TÜV für Neuwagen: Neue EU-Verordnung ab 2018 Nach vier Jahren zur Untersuchung
Regelmäßige Kontrollen der Verkehrstauglichkeit von Autos sollen die Straßen in Europa sicherer machen. Das EU-Parlament einigte sich auf eine neue Verordnung, die überall gelten soll - von Finnland bis Rumänien
Neuwagen in der EU müssen ab 2018 erstmals nach vier Jahren zum TÜV. Danach ist die Untersuchung alle zwei Jahre fällig. Das EU-Parlament stimmte in Straßburg für diesen Kompromiss. Für deutsche Autofahrer ändert sich damit jedoch nichts an der geltenden strengeren Rechtslage: Die erste TÜV-Untersuchung ist drei Jahre nach der ersten Zulassung fällig, dann alle zwei Jahre. Dem Gesetz müssen die EU-Regierungen noch formal zustimmen.
KEINE VERÄNDERUNG FÜR DEUTSCHE AUTOFAHRER
Bei dem Beschluss handelt es sich um Mindeststandards. Strengere Bestimmungen wie in Deutschland können bestehen bleiben, dürfen jedoch nicht über vier Jahren liegen. Auch Motorräder müssen in Deutschland regelmäßig zur Kontrolle. Schwere Motorräder ab 125 Kubikzentimeter (Ccm) sollen ab 2022 EU-weit geprüft werden, ebenso wie Anhänger ab 3,5 Tonnen. Die neuen Regelungen gelten auch für Nutzfahrzeuge und Busse bis 3,5 Tonnen. Ausnahmen von den neuen Regelungen sollen auf Wunsch von Großbritannien und der Niederlande für Anhänger bis 3,5 Tonnen und Wohnwagen gelten.
Mobile Kontrollen von LKW werden verschärft. «Die Suche nach abgefahrenen Reifen oder zu schwachen Bremsen gehört künftig zum europaweiten Kontrollstandard», sagte der Berichterstatter des Parlaments, Werner Kuhn (CDU). Mopeds und Kleinkrafträder müssen nicht geprüft werden. Das bedauerte der EU-Abgeordnete und SPD-Verkehrsexperte Ismail Ertug. «Motorradfahrer sind die am meisten gefährdeten Verkehrsteilnehmer und technische Mängel an ihren Fahrzeugen sind in acht Prozent der Fälle die Unfallursache», sagte er.
AUTO ZEITUNG