Im Einzeltest: Darum ist der VW T-Roc so ein gutes Auto
Erwachsener, größer, besser ausgestattet – die zweite Generation des VW T-Roc steuert konsequent in eine nächsthöhere Klasse. Erster Test der 150-PS-Topversion.
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Das VW T-Roc-Topmodell im ersten Test
Nicht wenige kommen ohne ein großes Auto aus und sparen sich gern etliche Tausend Euro, suchen aber trotzdem ein anspruchsvolles Fahrzeug für alle Lebenslagen – genau hier setzt der VW T-Roc an. Seit der Markteinführung 2017 gehört er zu den wichtigsten Modellen aus Wolfsburg und hat seit 2021 sogar den Dauerbrenner Tiguan überholt. Parallel zum Anspruchs- und Größenwachstum der aktuellen Tiguan-Generation legt nun auch die zweite T-Roc-Generation nach – ob sich das bisher so sympathisch maßvolle Kompakt-SUV damit einen Gefallen tut, soll der erste Test klären.
T-Roc pur gibt es mit dem Einstiegsmodell Trend zum recht plausiblen Preis von knapp 31.000 Euro, hier kommt bereits die 116-PS-Variante (85 kW) des 1.5 eTSI mit Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz, die den neuen T-Roc zum Modellstart prägt – weder Dieselmotoren noch Handschalt-Varianten sind verfügbar. Bis etwas zeitversetzt auch ein kräftiger Mildhybrid mit 2,0-l-Turbo-Benziner bestellbar sein wird, ist die 150-PS-Version (110 kW) des kleinen Mildhybrid-Antriebs der stärkste Motor im T-Roc – ihn haben wir zum ersten Test geordert und die Leistungsschau durch die umfangreiche R-Line-Ausstattung sowie einen nahezu kompletten Satz an Optionen abgerundet. Der Testwagenpreis landet so bei strammen 48.585 Euro – vermutlich jenseits eines normalbürgerlichen Budgets (alle Preise: Stand Februar 2026).
Gutes Raumangebot und effizienter Antrieb
Glücklicherweise geht es auch günstiger: Die schnelle Gegenprobe im VW-Konfigurator wirft einen 36.000 Euro teuren 150-PS-T-Roc aus, nur ohne die größtenteils entbehrlichen Luxus- oder Komfort-Optionen unserer All-inclusive-Variante. Die solide gebaute Karosserie gibt es hier ebenso wie eine erfreulich gute Material- und Qualitätsanmutung, eine gefällige Ergonomie und Funktionalität sowie das spürbar gewachsene Raumangebot.
Im neuen VW T-Roc sitzt man nun nicht nur in der ersten Reihe sehr entspannt, sondern auch im Fond. Selbst für Großgewachsene zwickt und zwackt der VW trotz seiner beinahe coupéhaft geschnittenen Karosserie nirgends, und in den 475-l-Kofferraum passt der Alltag kleiner Familien ebenso wie das Reisegepäck eines unternehmungslustigen Duos.
Auch der 150 PS (110 kW) starke 1,5-l-Mildhybrid-Antrieb ist über alle Ausstattungslinien hinweg derselbe: effizient und spritzig. Mit einem realitätsnahen Testverbrauch von 6,5 l Super auf 100 km kann sich der starke eTSI sehen lassen, und die knackige Leistungscharakteristik gefällt ebenfalls: Der Motor tritt entschlossen an und dreht willig hoch, er wirkt so im Alltag, in der Stadt, aber auch in kurvigen Fahrfreude-Momenten quirlig und dynamisch. Dazu kommen eine gefällige Laufkultur und eine zurückhaltende Geräuschentwicklung.
Erst im Autobahneinsatz zeigt der Antrieb sein Downsizing-Konzept: Für höhere Geschwindigkeiten braucht der T-Roc 1.5 eTSI viel Anlauf, und wenn es in beladenem Zustand ums Halten des Reisetempos auf herausfordernden Steigungen geht, könnte das Beharrungsvermögen besser sein. Der VW löst das im Test durch entschlossene Drehzahlen, wird dann aber kernig und laut.
Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet schnell und direkt, die Steuerung der getesteten R-Line-Version mit ihrer serienmäßigen Fahrprofilauswahl hält allerdings im Sportmodus immer wieder etwas zu lange die großen Gänge. Wer sich dadurch im Fahrfluss nicht ausbremsen lassen möchte, muss mit manuellen Schalteingriffen nachhelfen. Zum Eco- oder Comfort-Modus passt diese drehzahlsenkende Abstimmung aber natürlich gut.
