Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid 2012

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Bilder Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID Einzeltest
Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

Die neueste Kreation aus Sindelfingen ist das sparsamste Oberklasse-Modell der Welt - sagt der Hersteller ...

Bilder Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID Einzeltest Verbrauch
Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

Das wichtigste zuerst: Der Normverbrauch liegt bei nur 4,2 l/100 km oder 109 Gramm CO2 pro km ...

Bilder Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID Einzeltest CO2-Werte
Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

... für eine Limousine dieses Kalibers echte Spitzenwerte. Zumal ...

Bilder Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID Einzeltest Leistung
Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

... die Leistung nicht unter dem Sparkurs gelitten hat: In 7,6 Sekunden schieben 231 PS Gesamtleistung den 1,9-Tonnen-Klotz auf 100 Stundenkilometer - und bis 242 km/h geht es munter weiter

Bilder Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID Einzeltest Strom-Modus
Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

Soll es dagegen leise zugehen - beispielsweise um die Nerven der Nachbarn zu schonen - fährt die E-Klasse auch rein elektrisch - aber nur einen Kilometer mit maximal 35 km/h

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Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

Die zweiflutige Auspuffanlage gehört zur Avantgarde-Linie. Die erhöht den Preis um 2261 Euro

Bilder Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID Einzeltest Cockpit
Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

Gut organisiertes Cockpit – hier im kühlen Ambiente der Avantgarde-Linie

Bilder Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID Einzeltest Vordersitze
Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

Die Vordersitze sind serienmäßig teilelektrisch einstellbar. Vorn ...

Bilder Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID Einzeltest Rückbank
Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

... wie hinten ist das Platzangebot großzügig

Bilder Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID Einzeltest Motor
Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid

Viel sehen kann man nicht vom 2,1-Liter. Seine 500 Nm spürt man aber

Bilder Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID Einzeltest Positiv: Kraftflüsse
Positiv: Zurückhaltung

In Cinemascope die Kraftflüsse formatfüllend auf dem Navi-Monitor darzustellen, verkneift sich Mercedes dankenswerterweise. Die kleine Anzeige im Tacho reicht absolut und verschwindet auf Wunsch auch

Bilder Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID Einzeltest Negativ: Bremsen
Negativ: Bremsdosierung

Wenn immer möglich, bremst der Hybrid elektrisch. Die Radbremsen werden bedarfsgerecht zugeschaltet. Das geschieht nicht immer linear – die Bremswirkung ist daher schlecht dosierbar

Power-Diesel plus Hybrid-Technik ergibt das sparsamste Oberklasse-Modell der Welt, sagt Mercedes. Test der 231-PS-Limousine

Eckdaten
PS-kW204 PS (150 kW)
AntriebHinterrad, 7-Stufen-Automatik
0-100 km/h7.6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit242 km/h
Preis69.585,00€

Er glaube an das Pferd. Das Automobil sei nur eine vorübergehende Erscheinung, gab Kaiser Wilhelm II. einst hoheitsvoll, aber nicht sonderlich weitsichtig zu Protokoll. Das war, als die Zahl der Automobilisten in Deutschland zwar zunahm, Pferdeäpfel auf der Chaussee und dem Trottoir aber trotzdem ein viel größeres Problem darstellten als die Abgase der Knatterkisten.

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Das ist heute bekanntermaßen anders. Pferdemist auf der Straße ist zwar selten geworden, doch dafür werden die Abgase der Automobile zum Problem. Jedes gesparte Gramm Kohlendioxid ist ein Triumph der Ingenieure – und in Stuttgart feiert sich der Erfinder des Automobils gerade ein bisschen selbst mit der Erklärung, das sparsamste Oberklasse-Modell der Welt gebaut zu haben. Mercedes E 300 Blue-TEC Hybrid heißt es und verbindet den 204-PS-Diesel des E 250 CDI mit einer elektrischen Maschine, die mit ihren 27 PS die Systemleistung auf 231 PS pusht. Normverbrauch: nur 4,2 l/100 km oder 109 Gramm CO2 pro km.

NORMVERBRAUCH? NUR 4,2 LITER PRO 100 KILOMETER

Respektable Werte sind das für eine Komfortlimousine, die laut Werk in 7,5 Sekunden – und gemessen in 7,6 Sekunden – auf 100 km/h sprintet und bis zu 242 km/h schnell ist, wenn es pressiert. Als Kombi ist der 51.795 Euro teure Mercedes BlueTEC Hybrid gegen 3213 Euro Aufpreis natürlich auch erhältlich, was an der cleveren Verteilung der Hybrid-Komponenten liegt: Da türmen sich keine Batterien hinter der Rücksitzbanklehne, sondern alle zusätzlichen Bauteile sind im Vorderwagen untergebracht. Nur der Kofferraum ist um 35 Liter kleiner als gewohnt, da in der Reserveradmulde die Zwölf-Volt-Batterie untergebracht ist. Naja, 505 Liter sind ja auch nicht wenig.

