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Opel Kadett GSi & VW Golf GTI: Kompaktsport-Erzrivalen im Duell

Thomas Pfahl Leitender Redakteur Classic Cars
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Inhalt
  1. Opel Kadett GSi im Vergleich zum VW Golf GTI agiler
  2. Bei VW nahm das motorische Wetterüsten kaum ein Ende 
  3. Das bessere Paket? Möglicherweise im Kadett
  4. Technische Daten von Opel Kadett GSi & VW Golf 2 GTI

Golf kontra Kadett: Das war lange Zeit das urdeutsche Duell in der Kompaktklasse – und der Opel Kadett GSi und der VW Golf GTI die Speerspitzen im Rennen um die Gunst der Kundschaft. Wir haben sie im Vergleich!

Schienen Käfer und Kadett noch aus unterschiedlichen Welten zu stammen, spitzte sich der Wettbewerb 1974 mit Erscheinen des VW Golf I zu: Wolfsburg trat mit moderner Technik gegen den gerade erst vorgestellten und plötzlich altbacken wirkenden Opel Kadett C an. Fünf Jahre später setzte auch Opel auf den Vorderradantrieb. Die Konkurrenten rückten sich auf die Pelle. Mitte der 80er-Jahre war das Wettrüsten kaum noch aufzuhalten. Dabei waren die Zeiten des Macho-Gehabes vorbei: Auch als Opel Kadett GSi und VW Golf GTI präsentierten sich die Kompakten eher sportlich-elegant.

Vorteil für Rüsselsheim: Der Opel Kadett, bei seinem Marktdebüt 1984 gern als "Wind-Ei" verspottet, wirkt bis heute im direkten Vergleich deutlich filigraner, aber auch moderner. Das liegt sicherlich in erster Linie an der flacheren Front und an dem kleinen Kühlergrill. Ein cW-Wert (Der cW-Wert erklärt) von 0,30 machte die Baureihe seinerzeit zum Aerodynamik-Weltmeister. Dem kurz zuvor vorgestellten Golf II wurde hingegen angekreidet, er sei zu klobig und zu schwer geworden. So drohte die Leichtigkeit des Ur-GTI verloren zu gehen. Tatsächlich überschritt der VW Golf II GTI die 1000-kg-Marke, während der Opel Kadett E GSi deutlich darunter blieb.
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Der VW Golf 8 (2024) im Video:

 
 
 

Opel Kadett GSi im Vergleich zum VW Golf GTI agiler

Mehr als die nackten Daten verraten die Fahreindrücke: Der Opel Kadett GSi fühlt sich im Vergleich in der Tat agiler an als der VW Golf GTI, er gleitet auch bei hohem Tempo souverän über die Bahn und fährt – dank der damaligen Arbeit im Windkanal – bis zu 200 km/h schnell. Außerdem spielt die strömungsgünstige Karosserie dem Spritsparen (So beim Autofahren Sprit sparen) in die Karten. Die Sitzposition ist optimal, Lenkung und Schaltung (Das sind die No-Gos beim Schaltgetriebe) lassen sich hervorragend bedienen. Das ist nicht immer so: Je nach Laufleistung können die Kadett-Getriebe extrem hakelig werden. Auf die Qualitäten des hier gezeigten GSi aus dem Opel-Classic-Fuhrpark setzte übrigens auch schon Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt: Ihm gehörte das Auto von 1991 bis 1996.

Passendes Zubehör für den Klassiker:

Der VW Golf GTI fühlt sich im Vergleich gediegener und ausgereifter an. Er verzichtet auf "Spielereien" wie das Mäusekino, das Cockpit bietet die bewährte VW-Tugend: Man kann es quasi blind bedienen. Alles sitzt da, wo man es vermutet, die Rundinstrumente im Tacho wirken wie alte Bekannte. Äußerlich gibt sich der Golf wuchtig: Das von Volkswagen Classic zur Verfügung gestellte 89er-Modell trägt bereits die größeren Facelift-Stoßfänger. Doppelscheinwerfer und der rote Rahmen um den Kühlergrill waren schon in der ersten Generation ein ebenso wesentliches Erkennungsmerkmal des VW Golf GTI wie die Radlaufverbreiterungen. Fast hat man das Gefühl, als würde gerade dieser bullige Auftritt den Wolfsburger einbremsen: Bei 186 km/h ist Schluss.

