Staumelder: So voll wird es am kommenden Wochenende!
- Staumelder: Die Verkehrslage am kommenden Wochenende, 4. bis 6. April 2025
- Verkehrslage in Österreich und der Schweiz
- Übersicht: Auf diesen Autobahnen wird es voll
- Vollsperrungen
- Baustellen-Schwerpunkte (Übersicht)
- Mit intelligenten Apps Staus vermeiden
- Regeln auf der Autobahn: Richtiges Verhalten im Stau
Staumelder: Die Verkehrslage am kommenden Wochenende, 4. bis 6. April 2025
Der Start der Osterferien in fünf Bundesländern ab dem kommenden Wochenende (4. bis 6. April 2025) bringt "spürbar" mehr Verkehr auf die Straßen, sagt der Auto Club Europa (ACE) in seiner Stauprognose voraus. Besonders die Routen an die Küsten von Nord- und Ostsee dürften am ersten Aprilwochenende stärker frequentiert werden, ebenso die Strecken in den Alpenraum und weiter südlich. Staugefahr gibt es vor allem auf den genannten Strecken sowie im Bereich der 977 Baustellen, die der ADAC aktuell zählt. Doch der Autoclub geht von nicht sehr vielen und nicht allzu langen Staus aus. Insgesamt sei die Staugefahr "relativ" gering – trotz Osterferien mancherorts. Auch nicht zu vergessen ist der typische Berufs- und Wochenendverkehr am Freitag, speziell rund um die Ballungsgebiete.
Von der AUTO ZEITUNG getestet – die passende Dachboxen für den Urlaub:
Unsere Bewertung
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Vor- und Nachteile
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Verkehrslage in Österreich und der Schweiz
Auch auf den Autobahnen in Österreich (Hier alle Informationen zur Maut im europäischen Ausland nachlesen) dürfte sich die Reiseintensität noch in Grenzen halten. Hier werden voraussichtlich vor allem höher gelegene Wintersportregionen angesteuert oder Transitrouten in Richtung Süden. Staugefährdet bleiben die Tauern-, Inntal- und Brennerautobahn, die Fernpass-Route sowie die Tiroler, Salzburger und Vorarlberger Bundesstraßen, so der ADAC-Staumelder. Der ACE vermutet, dass der Verkehr ab Freitag anzieht und sich die erste Reisewelle dann am Samstag zeigt. Länger dauern kann es weiterhin auf der Tauernautobahn aufgrund einer Großbaustelle an der Tunnelkette Golling - Werfen. Die Tunnel sind nur einspurig befahrbar. Der ACE rechnet mit einer Fahrtzeitverlängerung von im Schnitt einer halben Stunde je Richtung. Nicht betroffen von den Baumaßnahmen: der Tauern- und der Katschbergtunnel.
Zudem sind seit dem 1. Januar 2025 für mehrere Jahre "massive Behinderungen" auf der Brennerautobahn im Bereich der Luegbrücke einzuplanen, so der ACE. In beiden Fahrtrichtungen steht dabei jeweils nur noch ein Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung. Samstage und einige Sonntage seien bei guten Wetterverhältnissen davon ausgenommen, so der ADAC, der weitere Informationen dazu online bereitstellt. Die Verkehrsclubs machen auf die Abfahrtsverbote für den Transitverkehr aufmerksam, unter anderem in Tirol entlang der Inntalautobahn A12 und der Fernpass-Route. Diese gelten dort in der Regel an den Wochenenden bis Ende April 2025.
Zudem ist die Reschenpass-Straße bis 2. Mai 2025 zwischen Pfunds und Nauders in beiden Richtungen gesperrt. Die Umleitung erfolgt teilweise über die Schweiz. Wichtig: Bereits bei geringfügig winterlichen Straßenverhältnissen ist laut ACE eine Winterausrüstung erforderlich, sogar Schneeketten. Besser sei generell eine großräumige Umfahrung.
In der Schweiz dürfte es am ehesten auf der Gotthard-Route, den Zufahrtsstraßen der Skigebiete Graubündens, des Berner Oberlands, des Wallis und der Zentralschweiz regen Verkehr geben, so der ADAC. Speziell am Samstag kann es auf der Gotthard-Route (A2) Verzögerungen geben. Ab einer Wartezeit von einer Stunde nennt der ACE die Verbindung San Bernadino Chur - Bellinzona (A13) als Alternative. Es sind weiterhin einige Bergpässe gesperrt. Und es muss mit kurzfristigen Sperren und Winterausrüstungspflichten gerechnet werden (Unsere Kauftipps zu Schneeketten & der aktuelle Winterreifen-Test).
