Opel Senator B: Der letzte Blitz der Chefetage

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Der Opel Senator B fahrend von schräg vorne fotografiert.
Opel Senator B Foto: Willy Bister

1993 endete die Ära der großen Opel mit dem Senator B.

Der Opel Senator B statisch von schräg hinten fotografiert.
Opel Senator B Foto: Opel

Die Oberklasse nutzte die Basis des Omega A, war bei gleichem Radstand aber fast 16 cm länger.

Der Opel Senator B fahrend von schräg vorne fotografiert.
Opel Senator B Foto: AUTO ZEITUNG

In Tests der AUTO ZEITUNG erntete der Senator Lob für sein ausgewogenes Fahrwerk.

Der Opel Senator B statisch von schräg hinten fotografiert.
Opel Senator B Foto: Opel

Die schon auf Pressefotos erkennbare laxe Verarbeitung erntete dagegen verständlicherweise Kritik.

Das Cockpit des Opel Senator B.
Opel Senator B Foto: AUTO ZEITUNG

Im Innenraum geht es kommod und weiträumig zu. Ein Airbag-Lenkrad blieb der Kundschaft stets vorbehalten.

Der Motor des Opel Senator B.
Opel Senator B Foto: AUTO ZEITUNG

Der Senator B war in Deutschland stets ausschließlich mit Sechszylindern mit 150 bis 204 PS (110 bis 150 kW) erhältlich.

Kapitän, Admiral, Diplomat, Senator: Die Oberklasse von Opel war immer etwas Besonderes. 1993 dankte sie in Form des Opel Senator B endgültig ab. Classic Cars blickt zurück!

Blickt man heute auf die Opel-Modellpalette, bestehend aus kreuzbraven Kleinwagen, City-SUV und Kompakten, so fällt es schwer zu glauben, dass es da mal ganz anders aussah. Ende der 80er war das, als der Kadett GSi 16V Kreise um den VW Golf GTI fuhr, der Calibra zum Aerodynamik-Weltmeister wurde und ein Opel Senator B den Mercedes 260 E (W124) im Test der AUTO ZEITUNG schlug. Senator, da war doch was? 1987 versuchte sich Opel ein allerletztes Mal in der Modellpolitik der Großen und schickte eine Oberklasse auf Basis des Omega A in den Wahlkampf gegen die Platzhirsche von BMW, Mercedes und mittlerweile auch Audi.
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Video: AUTO ZEITUNG

Classic Cars blickt auf den Opel Senator B zurück

Mit dem damals schon wohlverdienten Brot-und-Butter-Image machte die Marke die Not zur Tugend und bot den Opel Senator B günstiger an als die Konkurrenz. Doch nicht nur der Preis ab damals 44.700 Mark überzeugte: Der Innenraum gab sich äußerst geräumig sowie komfortabel, während das Fahrverhalten mindestens so sicher und standesgemäß geriet wie bei der Konkurrenz. In der Marketing-Abteilung setzte man sogar die Idee einer Senator-Kreditkarte durch, die beim Kauf mitgegeben wurde. Mit diesem auf edel gemachten schwarzen Stück Plastik sollten Vergünstigungen bei Hotels oder ironischerweise auch Mietwagen erhältlich sein. Trotz aller Bemühungen musste die Kundschaft Abstriche bei der Verarbeitungsqualität machen. Selbst auf zeitgenössischen Marketing- und Pressefotos fallen aus heutiger Sicht haarsträubende Spaltmaße ins Auge.

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Der Senator B konnte sich nie durchsetzen

Trotz des markanten Kühlergrills und der Breitbandscheinwerfer konnte sich Opels Großer nie so richtig von der übrigen Modellpalette absetzen – vom Überholprestige ganz zu schweigen. Dabei gaben sich die ausschließlich angebotenen Reihensechszylinder des Opel Senator B durchaus druckvoll und drehfreudig. 150 PS (110 kW) bildeten hierzulande den Einstieg, an der Spitze thronte der 24-Ventiler mit 204 PS (150 kW). Auch Haustuner Irmscher nahm sich der Oberklasse an und fertigte ab 1990 den heute heiß begehrten Vierliter-Senator Irmscher 4.0i 24V mit 272 PS (200 kW). Der lief sogar mit 255 km/h auf der linken Spur davon. Die übrigen Senatoren mussten sich – dank eines vorbildlichen cW-Wertes von 0,30 – mit 210 bis 240 km/h Höchstgeschwindigkeit ebenfalls nicht verstecken.

Warum der Opel Senator B dennoch nicht häufig genug gewählt wurde, hing vor allem mit seiner vergleichsweise dürftigen Sicherheitsausstattung zusammen. Mutterkonzern GM investierte die überschaubaren Entwicklungsgelder lieber in Details wie das zwar richtungsweisende, jedoch nur selten georderte elektronische Fahrwerk. Einen Airbag gab es hingegen nicht einmal gegen Aufpreis. Ein verheerendes Crashtest-Ergebnis ließ den großen Opel folglich in Ungnade fallen. Nach knapp 70.000 Exemplaren endete 1993 seine Amtszeit. Der nun etwas höher positionierte Opel Omega B sollte seinen Abschied auffangen und die übrig gebliebene Kundschaft bei der Stange halten. Doch selbst eine Liga darunter blieb ein dauerhafter Erfolg aus.

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Technische Daten des Opel Senator B

Classic CarsOpel Senator 3.0i
Zylinder/Ventile pro Zylin.6/2
Hubraum2969 cm³
Leistung115 kW/156 PS
Max. Gesamtdrehmoment bei230 Nm 3800/min
Getriebe/Antrieb5-Gang-Getriebe/Hinterrad
L/B/H4845/1763/1453 mm
Leergewicht1470 kg
Bauzeit1987-1993
Stückzahl69.951
Beschleunigung
null auf 100 km/h
9,4 s
Höchstgeschwindigkeit219 km/h
Verbrauch auf 100 km12,2 l S
Grundpreis (Jahr)44.700 Mark (1987)

Fazit

Wie so oft vermissen wir Dinge erst, wenn sie fort sind. Da bildet der Opel Senator B keine Ausnahme. Doch wer weiß, vielleicht wird mit der groß angelegten Elektrifizierung auf kurz oder lang auch wieder ein Flaggschiff zu den Opel-Händlern gespült.