VW Multivan Camper: Darum verkauft VW einen leeren California
Mit einem ganz besonderen Angebot richtet sich die britische VW-Vertretung speziell an professionelle Camper-Ausbaubetriebe. Den VW Multivan gibt es auf der Insel nun auch als leere Camper-Hülle. Bleibt nur die Frage: Warum?
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Leerer California für 60.000 Euro: Lohnt sich der Multivan Camper?
„Do-It-Yourself“ ist auch in der Campingwelt das Zauberwort für die günstigste Art, an ein bewohnbares Fahrzeug zu kommen. Oft sind heruntergewirtschaftete Lieferwagen die Basis für die Ausbauten in Eigenregie. Ach wie schön wäre es doch, wenn ein VW Multivan schon als umbaubare California-Hülle existieren könnte …
VW Nutzfahrzeuge hat wohl erkannt, dass es dafür tatsächlich einen Markt geben muss und verkauft sozusagen einen „leerer“ California. Seit Februar 2026 bietet nun auch die offizielle VW-Vertretung im Vereinigten Königreich den VW Multivan Camper an – und macht zugleich mit einer Meldung das wohlgehütete Geheimnis erstmals publik. Den Multivan Camper gibt es ausschließlich mit langem Radstand und entweder dem 2.0 TDI mit 150 PS (110 kW) oder dem 245 PS (180 kW) starken Plug-in-Hybridantrieb. Ganz leer ist die Camper-Hülle natürlich nicht: es fehlen lediglich Rücksitze, Möbel und Bodenbelag. Drehbare Vordersitze, ein manuelles Aufstelldach, zwei Schiebetüren und Seiten- wie Deckenverkleidung sind im zukünftigen Wohnraum dagegen inklusive.
Mindestens 52.680 britische Pfund inklusive Mehrwertsteuer, umgerechnet knapp 61.050 Euro (Stand: März 2026) verlangt VW UK für den leeren California-Lookalike. Zum Vergleich: Der günstigste VW California Beach – dann immerhin mit Rücksitzen – kostet bei uns 64.962 Euro, und damit nur minimal mehr. Lohnt sich das leere Modell dann überhaupt?
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VW Multivan Camper nur für professionelle Ausbauer gedacht
VW UK meint: Ja. Denn zum einen kostet der VW California in Großbritannien umgerechnet bereits mindestens 74.647 Euro, zum anderen möchte VW so „Abfall durch unnötige Teile“ vermeiden, wie eben Rücksitze und Bodenbeläge. Wichtig ist zudem auch, wer den leeren Van überhaupt kaufen darf, denn die Zielgruppe sind nicht private Hobby-Umbauer:innen, die sich den Traum vom günstigen DIY-California erfüllen wollen. Das Angebot, sowohl in Deutschland als nun jüngst auch in Großbritannien, sind professionelle Betriebe. Diese erhalten so viel Raum für freie Entfaltung – und können so vom einfachen Surfer-Bus bis zum Luxusausbau nach Herzenslust loslegen.
Dass der Umbau am Ende aber günstiger als ein VW California „von der Stange“ sein dürfte, ist dennoch unwahrscheinlich. Je nach Ausbau kommen schnell Summen von bis zu 20.000 Euro zusammen, je nach Kundenwunsch natürlich noch mehr. Der große Vorteil für Ausbauer ist jedoch das Fahrzeug: Da das Aufstelldach bereits inklusive ist, fallen umständliche Arbeitsschritte und hohe Kosten weg. Zudem lässt der komplett leergefegte Innenraum alle Freiheiten, die für einen kreativen Ausbau nötig sind, ohne einen kargen Lieferwagen bestellen zu müssen.
Zudem profitieren Betriebe von Anschaffungskosten ohne Mehrwertsteuer. Damit kostet der VW Multivan Camper in Großbritannien nur umgerechnet 50.871 Euro für den Diesel, beziehungsweise 58.780 Euro für den Hybrid.
VW UK und Camperausbauer: Zusammenarbeit mit Tradition
Bereits 2021 hat VW UK mit dem sogenannte „Motorhome Qualification Scheme“ ein Programm ins Leben gerufen, dass qualifizierten Ausbaubetrieben in Großbritannien die Zusammenarbeit mit dem Autobauer erleichtert. Mitmachen dürfen jedoch nur professionelle Umbaubetriebe, die vom „National Caravan Council“ (NCC), dem britischen Caravaning-Branchenverband, zugelassen sind und sich auch an die geltenden Sicherheitsvorschriften für Campingfahrzeuge im Vereinigten Königreich halten sowie alle gültigen Regularien für die Camper-Zulassung nach britischen Bestimmung erfüllen.
Die aus dem Programm entstandenen Campingfahrzeuge erhalten weiterhin die Herstellergarantie von VW auf Multivan und Co., beziehungsweise müssen die Betriebe eine Garantie auf das Fahrzeug geben, die ebenbürtig zu der von VW ist. Die britische VW-Vertretung möchte, dass die Ausbauer „hinter ihren Produkten stehen“, wie der Autobauer in der Vorstellung des Programms schreibt.
Aber auch VW Nutzfahrzeuge in Deutschland verkauft den Multivan mit Aufstelldach an professionelle Ausbaubetriebe. Das Camper-Programm wurde auch hierzulande bereits mit dem T6.1 ins Leben gerufen.
Fazit
So schön der Traum vom eigenen California auch sein mag, DIY-Umbauer:innen müssen ihn zumindest mit dem VW Multivan Camper begraben. Professionelle Ausbauer dürfen sich dagegen freuen: Weniger Umbau-Aufwand, ein modernes Basisfahrzeug und günstige Geschäftskunden-Preise dürften den ein oder anderen California-Konkurrenten auf den Plan rufen – wenn auch nicht unbedingt mit Sparpotenzial für Endkund:innen.
Quellen
VW UK











