Skoda Ferat (1981): schauriger Sportwagen mit Blut-Saugmotor

Im Skoda Ferat wird jede Fahrt zum Aderlass: Für den Film "Der Autovampir" verwandelte die tschechische Marke 1981 ihre Sportwagenstudie 110 Super Sport in einen Blut-hungrigen Rennwagen. Kruzifix-bewaffnet drehen wir gedanklich eine Runde!

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Der Skoda Ferat (1981) stehend von schräg vorne.
Skoda Ferat (1981) Foto: Skoda

Der Skoda 110 Super Sport war einer der wenigen Sportwagen-Entwürfe aus dem kommunistischen Ostblock. Für den Film "Der Autovampir" wurde er 1981 zum blutrünstigen Skoda Ferat umfunktioniert.

Der Skoda Ferat (1981) stehend seitlich.
Skoda Ferat (1981) Foto: Skoda

Den Motor des automobilen Protagonisten dürstet es im Horror-Streifen nicht nach Benzin, sondern nach Blut aus den Adern der Personen am Steuer.

Der Skoda Ferat (1981) stehend von hinten.
Skoda Ferat (1981) Foto: Lukas Bädorf

Das kultige Spoilerkit lieferte Tuner Kamei aus Wolfsburg an.

Der Skoda Ferat (1981) stehend von vorne.
Skoda Ferat (1981) Foto: Skoda

Während die 1972er-Studie noch über Klappscheinwerfer verfügte, erhielt der Ferat für den Film eine neue Front. Der Mittelmotor kommt auf 73 PS (54 kW).

Ging es beim "Autovampir" schlicht darum, der sozialistischen Botschaft eine effektheischende Verpackung zu verpassen? Immerhin besteht die Handlung des Gruselfilms von 1981 darin, dass ein Sportwagen den Personen am Steuer das Blut aussaugt. Auch bei den Öffentlich-Rechtlichen im Westen schien man sich da nicht ganz sicher zu sein – erst vier Jahre später traute sich das ZDF an den kuriosen Ost-Streifen ran. Zu diesem Zeitpunkt genoss das Werk von Regisseur Juraj Herz in seinem Heimatland bereits Kultstatus. Dieser Umstand war natürlich vor allem dem bereiften Hauptcharakter Skoda Ferat zu verdanken – obwohl dessen Basis schon 1972 erstmals und auch im Westen ein Stück weit für Furore gesorgt hatte.

Passendes Zubehör für den Klassiker:

Auf dem Autosalon Brüssel (Belgien) präsentierte Skoda damals stolz den 110 Super Sport: Der Sportwagen sprang mit seiner Mittelmotor-Anordnung und der ausgeprägten Keilform voll auf den Showcar-Trend auf, den Giorgetto Giugiaro, Marcello Gandini und Co. für die gesamte Branche vorgedacht hatten. Eine Front bestehend aus sechs Klappscheinwerfern und ein Heck mit mehr Löchern als der Fünfjahresplan sollten eine Zukunft am Puls der Zeit symbolisieren. Man plante sogar, eine Kleinserie zu fertigen. Doch erst strich die Politik den in der Entwicklung befindlichen 1,5-l-Motor und wenig später dann das gesamte Vorhaben. Der Super Sport blieb ein Einzelstück und wanderte mit einem 73 PS (54 kW) starken 1,1-l-Vierzylinder aus dem Skoda 110 L Rallye in die automobile Abstellkammer.
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Der Skoda Enyaq (2025) im Video:

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Video: AUTO ZEITUNG

Automobiler Aderlass: Der Skoda Ferat saugte Blut statt Benzin

Und genauso fand ihn Juraj Herz auf der Suche nach einem Protagonisten für den Autovampir vor. Das unschuldige Weiß musste natürlich weichen, stattdessen kleidete das Filmteam die Studie in einem schwarz-roten Batmobil-Look ein. Karosserieseitig wandte man sich erstmals an Wolfsburg. Allerdings nicht an VW, sondern an Spoiler-König Kamei. Der Tuner verpasste dem Ost-Keil einen XXL-Heckflügel (Diese Spoiler-Typen gibt es) und eine völlig neue Frontmaske mit klassischen Scheinwerfern, die den Skoda einen Hauch von Aston Martin Lagonda verlieh. Im Film erhielt er außerdem eine ganze Batterie an Rallye-Zusatzscheinwerfern. Auch nicht fehlen durften goldene 15-Zöller von BBS. Was dagegen unverändert blieb, war die Autoscooter-artige Beplankung rundum sowie der Ein- und Ausstieg über die sich komplett nach oben öffnende Fahrerkanzel. Der Skoda Ferat war geboren.

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Der neue Name rührte daher, dass der Sportler im Film vom imaginären Hersteller Ferat hergestellt wird. Bei Testfahrten mit dem Rennwagen-Prototyp klagt eine Pilotin über unerklärliche Schmerzen und Schwächeanfälle. Der untersuchende Arzt kann die Umstände auf das mysteriöse Auto zurückführen, das für seinen sportlichen Antrieb offenbar das Blut aus seinen Opfern saugt. Soweit die Handlung. Ursprünglich sollte der Ferat nur für den Film modifiziert und anschließend wieder zurückgebaut werden, doch der Erfolg des finsteren Leinwandhelden führte dazu, dass man die Studie im Horror-Look beließ. Und so ist es bis heute geblieben. Mittlerweile steht der Ferat im hauseigenen Museum und wird hin und wieder auf Messen wie zuletzt der Rétromobile Paris 2025 präsentiert. Und mehr noch: Er lieferte im Jahr 2017 sogar die Inspiration für eine Rallye-Lackierung und stand 2021 für eine digitale Skoda Sportwagen-Studie Pate.