen zunächst vorwärts und dann rückwärts vor einer Wand parken und die verschiedenen Funktionen durchgehen. Alternativ kann man sich bei der Sichtprüfung helfen lassen, Leuchten auf folgende Funktionen zu testen: Fernlicht, Abblendlicht, Standlicht, Blinker links, Blinker recht, Rücklicht, Bremslicht, Rückfahrlicht und gegebenenfalls Nebelleuchten. Zudem testen, ob das Abblendlicht richtig eingestellt ist. Foto: imago
Ein Mulitinstrument im Auto in der Nahaufnahme. Das Batteriesymbol leuchtet.
Noch einfacher: Warnleuchten checken. Leuchtet eine der Kontrolllampen dauerhaft auf, meldet das Fahrzeug einen Defekt, der ebenfalls nicht unbemerkt bleibt und in der Regel eine HU-Plakette verhindert. Foto: imago
Die Bremsscheibe an einem Auto.
Funktionierende Bremsen sind für die Sicherheit unerlässlich. Natürlich checken GTÜ, DEKA, GTÜ und KÜS hier besonders genau. Damit es keine bösen Überraschungen gibt und das Fahrzeug wegen defekter Bremsen erneut vorstellig werden muss, sollten im Vorfeld die Beläge und Scheiben durch eine einfache Sichtprüfung gecheckt werden. Foto: imago
Eine Person arbeitet an den Bremsbelegen eines Autos.
Eine Demontage der Reifen ist dafür nicht nötig. Mit einer Taschenlampe lässt sich überprüfen, ob die Beläge noch dick genug sind. Die Scheiben sollten unbeschädigt sein und keine tiefen Riefen aufweisen. Andernfalls Werkstatt aufsuchen und Rat einer Fachperson einholen. Foto: imago
Das rechte Vorderrad eines Autos, es ist nach rechts eingeschlagen, das Reifenprofil stark abgefahren.
Auch auf abgefahrene Reifen reagieren Prüfende allergisch. Foto: Imago
Eine Hand hält einen Profiltiefenmesser aus Kunststoff an einen Reifen.
Eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm ist in Deutschland für Sommerreifen erlaubt. Im besten Fall sollte der Reifen deutlich mehr Profil aufweisen. Foto: imago
Eine Hand hält eine Münze an ein Reifenprofil.
Der goldene Rand einer 1-Euro-Münze ist drei Millimeter dick und damit ideal für das Messen der Profiltiefe geeignet. Verschwindet der Goldkranz im Reifenprofil, liegt hier kein Mangel vor. Der Reifen muss natürlich auch sonst in einwandfreiem Zustand sein. Foto: imago
Die Windschutzscheibe eines Autos mit starker Beschädigung.
Das Bild mag übertrieben wirken, doch selbst kleinere Steinschläge, insbesondere im Sichtfeld, führen häufig dazu, dass Fahrzeuge ohne neues HU-Siegel vom Hof fahren. Dabei lässt sich das in jeder Fahrsituation überprüfen. Foto: Imago
Eine Person steht unter einem Auto, das auf der Hebebühne hängt. Beide Hände halten das Auspuffrohr.
Gleiches gilt für die Überprüfung des Fahrwerks und der Lenkung. Dafür muss man kein Profi sein. Bei Kurvenfahrten auf Geräusche und ungewöhnliches Verhalten des Fahrzeugs achten. Auch darf der Wagen bei Bodenwellen nicht stark nachwippen. Sonst sind möglicherweise die Federn oder Dämpfer nicht mehr intakt. Ein Defekt, der am besten vor der Hauptuntersuchung behoben wird. Foto: imago

Was kostet die HU 2026?

Alle zwei Jahre ist es so weit: Das Auto muss zur Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich auch "TÜV" genannt. Dabei wird der Wagen auf etwaige Mängel untersucht und bekommt nach bestandener HU eine neue Prüfplakette. Auch die Abgasuntersuchung ist fester Bestandteil der HU.

Die HU-Preise sind nicht bundesweit einheitlich. Neben dem TÜV prüfen auch Dekra, GTÜ und KÜS. Die Gebühren werden regional kalkuliert. Die Preisdifferenzen zwischen den unterschiedlichen technischen Prüfstellen fallen aber nicht allzu groß aus. Technische Prüfstellen (TP) unterliegen einem staatlich festgelegten Gebührenrahmen. Überwachungsorganisationen kalkulieren freier. In vielen Regionen sind TP-Angebote etwas günstiger. Ein Preisvergleich ist empfehlenswert, denn einige Werkstätten bieten die HU auch zu Aktionspreisen an.