Von der AUTO ZEITUNG getestet und empfohlen:
Wegen Grenzkontrollen sind Wartezeiten möglich
Weil seit Mitte September 2024 an allen deutschen Grenzen Kontrollen stattfinden, ist auch hier ein Zeitpolster mitzubringen. Die Kontrollen werden laut ADAC jedoch stichprobenartig durchgeführt, wodurch keine sehr langen Wartezeiten zu befürchten sind. Wie viel Zeit man etwa an den österreichischen Autobahn-Grenzübergängen Walserberg, Kiefersfelden und Suben einplanen sollte, kann man vorab online bei der österreichischen Infrastrukturgesellschaft Asfinag checken.
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Mit dpa
Das richtige Verhalten am Stauende im Video:
Übersicht: Auf diesen Autobahnen wird es voll
A1
Köln - Dortmund - Münster - Bremen - Hamburg - Lübeck
A2
Hannover - Berlin
A3
Köln - Frankfurt/Main - Nürnberg - Passau
A4
Dresden - Chemnitz
A5
Hattenbacher Dreieck - Frankfurt/Main - Karlsruhe - Basel
A6
Mannheim - Heilbronn - Nürnberg
A7
Hamburg - Hannover und Füssen/Reutte - Ulm - Würzburg
A8
Salzburg - München - Ulm - Stuttgart - Karlsruhe
A9
Halle/Leipzig - Nürnberg - München
A81
Heilbronn - Stuttgart - Singen
A93
Rosenheim - Kiefersfelden
A95
München - Garmisch-Partenkirchen
A99
Umfahrung München
Vollsperrungen
A45
Hagen – Gießen in beiden Richtungen zwischen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid bis auf Weiteres
Baustellen-Schwerpunkte (Übersicht)
Die Website von BaustellenCheck zeigt Dauerbaustellen auf deutschen Autobahnen an. Über das Angebot lassen sich Informationen zu allen gemeldeten Dauerbaustellen grafisch abrufen, erklärt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Filtereinstellungen ermöglichen, sich Baustellen zum Beispiel nur für bestimmte Bundesländer oder Straßen anzeigen zu lassen. Auch sind Kategorien wie "Baustellentyp", "Sperrungen" oder "Baustellenlänge" einstellbar. Nutzende können auch ein Feedback hinterlassen, zu den Baustellen selbst oder zur Meldung, wenn diese zum Beispiel fehlerhaft sein sollte, so die BASt. Auch eine Bewertung, etwa zur Baustellenlänge, sei möglich. Hier geht es zur interaktiven Baustellen-Übersicht der Autobahn GmbH.
Mit intelligenten Apps Staus vermeiden
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Apps für Mobilgeräte, die in Echtzeit Informationen über die Verkehrslage bieten und frühzeitig warnen, wenn man droht, in stehenden Verkehr zu geraten. Neben klassischen Karten-Apps wie Google Maps (Funktionen und Tipps wie Tricks hier) oder Apple Karten gibt es viele spezialisierte Varianten. Die beiden Platzhirsche geben ein ziemlich gutes Echtzeitbild der Verkehrslage wieder. Sogar Staus vor Ampeln kann man erkennen. Verschiedene Farbtöne geben an, wie stark der Verkehr stockt. Wichtig: Die Verkehrslage-Funktion muss meist manuell aktiviert werden. Besonders gut: Beide Apps lassen sich zur Navigation (Nützliche Apps in der Übersicht) nutzen, bei der die aktuelle Verkehrssituation mit einberechnet und bei Bedarf Bereiche mit erhöhtem Verkehrsaufkommen intelligent umfahren werden.
Ähnliche Funktionen bieten auch andere Anbieter wie Inrix, Here und Waze. Inrix punktet mit einer Prognose-Funktion und informiert mit einem Abfahrt-Alarm zum prognostiziert günstigsten Abfahrt-Zeitpunkt. Waze bietet ähnliche Funktionen, legt aber seinen Fokus verstärkt auf Vernetzung durch Anmeldung in der eigenen Community. Blitzer.de bietet ebenfalls eine gut funktionierende Warnung vor Staus und Baustellen. Immer zu beachten ist, dass alle genannten Programme nur online funktionieren und entsprechend Datenvolumen verbrauchen.