Adaptiv-Fahrwerk mit großer Bandbreite
Von den ersten Fahreindrücken vor wenigen Wochen ist uns das T-Roc-Basisfahrwerk noch als ausgesprochen gut abgestimmt in Erinnerung geblieben, unser R-Line-Testkandidat ist allerdings mit dem aufpreispflichtigen DCC-Adaptiv-Fahrwerk (980 Euro, ab Style) ausgestattet und kann das Know-how der Volkswagen-Fahrwerksentwicklung so besonders eindrucksvoll demonstrieren: Im Comfort-Modus rollt der T-Roc souverän über kurze und lange Bodenwellen, der Aufbau bleibt stets gut kontrolliert, ein Wanken und Schlingern gibt es nicht. Auch harte Fahrbahnschläge filtert der Wolfsburger beim Test überraschend gut heraus, und die Fahrbahnanbindung bleibt dabei selbst auf turbulenten Strecken gut – ohne Hoppeln oder Springen.
Am anderen Ende der Skala holt der T-Roc im Sportmodus ebenfalls viele Sympathiepunkte. Mit direkter, aber nicht scharfer Progressivlenkung (Option) schlenzt er um die Ecken. Animierendes Handling mit spürbarer Kontrolle und gelassener Verbindlichkeit zu kombinieren, das ist ein Zeichen hoher Entwicklungsgüte – und der VW T-Roc weist diese Stärke immer wieder gern nach. Lediglich auf der Bremse zeigt der kompakte Volkswagen in wenigen Fällen etwas indifferente Momente: Während die eigentliche Bremswirkung immer unbestechlich gut ist, hat man bei einsetzendem Rekuperieren gelegentlich ein leicht stumpfes Pedalgefühl – wenige Kilometer später nutzt die Steuerungselektronik nur die Scheibenbremsen zum Verzögern, und alles ist wieder ganz präsent.
Fazit
Wer Hightech wie ChatGPT-Sprachbedienung, assistierte Autobahnspurwechsel, vollautomatisches Parken oder Parken per App freischalten will, muss beim T-Roc tief in die Tasche greifen. Wer ein gut gemachtes, funktionales, geräumiges, effizientes und hervorragend abgestimmtes Fahrzeug sucht, nicht unbedingt. Der neue T-Roc kann fast alles, er ist einfach ein gutes Auto.
Technische Daten & Messwerte des VW T-Roc 1.5 eTSI
AUTO ZEITUNG 03/2026 | VW T-Roc 1.5 eTSI |
|---|---|
Technik | |
Motor | 4-Zylinder, 4-Ventiler, Zylinderabschaltung, Turbo (VTG), Direkteinspritzung, Miller-Zyklus, Partikelfilter, Riemen-Starter-Generator, 48-V-Bordnetz |
Hubraum | 1498 cm³ |
Leistung | 110 kW / 150 PS bei 5000–6000 /min |
Max. Drehmoment | 250 Nm bei 1500–3000 /min |
Bohrung / Hub | 74,5 / 85,9 mm |
Verdichtung | 10,5 : 1 |
Antrieb | Vorderrad |
Gewicht | |
Leergewicht (Werk / Test) | 1399 kg / 1458 kg |
Zulässiges Gesamtgewicht | 1980 kg |
Effektive Zuladung | 522 kg |
Gewichtsverteilung (v / h) | 60,6 / 39,4 % |
Anhängelast (gebr. / ungebr.) | 1500 kg / 730 kg |
Dachlast / Stützlast | 75 kg / 80 kg |
Abmessungen | |
Gesamtmaße (L / B (m. Außenspiegeln)/ H) | 4373 / 1828 (2044) / 1573 mm |
Radstand | 2629 cmm |
Kofferraumvolumen | 475 – 1350 l |
Fahrleistung | |
0 – 50 km/h | 3,2 s |
0 – 100 km/h | 8,8 s |
0 – 150 km/h | 19,2 s |
Höchstgeschwindigkeit | 212 km/h |
Bremsweg | |
100 – 0 km/h (kalt / warm) | 35,3 / 33,6 m |
50 – 0 km/h / 150 – 0 km/h | 8,9 / 74,5 m |
Verbrauch & Reichweite | |
WLTP-Verbrauch auf 100 km | 5,5 l S / 100 km |
Testverbrauch auf 100 km | 6,5 l S / 100 km |
Tankvolumen / Reichweite | 50 l / 769 km |
Umwelt & Abgas | |
Abgasnorm | Euro 6e-bis |
CO2-Emission | 126 g/km |
Preis | |
Grundpreis | 36.775 € |
Testwagenpreis | 48.585 € |
Rabatt | 24 % / 8.821 € |
Steuer & Versicherung | |
Kfz-Steuer pro Jahr | 94 € |
KH / VK / TK Typklassen | 12 / 19 / 20 |
KH / VK / TK Versicherung | 494 / 833 / 156 € |
Wartung & Garantie | |
Serviceintervall | 24 Monate / nach Anzeige (Ölwechsel & Inspektion) |
Garantie Gesamtfahrzeug | 2 Jahre |
Garantie Lack / Rost | 3 Jahre / 12 Jahre |
Mobilitätsgarantie | Von Service zu Service |

