Durchschnittliche HU-Kosten 2026:

  • Pkw (inkl. AU): ca. 140 – 170 Euro

  • Motorrad (inkl. AU): ca. 75 – 100 Euro

HU-Checkliste im Video

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Hauptuntersuchung 2026: Preistabelle für TÜV, KÜS, DEKRA und GTÜ

Bundesland

Prüforganisation

HU für Pkw (inkl. AU)

HU für Kraftrad (inkl. AU)

Baden-Württemberg

TÜV Nord

164,10 €

95,00 €

 

TÜV Süd

163,00 €

75,10 €

Bayern

TÜV Nord

163,10 €

95,00 €

 

TÜV Süd

163,00 €

75,10 €

Berlin

TÜV Nord

165,90 €

94,00 €

 

TÜV Süd

160,00 €

94,00 €

Brandenburg

TÜV Nord

165,90 €

94,00 €

 

TÜV Süd

160,00 €

94,00 €

Bremen

TÜV Nord

167,90 €

97,00 €

 

TÜV Süd

166,00 €

94,00 €

Hamburg

TÜV Nord

166,90 €

97,00 €

 

TÜV Süd

162,00 €

75,10 €

Hessen

TÜV Nord

167,00 €

98,00 €

 

TÜV Hessen

166,00 €

99,00 €

Technische Prüfstelle

166,00 €

75,20 €

Mecklenburg-Vorpommern

TÜV Nord

167,00 €

97,00 €

 

TÜV Süd

160,00 €

94,00 €

Niedersachsen

TÜV Nord

167,90 €

97,00 €

 

TÜV Süd

163,00 €

94,00 €

Nordrhein-Westfalen

TÜV Nord

169,90 €

99,00 €

 

TÜV Süd

166,00 €

94,00 €

NRW/RP

TÜV Rheinland

166,90 €

75,10 €

Rheinland-Pfalz

TÜV Nord

166,10 €

98,00 €

 

TÜV Süd

166,00 €

94,00 €

Saarland

TÜV Nord

166,10 €

98,00 €

 

TÜV Süd

166,00 €

94,00 €

Sachsen

TÜV Nord

164,90 €

94,00 €

 

TÜV Süd

163,00 €

94,00 €

Sachsen-Anhalt

TÜV Nord

168,00 €

97,00 €

 

TÜV Süd

160,00 €

94,00 €

Schleswig-Holstein

TÜV Nord

166,90 €

97,00 €

 

TÜV Süd

160,00 €

94,00 €

Thüringen

TÜV Nord

163,90 €

93,00 €

 

TÜV Süd

160,00 €

94,00 €

alle

KÜS

auf Anfrage (ca. 150 - 160 €)

auf Anfrage (ca. 85 - 95 €)

alle

DEKRA

auf Anfrage (ca. 140 - 160 €)

auf Anfrage (ca. 75 - 95 €)

alle

GTÜ

auf Anfrage (ca. 155 - 165 €)

auf Anfrage (ca. 90 - 100 €)

Was kostet die HU für Elektroautos?

Auch Elektroautos müssen in den gleichen regelmäßigen Abständen für die Hauptuntersuchung zu TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS. Die Kosten für die HU unterscheiden sich bei E-Autos aktuell nicht von den Kosten für Pkw mit anderen Antriebsarten. Die Abgasuntersuchung entfällt zwar, dennoch bleibt die Gesamtgebühr meist gleich, da der Prüfaufwand durch die Kontrolle der Hochvolt-Komponenten kompensiert wird. Somit muss für die HU bei E-Autos je nach Bundesland und Prüforganisation mit Preisen zwischen 140 und 170 Euro gerechnet werden.

Geprüft werden unter anderem:

  • Sichtkontrolle von Hochvoltkabeln

  • Zustand sicherheitsrelevanter Komponenten

  • Allgemeine Fahrzeugsicherheit

Nicht geprüft werden:

  • Batteriegesundheit im Detail

  • Software oder Systemdiagnosedaten

Hier sehen Fachleute weiterhin Verbesserungsbedarf.

