Sitzprobe

VW ID. Polo: Erste Bilder & Eindrücke zum Interieur

Wir durften uns den Innenraum des VW ID. Polo noch vor der offiziellen Premiere 2026 näher anschauen. Unser erster Eindruck!

Blick auf die Armaturen im Innenraum des VW ID.Polo.
Das sieht gut aus: Die nervigen Touch-Slider und unlogische Bediensysteme sind in der elektrischen Kleinwagenklasse von VW passé. Foto: VW
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Unsere erste Sitzprobe im VW ID. Polo

Vor dem Tür-Öffnen holst Du lieber noch einmal tief Luft. Schließlich geht es um einen VW ID. Polo und damit eine Marke, die es jüngst noch für modern hielt, mit nicht beleuchteten Klima-Reglern, schlüpfrigen Mini-Volume-Slidern, zwei Fensterheber-Tasten für vier Seitenscheiben und anderen Bedienkonzept-Großtaten zu verblüffen. Beinahe genug Ärgernis, um sein Urvertrauen in die von Volkswagen über Jahrzehnte aufgebaute Funktionalitäts-Doktrin zu verlieren.

Nach dem ersten, vorsichtigen Blick ins Cockpit dürfen wir aber nicht nur Entwarnung geben, sondern sogar Lust auf mehr machen. Denn mit dem ID. Polo ist VW nicht nur auf dem Pfad der Ergonomie- und Funktionalitätstugend zurück, sondern die Marke scheint dem digitalen Gehetztsein sogar mit einem schönen Funken Lebensfreude entkommen zu sein.

Die ID. Polo-Studie VW ID.2all im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Viel Stoff, matte Oberflächen und – Knöpfe!

Der erste Eindruck? – luftig und aufgeräumt. Der VW ID. Polo ist mit vielen Wohlfühl-Materialien eingerichtet, entzieht sich aber dem anderswo üblichen Trend zum Dekorativen, etwa Klavierlack und andere, schnell vertappste, spiegelnde Hochglanz-Oberflächen. Stattdessen großzügige Stoffbezüge, seidenmatt-funktionale Oberflächen und ein beruhigender Satz von analogen Schnittstellen: Knöpfe, Kipphebel und Schalter.

Die Vordersitze und das Armaturenbrett des VW ID. Polo von der Seite fotografiert.
Foto: VW

Es beginnt mit dem gewohnten Joystick zur Außenspiegelverstellung, setzt sich mit adäquaten vier Fensterheber-Tasten fort und wenn man bei der Türentriegelung angekommen ist, lernt man dort ein sich durchziehendes Design- und Haptikelement kennen – eine gerändelte Griffleiste als griffiger Fingerkuppenschmeichler. Das findet sich genau so auch an den Luftausströmern und an der Schnellzugriffs-Knopfleiste für Klimaanlage und Warnblinker wieder.

Die Mittelkonsole des VW ID. Polo ist zweistöckig ausgelegt, unten gibt es große Ablagen und USB-Anschlüsse, oben die obligatorischen Becherhalter, ein Drehregler für die Audiolautstärke und ein Ladefläche fürs Smartphone. Auf den Lenkradspeichen sind die üblichen Funktionsverdächtigen abgelegt – ausreichend dimensioniert und beleuchtet, als Knöpfe mit klarem Druckpunkt.

Das Infotainmentsystem im Check

Die Retro-Tachoanzeigen im VW ID. Polo.
Foto: VW

Natürlich ist der VW ID. Polo trotz aller analogen Mensch-Maschine-Schnittstellen modern digital arrangiert, ein 10,25 Zoll-Display übernimmt die Instrumentenanzeige, das 13 Zoll-Touch-Zentraldisplay den Rest. Alles liegt gut erreichbar und in den direkten Blickachsen, die Anzeigen sind angenehm schnörkellos gezeichnet.

Die Software-Funktionsmacht lässt sich intuitiv und ohne überflüssige Ablenkung bedienen, touchendes Wühlen in Untermenüs muss hier nicht sein. Wem dieses herrlich sachliche Auto-Gegenüber am Ende dann doch zu emotionslos ist, darf sich über ein ganz besonderes Geschenk freuen, das VW den Fans macht: Auf Knopfdruck lässt sich die komplette Anzeige in einen „Retro“-Modus schalten, die Instrumente erinnern dann an den VW Golf 1 und das Zentraldisplay darf in Nostalgie schwelgen. Die Kartenanzeige des Navigationssystems hat nun sichtbare Falt-Eselsohren, in der Anzeige des Soundsystems drehen sich gemütlich die Spulenräder einer Musik-Kassette.

Zahlreiche Elemente aus Recycling-Material

Der Dachhimmel und die Sitzbezüge im angenehm geräumigen Cockpit des VW ID. Polo sind ebenso wie die Stoffe auf der Armaturentafel oder in den Tür-Innentafeln allesamt zu 100 Prozent aus recyceltem Polyethylenterephthalat gefertigt – einem Material, das man sonst von PET-Flaschen kennt. Für die Sitze der Topausstattung kommt zudem ein aus Seaqual-Garn hergestelltes Gewebe zum Einsatz, aus den Ozeanen gefischtes und recyceltes Meeresplastik. Selbst die Zierleisten der Topversion bestehen aus recyceltem Material – und sehen dabei deutlich hochwertiger aus, als so manche Pseudo-Holz-Metall-Klavierlack-Orgie anderswo.