Tesla steht massiv unter Druck: Unsere Analyse zeigt, wieso
Dass sich die Verkäufe einer Volumenmarke in Deutschland im Lauf eines Jahres fast halbieren, kommt äußerst selten vor. Doch genau das erlebte Tesla 2024: Die Neuzulassungen (Hier die monatlich aktuellen Zahlen) brachen um 41 Prozent ein, statt 63.685 wurden nur noch 37.574 Fahrzeuge abgesetzt. Bei den E-Auto-Verkäufen (Die monatlich aktuelle E-Auto-Zulassungsstatistik) ist der einstige Marktführer auf Rang drei abgerutscht – VW und BMW verkaufen mittlerweile mehr Stromer.
Nützliches Zubehör rund ums Elektroauto:
Auch global gerät Tesla ins Stocken: Nach zehn Jahren Wachstum gingen die weltweiten Verkäufe des E-Auto-Herstellers 2024 erstmals zurück. Nur in China konnte Tesla dank starker Preissenkungen noch zulegen. Damit löst die Volksrepublik die USA als größten Markt für Tesla ab. In den Staaten wurden dagegen fast 40.000 Neuwagen weniger verkauft, ein Minus von sechs Prozent. In Europa betrug der Rückgang sogar 10,8 Prozent. Noch 2023 hatte das Model Y als erstes E-Auto die Spitze der meistverkauften Neuwagen in Europa (Hier das meistverkaufte Auto 2023 nachlesen) übernommen. Nun stürzt es mit einem Minus von 16,8 Prozent auf Rang vier ab.
Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon
Das Tesla Model Y im Fahrbericht (Video):
Überalterte Modellpalette, der Cybertruck ein Flop und mangelnder Kundenservice
Eine Ursache für das erlahmte Wachstum ist die mittlerweile in die Jahre gekommene Modellpalette. Eine komplett neue, zweite Generation wurde bisher noch von keiner Baureihe vorgestellt, es bleibt bei Überarbeitungen und Facelifts. So ist das Topmodell Model S Stand Februar 2025 schon fast 13 Jahre auf dem Markt – und das ausgerechnet im Wettbewerb der sich rasend schnell entwickelnden Elektroautos. Kein Wunder, dass sich die Verkäufe immer mehr auf den jüngsten Tesla konzentrieren. Doch das Model Y hat sich zu einem bedrohlichen Bestseller entwickelt: So entfallen in Deutschland satte 79,6 Prozent aller Neuzulassungen auf das Kompakt-SUV. Auch in China ist es für 72,9 Prozent des Tesla-Absatzes verantwortlich. Eine gefährliche Abhängigkeit von einer Baureihe ist entstanden.
Auch interessant:
Da hilft auch der martialische Cybertruck nicht viel: Während Elon Musk (Das fährt der Tech-Milliardär) von bis zu 500.000 Verkäufen pro Jahr ausging, waren es 2024 weniger als 40.000. Jetzt muss Musk-Freund Donald Trump helfen: Wie die "New York Times" berichtet, hat die US-Regierung gepanzerte Tesla für 400 Mio. US-Dollar bestellt. Weitere Modelle, um die Verkäufe wieder anzukurbeln, sind nicht in Sicht: Den von vielen Tesla-Fans (Hier gibts coole Beispiele für Tesla-Merchandise) erhofften Einstiegsstromer hat Elon Musk scheinbar verworfen. Stattdessen setzt er auf das Cybercab, ein autonom fahrendes Taxi, dessen Produktion noch 2026 starten soll. Eine Technik, an der sich andere Autobauer schon lange die Zähne ausbeißen.
Währenddessen leiden Tesla-Besitzer:innen an mangelndem Service: Zwar kann die Marke Software-Probleme besser als die Konkurrenz über Internet-Updates lösen. Doch bei realen Schäden warten Kund:innen oft Wochen, bis etwas passiert. Kein Wunder, kommen in Deutschland auf über 200.000 zugelassene Tesla doch nur 40 Werkstätten. Das schreckt auch viele Flottenbetreibende ab. Diese stören sich zudem an den Preissenkungen, die ihnen die Restwerte ihrer Tesla verderben. So haben Firmen wie SAP oder Vermieter wie Sixt und Hertz Tesla-Modelle wieder aus ihren Flotten verbannt.
Für Tesla sind sinkende Verkäufe schlimmer als für andere Automarken. Denn die Aktionär:innen wollen in eine Erfolgsgeschichte investieren, eine Dividende haben sie noch nie bekommen. Nun zeigen sich erste Risse, und die Tesla-Aktie verlor seit Dezember 2024 ein Viertel ihres Wertes. Zudem scheint die Firma nicht mehr im Fokus von Elon Musk zu stehen. Im Gegenteil: Der Tesla-Chef schenkt seine Aufmerksamkeit lieber der Politik und verunsichert mit seiner Radikalisierung bestehende und potenzielle Kund:innen.