Von der AUTO ZEITUNG getestet und empfohlen:

So kann man bei den TÜV-Kosten sparen

Auch wenn die Kosten für die HU sich je nach Standort nicht sehr stark unterscheiden, gibt es ein paar Tricks, wie man zumindest vermeiden kann, dass die HU unnötig teuer wird:

  • Sich an die technische Prüfstelle des Bundeslands wenden: Technische Prüfstellen (TP) gibt es pro Bundesland immer nur eine. Diese darf neben der HU auch weitere amtliche Prüfungen, etwa die Führerscheinprüfung, durchführen. Im Westen der Bundesrepublik ist diese TP meist der TÜV, im Osten die Dekra. Die Preise einer Hauptuntersuchung bei einer Technischen Prüfstelle legt der Gesetzgeber mit einem Gebührenrahmen fest, der regionale Dinge, wie Lebenshaltungskosten berücksichtigt. Der Geschäftsbetrieb einer TP darf nicht auf Gewinn abzielen, sodass die HU hier oft am günstigsten ist. Überwachungsorganisationen hingegen können Kosten und Preise für eine HU pro Bundesland frei kalkulieren.

  • Mängelcheck durchführen: Um unnötige Kosten durch eine HU-Nachprüfung bei TÜV, Dekra, GTÜ und KÜS anlässlich der Hauptuntersuchung zu vermeiden, ist ein kurzer Fahrzeug-Check vor der Prüfung unbedingt zu empfehlen. Sind Warnwesten sowie Warndreieck an Bord und ist das Verfalldatum des Verbandkastens abgelaufen? Funktionieren die Leuchten sowie Blinker einwandfrei und sind sie richtig eingestellt? Welche Mängel bei der HU außerdem oft fürs Durchfallen sorgen, zeigen wir in der Bildergalerie.

  • Überziehungskosten vermeiden: Wer mehr als zwei Monate "drüber" ist, muss bei Polizeikontrollen nicht nur mit Ordnungs- oder Bußgeldern rechnen, sondern bekommt bei der HU auch einen Aufschlag berechnet, da die Prüfer:innen genauer hinsehen müssen.

Zusatzgebühren und Strafen bei Überziehen der HU-Frist

Außer bei Neuwagen steht nach 24 Monaten die nächste Hauptuntersuchung bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS an. Nach Ablauf der Frist haben Fahrzeugbesitzer:innen zwei Monate Zeit, um den Termin wahrzunehmen. Die genauen Regeln zum Überziehen der HU erklären wir hier. Überziehen Autofahrende mehr als zwei Monate, prüfen die Ingenieur:innen das Fahrzeug zudem genauer und berechnen für den Mehraufwand einen Aufschlag von 20 Prozent. Haben Autobesitzende dann nicht einmal die einfachsten Mängel im Vorfeld behoben, ist die neuerliche Vorstellung zur HU umso ärgerlicher. Zusätzlich zu den erhöhten Kosten für die verspätete HU-Prüfung gibt es auch gestaffelte Bußgelder für das Überziehen der HU-Frist (Stand: Februar 2025):

  • Überziehung um mehr als 2 Monate: Verwarnungsgeld von 15 Euro

  • Überziehung um mehr als 4 Monate: Bußgeld von 25 Euro

  • Überziehung um mehr als 8 Monate: Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg

Zeitabstände der Hauptuntersuchung

Die folgende Tabelle zeigt die Zeitabstände für die Hauptuntersuchung übersichtlich. Die genannten Fristen stimmen, sofern keine Sondernutzungen oder besondere Gewichtsklassen berücksichtigt werden müssen. So gelten beispielsweise für Anhänger über 3,5 t (z. B. große Anhänger)  andere Fristen (oft jährlich). Bei Wohnmobilen über 3,5 t Gesamtgewicht gelten ebenfalls andere Fristen, abhängig vom genauen Gewicht.

Fahrzeugart

1. Untersuchung

2. Untersuchung und folgende

Pkw

nach 36 Monaten

alle 24 Monate

Motorräder

nach 24 Monaten

alle 24 Monate

Wohnmobile bis 3,5 t

nach 36 Monaten

alle 24 Monate

Anhänger bis 750 kg

nach 36 Monaten

alle 24 Monate

Anhänger über 750 kg bis 3,5 t

nach 24 Monaten

alle 24 Monate