VW Passat Variant R36: Der 300 PS VR6-Raumgleiter
Ein fehlgeleiteter Audi-BMW-Mercedes-Konkurrent? Ein Wagen für spezielle Understatement-Suchende? Der stärkste Standard-Passat unnötig wie ein Kropf? Ganz egal: 2008 leistete sich Volkswagen den VW Passat Variant R36. Hurra!
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Auf dem Siegertreppchen der stärksten Passats steht der VW Passat R36 auf der Spitzenposition. Mit 300 PS (220 kW) ist das limitierte Sportmodell der leistungsstärkste Passat, der je in Serie ging. Es gibt ihn wohl hauptsächlich deshalb, weil man mit den R-Modellen signalisieren möchte: Ein VW ist kein Auto, sondern ein Prinzip. Ein Passat ist kein Konkurrent zu Vectra, Mondeo und Co., sondern genau andersherum. Willkommen in der Passat-Klasse. Und selbstverständlich muss diesen Wagen von ganz bieder bis ganz böse geben. VW ist schließlich für alle da. Ob der VW Passat R36 nun von bodenständig gebliebenen Erfolgsmittelständlern oder von erfolgreichen Bodenständlern gefahren wird, von sportiven Familienvätern oder familiären Sportlern – alles reine Spekulation.
Der Reiz des VW Passat R36 Variant liegt vielleicht gerade darin, sich so unverschämt gekonnt zwischen alle Stühle zu setzen. Kein bisschen selbsterklärend, überhaupt nicht logisch. Er fegt mit wunderbarer Kontrolle um die Ecken, sämiger Gegendruck im Lenkrad, Präzision wie aus dem Lehrbuch. Kein Untersteuern, kein Schieben, nichts. Stattdessen baut der wuchtig drückende 3,6-l-Benziner über den Allradantrieb eine autoritäre Kraftkette auf, die den großen Kombi bei dezent angelegtem Kurvengas mit sauber gescheitelter Neutralität um den Radius zieht.
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Der VW Passat (2024) im Fahrbericht (Video):

Der ultimativste VW Kombi: VW Passat Variant R36
Im VW Passat R36 Variant passt zur kleinen Kurvenjagd getrost auch Klassikradio. Ein extrem sportliches Auto ist er trotzdem nicht: Etwas zu schwer, zu gefiltert. Und zum machtvoll raumgreifenden Distanzgleiter taugt der R36 Variant ebenfalls nicht kompromisslos. Der Abroll-Komfort ist durch die sportive Orientierung keineswegs verdorben, aber doch eingetrübt. Handelsreisende fahren statt R besser die Ausstattungsvariante Comfortline. Der Motor? Ein Souverän. Der Power-Passat verzichtet auf den Turbo und zieht seine Leistung allein aus Hubraum und Drehzahl. Sein maximales Drehmoment von 350 Nm ruft der R36 zwischen 2400 und 5300 Umdrehungen/Minute ab. Außerdem setzt der Sechszylinder auf Direkteinspritzung und Vierventiltechnik.
Zieht gut, dreht ordentlich – ist dann aber auch wieder den Sportwagen-Spezialisten dieser Disziplinen unterlegen: Ein großer Diesel würde den R36 in Sachen Durchzug unverschämt richten, ein giftig fräsender Sportmotor deutlich mehr Nackenhaare aufstellen. Den Sprint von Null auf 100 meistert der VW Passat R36 Variant in 5,8 s, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ist Schluss. Was bleibt, ist die Freude am heiser trompetenden Motorsound, am perfekt schaltenden DSG-Getriebe, an der beinahe edel wirkenden Passagierkabine, den stilsicher angerichteteten R-Extras. Und plötzlich ist dieser VW Passat R36 Variant gar nicht so schwer zu verstehen: Er ist einfach ein beeindruckend gemachtes Auto. Es gibt garantiert einen passenderen Passat für individuelle Funktionszwecke, aber keinen Passat, der so viel Passat ist.
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Technische Daten des VW Passat Variant R36
AUTO ZEITUNG 15/2007 | VW Passat Variant R36 |
Zylinder/Ventile pro Zylin. | 6/4 |
Hubraum | 3597 cm³ |
Leistung | 220 kW/300 PS 6600/min |
Max. Gesamtdrehmoment bei | 350 Nm 2400–5300/min |
Getriebe/Antrieb | 6-Gang-DSG/Allrad |
L/B/H | 4774/1820/1517 mm |
Leergewicht | 1747 kg |
Bauzeit | 2008 – 2010 |
Stückzahl | 6792 |
Beschleunigung null auf 100 km/h | 5,8 s |
Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h |
Verbrauch auf 100 km | 10,5 l SP |
Grundpreis (Jahr) | 46.400 Euro (2008) |














