Porsche 944 turbo: Classic Cars

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Porsche 944 turbo
Porsche 944 turbo Foto: Porsche


Sanfter Riese: für seine sanfte Leistungscharakteristik wurde der turbo bereits bei seiner Markteinführung geschätzt

Bilder Porsche 944 turbo Beschleunigung
Porsche 944 turbo


In 6,3 Sekunden schießt der turbo auf Tempo 100

Bilder Porsche 944 turbo Handling
Porsche 944 turbo


Das ausgewogene Gewichtsverhältnis dank Transaxlebauweise verschafft dem 944 turbo ein gut kontrollierbares Handling

Bilder Porsche 944 turbo Abstimmung
Porsche 944 turbo


Zu seinen Stärken zählen zudem die gute Abstimmung und die Dosierbarkeit ohne turbotypisches Leistungsloch

Bilder Porsche 944 turbo Heck
Porsche 944 turbo


Der turbo-Schriftzug adelte die 944-Baureihe. Der turbo ließ so manchen 911-Fahrer verzweifeln

Bilder Porsche 944 turbo Klappscheinwerfer
Porsche 944 turbo


Klappscheinwerfer – die einen lieben, die anderen hassen sie

Bilder Porsche 944 turbo Diffusor
Porsche 944 turbo


Der serienmäßige Diffusor sorgt für ausreichend Anpressdruck

Bilder Porsche 944 turbo Sitze
Porsche 944 turbo


Das Farbmuster ist gewöhnungsbedürftig, die Qualität der gut anliegenden, tief positionierten Sitze überzeugt jedoch auf Anhieb

Bilder Porsche 944 turbo Cockpit
Porsche 944 turbo


Mit dem turbo hält auch das neue, hochwertigere Cockpit Einzug in die Serie. Beim turbo mit Ladedruck- statt Verbrauchsanzeige

Bilder Porsche 944 turbo Kombiinstrument
Porsche 944 turbo


Erst ab 1987 verbaute Porsche 300-km/h-Tachos

Bilder Porsche 944 turbo Motor
Porsche 944 turbo


Zur Markteinführung leistete der Turbomotor 220 PS. Im letzten Modelljahr waren es 250 PS

Der bis 250 PS starke Porsche 944 turbo war und ist das beste Angebot seiner Baureihe – zugreifen, bitte!

Der Porsche 944 turbo war bei seinem Debüt 1985 vielleicht der beste Porsche seiner Zeit. Er war ein Sportwagen aus dem Lehrbuch des Prof. Ing. h.c. Ferdinand Porsche. Kein Boulevard-Bolide wie der 928, kein exzentrischer 911 turbo, sondern ein Auto mit maximaler Effizienz. Und das bezieht sich nicht nur auf seinen extrem souveränen Antriebsstrang, sondern auch auf das Fahrwerk. Auch gut 25 Jahre nach seiner Vorstellung ist der 220-PS-Motor der ersten Serie ein absolutes Sahnestück. Kein jähzorniges Biest wie der unter Druck gesetzte Boxer des 911 turbo, dem sein ausgeprägtes Turboloch zweifelhaften Weltruhm einbrachte. Der 2,5-Liter-Vierzylinder mit KKK-Lader im 944 turbo wurde schon 1985 wegen seiner sanften Leistungscharakteristik gelobt. Und das ist heute nach fast drei Jahrzehnten Motorenentwicklung nicht anders. Noch immer merkt der Fahrer beim Beschleunigen den Einsatz des Laders kaum. Bereits bei niedrigen Drehzahlen schiebt der Vierzylinder mit fülligem Drehmoment an. Ab 3000 Umdrehungen spürt man zwar, wie der Druck nochmals zulegt, aber von einem Turboloch ist nichts zu spüren.

