Heißt der VW ID.3 bald ID. Golf? Das spricht dafür & dagegen
Wie inzwischen aus verlässlichen Quellen durchgesickert ist, soll der VW ID.4 bald ID. Tiguan heißen. Könnte eine Annäherung ans Verbrenner-Pendant auch beim VW ID.3 bevorstehen?
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Modellnamen sind mehr als nur eine oberflächliche Kleinigkeit – besonders bei jahrzehntelang etablierten Bezeichnungen wie VW Golf oder Polo kreieren sie Marken und schaffen Vertrauen sowie Identifikation. Millionen Menschen haben solche Modelle bereits ihr Eigen genannt und verbinden mit den Namen (bestenfalls) Positives.
Aus diesem Grund greift VW mit Namen wie ID. Polo für den elektrischen Kleinwagen auf ein schier unbezahlbares Potenzial zurück. Gleichzeitig nimmt Wolfsburg aber auch ein Risiko in Kauf: Floppt ein Elektromodell mit etabliertem Namen, könnte das auch am Image des gleichnamigen Verbrenners kratzen, der womöglich noch einige Jahre Profit abwerfen soll. Ganz zu schweigen davon, dass der Name schlimmstenfalls auch für die Zukunft verbrannt ist.
Unter diesen Gesichtspunkten ist es höchst interessant, dass der kommende ID.4 wohl ID. Tiguan heißen soll. Das wirft die Frage auf: Könnte das voraussichtlich 2026 anstehende ID.3 Facelift passend dazu in ID. Golf umgetauft werden?
Der VW Golf im Video

Pro: Das spricht für eine Umbennung in ID. Golf
Denkbar ist alles – orientiert sich der ID. Polo optisch noch eng am Verbrenner-Pendant, scheint sich der ID. Tiguan ersten Erlkönigsichtungen zufolge noch immer stark von der etablierten Hubkolben-Version zu unterscheiden. Demnach wäre auch ein ID. Golf realistisch, der mehr nach ID.3 als nach Golf aussieht. Letztlich bauen Autohersteller aber natürlich immer das, von dem sie denken, dass es sich am besten verkauft. Also läuft es letztlich auf diese Frage hinaus: Könnte die VW-Kundschaft einen ID. Golf auf ID.3-Basis tatsächlich annehmen?
Ein Blick auf die Zulassungszahlen zeigt: Zumindest in Deutschland nähern sich ID.3 und Golf an. Wurde der Golf 2024 noch rund fünf Mal so oft neu zugelassen wie der ID.3, stehen 2025 noch 85.023 Zulassungen den 31.938 des Elektrikers gegenüber. Preislich startet der Golf im Januar 2026 bei 29.395 Euro und damit circa 4000 Euro unter dem ID.3 – durchaus ein Unterschied, aber weit weg von den riesigen Differenzen anderer Hersteller, zumal der Stromer von der 2026 eingeführten E-Auto-Förderung profitiert. Man könnte also die These aufstellen, dass es dem ID.3 den letzten nötigen Schub verpassen könnte, wenn er einen so beliebten Namen trägt.

Contra: Darum sollte VW den ID.3 nicht umbenennen
Was gegen eine Umbenennung des ID.3 in ID. Golf spricht: Designtechnisch spricht er eine andere Zielgruppe an. Der Golf war immer auch für junge Menschen interessant und repräsentierte eine gewisse Dynamik. Da schlägt der ID.3 mit seinem rundlichen Design und eher hochbeinigen Auftritt in eine andere Kerbe. Auch wenn er als GTX durchaus sportlich fährt, macht es nicht den Anschein, dass er für die jungen Wilden den „Will-Haben-Faktor“ eines GTI mitbringt.
Bislang wird beim kommenden ID.3 von einem Facelift ausgegangen und von keiner gänzlich neuen Generation. Daher dürfte er kaum mit einer grundsätzlich neuen Silhouette aufwarten. Hier ließe sich also die These aufstellen: Lieber ein paar Jahre warten und ein Golf-ähnlicheres Modell entwickeln als den Namen mit einem Auto zu verwässern, das an der Zielgruppe vorbei fährt.
Die Umbenennung während eines laufenden Modellzyklus kann nach außen wie eine halbherzige Marketing-Aktion wirken statt wie ein ernsthafter Versuch, den entsprechenden Modellnamen in die Zukunft zu führen. Umso erstaunlicher ist der Mut, dass VW genau das beim ID. Tiguan zu versuchen scheint – ob die Marke auch die Courage hat, selbiges beim ID.3 mit dem ID. Golf umzusetzen? Ich setze da mal ein Fragezeichen dran.
Quellen
Automobilwoche
IG Metall Emden
Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)
SH Proshots
VW
Eigene Recherche