Regeln auf der Autobahn: Richtiges Verhalten im Stau
Staus sind lästig, bei längeren Fahrten aber kaum zu vermeiden. Deshalb sollten Autofahrende immer mit stockendem oder gar stehendem Verkehr rechnen, entsprechend mehr Zeit einkalkulieren und für den Fall einer Vollsperrung ausreichend Getränke oder Essen an Bord haben. Ist das Auto für den Urlaub vollgepackt, sollten zudem Warnweste und -dreieck griffbereit liegen und nicht erst aus den Untiefen des Kofferraums herausgeholt werden müssen.
Wie reagiere ich richtig auf ein Stauende?
Sobald der Verkehr dichter wird, sollten Autofahrende den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unbedingt vergrößern und die Geschwindigkeit rechtzeitig sowie gleichmäßig verringern. Bei unübersichtlichen Situationen ist es im Zweifel besser, einmal zu viel als einmal zu wenig abzubremsen. Keinesfalls sollte zu forsch an ein Stauende (Diese Gefahren drohen hier) herangefahren werden. Auch von sofortigem, rabiaten Abbremsen bei ersten Anzeichen eines Staus ist abzuraten. Und nicht zuletzt: Wer an ein Stauende heranfährt, sollte schnellstmöglich die Warnblinker anstellen und so gut es geht behutsam abbremsen. Schon wenn der Verkehr stockt, muss die Rettungsgasse gebildet werden (siehe nächster Absatz).
Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?
Bei einem (drohenden) Stau muss die Rettungsgasse sofort gebildet werden – und nicht erst dann, wenn ein Einsatzwagen in Sicht- oder Hörweite ist. Fehlverhalten kann dabei wertvolle Zeit und Menschenleben kosten. Die Regeln für eine Rettungsgasse sind einfach: Bei einer zweispurigen Autobahn ist sie zwischen der linken und der rechten Spur zu bilden. Bei drei oder mehr Spuren verläuft sie zwischen der Spur ganz links und dem Fahrstreifen rechts daneben.
Gilt der Sicherheitsabstand auch im Stau?
Grundsätzlich wird bei Staugefahr generell dazu geraten, das Tempo zu drosseln und den Abstand zum Vorausfahrenden etwas größer werden zu lassen. Normalerweise ist der halbe Tachowert in Metern richtig – also bei Tempo 100 mindestens 50 m Abstand. Nun gern etwas mehr. Zur Orientierung können Leitpfosten dienen, die im Abstand von 50 m stehen. Auch bei geringen Geschwindigkeiten oder Stop-and-Go-Verkehr muss genügend Abstand zum vorausfahrenden Wagen da sein. Hier sollte man je nach Tempo etwa drei Wagenlängen Distanz halten, um rechtzeitig auf einen plötzlichen Stillstand reagieren zu können, rät TÜV Thüringen.
Spart stetiger Spurwechsel im Stau Zeit?
Klar, jeder hat es eilig, auch auf dem Weg in den Urlaub. Und gerade rollt die Kolonne auf der anderen Spur etwas schneller. Rasch den Blinker gesetzt und ab nach links und so schneller durch Stop-and-go und Stau? Nein, denn unnötige Spurwechsel bringen keinen messbaren Zeitgewinn. Sie erhöhen nur das Unfallrisiko, so die Sicherheitsexperten des TÜV Thüringen. Daher raten sie klar von solchem Kolonnenspringen ab. Zudem seien viele Autofahrende bei Stau schnell abgelenkt und bemerken den Lückenspringer möglicherweise zu spät, was das Risiko für Auffahrunfälle deutlich erhöht. Denn die Spurwechsel zwingen die Hinterherfahrenden immer wieder zum Bremsen, und auch das ständige Durchkreuzen der Rettungsgasse sei gefährlich.
Darf im Stau rechts überholt werden?
Tatsächlich darf im Stau oder stockendem Verkehr auch auf der Autobahn rechts überholt werden. Allerdings gibt es dafür zwei Voraussetzungen: Der Verkehr auf der linken Spur muss entweder stehen oder aber darf maximal 60 km/h fahren. Bei stehenden Autos darf der Verkehr auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h vorbeifahren. Rollt die linke Spur, dürfen Autofahrer:innen auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h Differenzgeschwindigkeit überholen. Allerhöchstens sind 80 km/h erlaubt.
Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?
Der Standstreifen ist ausschließlich für Pannenfahrzeuge gedacht. Wer den Standstreifen nutzt, um einen Stau bis zur nächsten Ausfahrt zu umfahren, riskiert eine Strafe. Ausnahmen von der Regel sind übrigens durch grüne Pfeile (meist über der Spur) oder entsprechende Schilder am Straßenrand gekennzeichnet.
Darf im Stau gewendet werden?
Nein, im Stau darf nicht gewendet werden! Auf der Autobahn ist wenden oder rückwärts fahren strengstens verboten, außer die Polizei fordert dazu auf und leitet den Verkehr von der Fernstraße ab.
Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?
Ist ein Fahrstreifen blockiert, gilt das Reißverschlussverfahren. Heißt: bis zum Hindernis vorfahren und dann in die andere Spur einfädeln.
Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?
Telefonieren am Steuer, das besagt die Straßenverkehrsordnung ganz klar, ist nur erlaubt, wenn der Motor ausgeschaltet ist. Diese Regelung gilt auch für den Stau. Sollte der Motor also noch laufen, muss eine Freisprechanlage aktiv sein. Andernfalls droht eine Strafe.
Dürfen sich Motorradfahrende durchschlängeln?
Nein, Motorradfahrende dürfen sich im Stau nicht durch die Rettungsgasse durchschlängeln. Es ist Motorradfahrenden aber erlaubt, bei ausreichend Seitenabstand links zu überholen.
Darf man im Stau aussteigen?
Nein, das Aussteigen ist nach der Straßenverkehrsordnung § 18 Absatz 9 Satz 1 eindeutig untersagt. Die einzige Ausnahme bildet die Sicherung einer Unfallstelle. Das Verbot gilt natürlich auch bei längeren Staus oder Vollsperrungen, selbst wenn die Polizei in solchen Fällen gerne mal ein Auge zudrückt. Wer in diesem Falle trotzdem aussteigen möchte, sollte unbedingt nahe am Auto bleiben und idealerweise eine Warnweste tragen.
Ist eine Pinkelpause auf der Autobahn erlaubt?
Ausgerechnet im Stau drückt der halbe Liter Limonade von vorhin. Wohin aber austreten? Einfach mal kurz raus aus dem Auto und hinter der Leitplanke verschwinden? Erlaubt ist das laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht, informiert der Auto Club Europa (ACE). Demnach dürfen Autobahnen nicht betreten werden, egal ob der Verkehr fließt oder steht. Daher auch nicht für einen kurzen Toilettengang. Auch das Anhalten auf dem Pannenstreifen außer eben bei Pannen, nach Unfällen ist tabu. Im Notfall darf man hier zwar halten. Etwa, wenn Motorradfahrer:innen im Sommer ein Hitzschlag droht. Ob zwei, vier oder mehr Räder: Der Toilettengang zählt generell nicht als Notfall. Was aber soll und darf man nun tun? In der Akut-Situation ist der Handlungsspielraum begrenzt. Deshalb rät der ACE dringend vorzubeugen: Dazu gibt sogenannte Notfalltoiletten oder Taschen-WCs. Die nähmen nicht viel Platz weg und es gebe verschiedene Exemplare – für Männer, Frauen und Kinder.
Nützliches Zubehör, wenn es doch zu dringend wird:
Wer mit einem Wohnmobil im Stau steht und eine Toilette an Bord hat, darf diese benutzen. Aber nur im Stand und solange die Zündung aus ist. Und: rollt der Verkehr wieder an, müssen alle Insass:innen wieder auf ihren Plätzen sein. Anders verhält es sich mit einem Wohnanhänger mit WC: Dessen Toilette ist nicht zu benutzen, da dafür das Auto verlassen und die Autobahn betreten werden müsste.
Tipp: Mindestens alle zwei Stunden beziehungsweise alle 200 km eine mindestens 15-minütige Erholungspause machen, die dann auch für einen Toilettengang genutzt werden kann. Mobilität-Apps mit Echtzeitdaten können zudem verhindern helfen, dass man in einen langen Stau gerät und die dann Blase einer unnötigen Belastungsprobe ausgesetzt wird.