Das gewohnte E-Klasse-Erlebnis hält allerdings nur bis zum Drehen des Zündschlüssels an. Der grüne Schriftzug Ready im Kombiinstrument signalisiert nun Abfahrbereitschaft, der Diesel hat Pause. Wählhebel auf D oder R – dazu entschlossen aufs Bremspedal treten, sonst verweigert das Auto den Betrieb –, und leise stromert die gut 1,9 Tonnen schwere Limousine los.

Sehr weit kommt man jedoch nicht rein elektrisch. Maximal einen Kilometer mit höchstens 35 km/h ist dieser leise Betrieb möglich, doch in der Regel schaltet sich der Selbstzünder schon viel früher zu: Um rein elektrisch von der Ampel zu starten, muss man so bedächtig anfahren, dass der Hintermann nervös drängelt. Also senkt sich der Fuß stärker, und der gut gedämmte Verbrenner bringt sich ins Geschehen ein – nicht immer ruckfrei übrigens.

Faszinierender ist die Segelfunktion des Mercedes-Hybrid: Geht der Fahrer bei weniger als 160 km/h vom Gas, kuppelt das Auto aus und schaltet den Motor komplett ab. Nun rollt der Benz, allein abgebremst von den Fahrwiderständen, dahin bei Momentanverbrauch Null-Komma-Null. Wer jetzt sensibel Gas gibt, kann das Tempo allein mit Elektrokraft ziemlich lange halten.

Es braucht also eine sehr vorausschauende Fahrweise, um das Sparpotenzial des Diesel-Hybrids zu nutzen – und Umdenken. Die Bremswirkung ist bei diesem Segeln wirklich sehr gering, und der Spar-Effekt verpufft, wenn man das unterschätzt und bremsen muss, um dem Vordermann nicht zu nahe zu kommen. Bewusst gefahren sind so im Stadtverkehr Werte unter sechs Litern möglich.

SYNTHETISCHES GEFÜHL IM BREMSPEDAL

Beim Bremsen offenbart der Diesel-Hybrid seine vielleicht größte Schwäche im Fahrerlebnis. Nicht, dass er längere Bremswege benötigte als ein normaler E 250 CDI, das nicht. Doch das Bremsgefühl ist sehr synthetisch, die Bremswirkung schlecht zu dosieren. Denn vorrangig bremst der im Schubbetrieb als Generator arbeitende Elektromotor und lädt dabei die Lithium-Ionen-Akkus, ehe die vier Scheibenbremsen zugeschaltet werden. Dabei verändert sich das Verhältnis von Bremspedalkraft zu Verzögerung hin und wieder, was im Ergebnis an ungelenke Bremsungen in der ersten Fahrstunde erinnern kann.

Angesichts des großen Aufwandes ist schwer zu erkennen, wo der Mercedes E 300 BlueTEC Hybrid dem E 250 CDI, von dem er abstammt, wirklich überlegen ist. Ein Zehntelliter Minderverbrauch (6,4 zu 6,5 Liter) sind nicht die Welt, zumal beide 242 km/h laufen und fast identische Beschleunigungswerte realisieren. Die 130 kg schwere Hybrid-Technik fordert eben ihren Tribut – auch beim Bezahlen übrigens: Vergleichbar ausgestattet, kostet der BlueTEC Hybrid 3570 Euro mehr als ein E 250 CDI mit Automatik. Man muss ihn eben haben wollen.

Fazit

Nach dem französischen PSA-Konzern verheiratet nun auch Mercedes den ohnehin sparsamen Turbodiesel mit einem Elektromotor zum Hybrid. Der getriebene Aufwand ist beachtlich, die Umsetzung bis auf kleinere Schwächen sehr gelungen. Der Spar-Effekt allerdings ist so klein, dass man nach dem Sinn fragen muss.

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, Bi-Turbodiesel
Hubraum2143
Leistung
kW/PS
1/Min


150/204
4200 U/min

Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
500
1600 - 1800 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe7-Stufen-Automatik
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbelüftete Scheiben
Bereifungv: 245/45 R 17 Y
h: 245/45 R 17 Y
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1910
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)7.6
Höchstgeschwindigkeit (km/h)242
Verbrauch 
Testverbrauch6.4l/100km (Diesel)
EU-Verbrauch4.2l/100km (Diesel)
Reichweite921
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)109