Porsche-Modellpalette im Video:

Video Platzhalter

Porsche 944 im Classic Cars-Test

Völlig unspektakulär schießt der turbo in 6,3 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht nach kurzem Anlauf echte 245 km/h, wobei der Tacho bereits Tempo 270 meldet. Mit dem Turbo S (99.800 Mark), einer limitierten Sonderserie (1635 Stück), steigerte Porsche 1988 die Leistung auf 250 PS wie bei den Fahrzeugen, die im Turbo-Cup zum Einsatz kamen. Damit erreichte der S 260 km/h – exakt die Höchstgeschwindigkeit des 300 PS starken 911 turbo. Mit dem Modellwechsel 1988/89 erhielt der turbo die Spezifikationen der Sonderserie. Gelegentlich und auf besonderen Kundenwunsch sollen auch einige zwangsbeatmete 44er das Werk mit einer Leistungssteigerung auf 300 PS verlassen haben. In der Serie blieben es bis 1991 aber 250 PS. Das Fahrwerk hätte zweifelsohne noch mehr Leistung verkraftet. Dank der extrem steifen Karosserie, dem Transaxle-Konzept mit optimaler Gewichtsverteilung und dem Fahrwerk mit Aluminiumlenkern zeigt der Porsche ein sehr fein ausbalanciertes Handling. Vor allem die Achslastverteilung von 48 Prozent vorn und 52 Prozent hinten befreien den 944 von den überraschenden Lastwechselreaktionen im Grenzbereich, von denen 911-Piloten der 80er-Jahre noch heute gern mit zittriger Stimme schwärmen. Der 944 turbo bot hingegen eine exzellente Balance.

Der 944 ist ein echter Porsche

Und das hat sich bis heute nicht geändert. Wie das Turbotriebwerk ist auch das Fahrverhalten verblüffend. Der Porsche 944 turbo lässt sich selbst heutzutage noch sicher im Grenzbereich bewegen. Neutrales Einlenkverhalten, gefühlvolle Lenkung, wirkungsvolle Bremsen: Der turbo macht Schnellfahren zum Kinderspiel. Gepriesen wurde er aber vor allem von Langstreckenfahrern, die besonders von der stoischen Ruhe seines Geradeauslaufs sogar oberhalb von Tempo 200 begeistert waren. Bis zum Karriere-Ende 1991 verließen insgesamt 163.302 Porsche 944 das Band, 23.700 Stück davon als turbo. Genau wie damals sind es heute die Turbomodelle der 44er-Baureihe, die auf dem Youngtimermarkt Toppreise erzielen. Wechselten gute Exemplare Anfang des Jahrtausends noch für einen vierstelligen Betrag den Besitzer, sind es aktuell gut 15.000 Euro. Und die Prognosen zeigen weiter nach oben. Auch das beweist: Der 944 ist ein echter Porsche.

Technische Daten

PORSCHE 944 turbo
ANTRIEB 
MotorR4-Zylinder mit Turbolader, vorn längs eingebaut,
2-Ventile pro Zylinder, eine Nockenwelle, Zahnriemen,
Verdichtung: 8,0 : 1
Hubraum2479 cm³
Leistung
bei
162 kW / 220 PS
5800 /min
Max. Drehmoment
bei
330 Nm
3500 /min
GetriebeFünfgang-Getriebe
AntriebHinterrad
FAHRWERK 
Federungv.: McPherson-Federbeine, Alu-Querlenker, Stabi.
h.: Alu-Schräglenkerachse, Drehstabfederung, Dämpfer,
Stabi
Bremsenrundum: innenbelüftete Scheiben; ABS (ab turbo S Serie)
Reifenv.: 205/55 R 16
h.: 225/50 R 16
ECKDATEN 
L/B/H4230 / 1735 / 1275
Radstand2400 mm
Leergewicht1280 kg
0-100 km/h6,3 s
Höchstgesch.245 km/h
Verbrauch13,5 l S / 100 km (Testverbrauch 1985)
Grundpreis72.500 Mark (1985)
97.175 Mark (1991 mit 250 PS)