 

Bei VW nahm das motorische Wetterüsten kaum ein Ende 

Mit 107 PS (79 kW) unterbot der Kat-gereinigte VW Golf II GTI damals seinen Vorgänger sogar noch um fünf PS (4 kW). Opel hingegen konnte die 115 PS (85 kW) des Kadett D GTE mit in die nächste Generation retten – zunächst aus 1,8 l Hubraum (Bohrung und Hub einfach erklärt) ohne Kat, ab 1987 aus 2,0 l mit Kat. Gute 1,4 s nahm der 2,0-l-GSi seinem Rivalen im Sprint von null auf 100 km/h ab. Damit war der Schlagabtausch endgültig eröffnet: VW legte bereits 1986 mit dem 139 PS (102 kW) starken 16V nach, Opel konterte 1988 ebenfalls mit einem Vierventiler.

Der VW Golf GTI fahrend von vorne
Foto: Zbigniew Mazar

In Wolfsburg beziehungsweise Hannover (bei VW Motorsport) schraubte man die Leistungsspirale hoch bis auf 210 PS (154 kW) im seltenen und teuren Golf Limited mit G-Lader. Opel ging das Wettrüsten nicht länger mit und zog bei maximal 156 PS (115 kW, für Export-Modelle, sonst 150 PS/110 kW) die Reißleine. Die Tuner erledigten bei Bedarf den Rest. Auf innenbelüftete Scheibenbremsen an der Vorderachse setzten beide, im Gegensatz zu VW verwendete Opel aber bei den Zweiventilern hinten noch Trommeln.

 

Das bessere Paket? Möglicherweise im Kadett

Beide Modelle konnten sowohl mit zwei als auch mit vier Türen bestellt werden, Opel wartete sogar mit einem Cabrio auf. Damit waren Opel Kadett GSi und VW Golf GTI nicht nur sportlich, sondern auch familientauglich. Dass der Kadett durch die schräge C-Säule und den Heckspoiler (Diese Spoiler-Typen gibt es) etwas unübersichtlicher war als der Golf – geschenkt! Dafür war seine Ladekante niedriger und breiter. Bei den Vierventilern hatte Volkswagen das Fahrwerk noch einmal nachgeschärft, sodass sich der Basis-GTI im Vergleich deutlich komfortabler – deswegen aber längst nicht unsportlich – fuhr. Opel machte es beim GSi 16V im Übrigen nicht anders.

Der Opel Kadett GSi fahrend von vorne
Foto: Zbigniew Mazar

Heute, im Klassiker-Alter, hat sich das Bild etwas gewandelt: Seine solide Verarbeitung und sein Image haben den GTI über die Jahre gerettet, der GSi ist deutlich seltener geworden. Große Rostprobleme schädigten den Ruf des Rüsselsheimer Bestsellers, viele Autos wurden verbastelt und verheizt. Und so liegt der Marktwert eines Opel Kadett GSi heute zwar etwas unter dem des VW Golf GTI – zu bekommen ist aber trotzdem eher ein guter Volkswagen. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den 16V-Modellen ab. Nur beim Cabrio hat Opel wieder die Nase vorn: Ein offizielles GTI-Cabrio gab es nicht, auch wenn dessen Technik für den offenen GLI übernommen wurde. Opel mag mit dem Kadett damals durchaus das bessere Paket abgeliefert haben: Langfristig gesehen hat sich allerdings der Golf bewährt.

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Technische Daten von Opel Kadett GSi & VW Golf 2 GTI

Classic Cars 03/2023Opel Kadett E GSiVW Golf 2 GTI
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/24/2
Hubraum1998 cm³1781 cm³
Leistung85 kW/115 PS bei 5400 /min79 kW/107 PS bei 5400 /min
Max. Gesamtdrehmoment bei170 Nm bei 3000 /min157 Nm bei 3800 /min
Getriebe/AntriebFünfgang-Schaltgetriebe/VorderradFünfgang-Schaltgetriebe/Vorderrad
L/B/H3998/1666/1395 mm3985/1680/1405 mm
Leergewicht950 kg1030 kg
Bauzeit1984-19911984-1991
Stückzahl3,78 Mio. (Kadett E gesamt)6,3 Mio. (Golf 2 gesamt)
Beschleunigung
null auf 100 km/h
8,9 s10,3 s
Höchstgeschwindigkeit200 km/h186 km/h
Verbrauch auf 100 km8,7 l S9,6 l S 
Preis (Jahr)25.425 Mark (1988)26.930 Mark (1988)

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