Drei Thule-Dachboxen im Test: Welche ist die Beste?

Tauglich, aber teuer: Dachboxen von Thule haben einen guten Ruf, gelten jedoch als kostspielig. Wir haben im Test geprüft, ob diese Reputation gerechtfertigt ist und welche Thule-Box die Beste ist. Hier sind die Ergebnisse!

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Collage aus drei Bildern mit Thule-Dachboxen, fotografiert beim Fahrdynamiktest, Beladen und bei der Dichtigkeitsprüfung.
Drei Thule-Dachboxen im Test Foto: Collage: AUTO ZEITUNG Fotos: Zbigniew Mazar

Wir haben die drei populärsten Thule-Dachboxen einem Härtetest unterzogen. Durch- oder gar abgefallen ist dabei keine.

Thule Motion 3 im Test auf dem Dach eines VW Tiguan, fotografiert von schräg hinten.
Thule Motion 3 im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Die Thule Motion 3 L zeigt fast keine Schwächen und holt sich den Testsieg, mit satten 91 Punkten. 

Thule Motion 3 im Test, Detailansicht einer Befestigungskralle am Dachgepäckträger, fotografiert von der Seite.
Thule Motion 3 im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Wie die anderen Thule-Dachboxen krallt sich die Motion 3 an Querträger mit rundem, ovalem oder eckigem Querschnitt. Sehr praktisch. 

Thule Motion 3 im Test mit Löschpapier bei der Dichtigkeitsprüfung, fotografiert von schräg oben.
Thule Motion 3 im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Diese PowerClick genannten Schraubschlitten verfügen über eine integrierte Drehmomentbegrenzung und schließen eine Fehlmontage praktisch aus. Sehr pfiffig.

Tester beim Beladen der Thule Force 3 im Test, fotografiert von schräg hinten.
Thule Force 3 im Test Foto: Zbigniew Mazar

Die Thule Force 3 ist zwar die günstigste der drei Probanden, hat aber viele Talente von ihren teureren Schwester-Modellen geerbt. Sehr schön.

Thule Force 3 bei der Dichtigkeitsprüfung, fotografiert von schräg vorn.
Thule Force 3 im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Wie die anderen Probanden musste auch die Thule Force 3 die Dichtigkeitsprüfung mit Beschuss durch einen Hochdruckstrahler überstehen.

Thule Force 3 im Test mit Löschpapier bei der Dichtigkeitsprüfung, fotografiert von schräg oben.
Thule Force 3 im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Dabei gab es nur einen Befund: sehr trocken.

Thule Vector im Test beim Ausweichtest auf einem VW Tiguan, fotografiert von der Seite.
Thule Vector im Test

Die Thule Vector ist besonders lang sowie niedrig und sieht dadurch schnittig aus. Für Klein- oder Kompaktwagen ist das allerdings nicht ideal.

Tester beim Schließen der Thule Vector im Test nach der Beladung mit Skiern, fotografiert von schräg hinten.
Thule Vector im Test Foto: Zbigniew Mazar

Dafür nimmt es die Thule Vector L auch mit bis zu 2,05 m langen Skiern auf. Auch das helle Interieur und die Filzauflage machen die Vector im Vergleich zur Nobelbox.

Etwas Wasser in der Thule Vector bei der Dichtigkeitsprüfung, fotografiert von oben.
Thule Vector im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Von der kalten Dusche mit dem Hochdruckstrahler blieb das Gepäck in der Thule Vector ungerührt... bis wir den Deckel öffneten. Dann kullerten einige Tropfen von der glatten Oberfläche direkt in die Box.

Motion 3, Force 3 oder Vector: Thule-Dachboxen im Test

Welche Dachbox die Beste ist, erfährt man nicht im Katalog, sondern beim Ausprobieren. Wir haben genau das gemacht, um die beste Dachbox aus dem Thule-Sortiment zu filtern: So wurden die Gepäckboxen Motion 3, Force 3 und Vector ausgepackt, vermessen, auf den Träger geschraubt, beladen und getestet. Und das sowohl unter Alltagsbedingungen als auch auf der Teststrecke. Das Ergebnis: Alle drei Thule-Boxen sind zumindest gut, eine sogar sehr gut. Welche für welchen Zweck am besten geeignet ist, steht hier.

Thule-Dachboxen im Überblick

Testsieger
Thule Motion 3 L
Thule Motion 3 L
Preis-Leistungssieger
Thule Force 3 L
Thule Force 3 L
Sehr empfehlenswert
Thule Vector L
Thule Vector L
 
Thule Gopack Backpack Set Rucksäcke, 4-er-Set
Thule Gopack Backpack Set Rucksäcke, 4-er-Set
 
Thule Multilift 572 Aluminum One-Size
Thule Multilift 572 Aluminum One-Size
Unsere Bewertung
4,1/5
Unsere Bewertung
3,8/5
Unsere Bewertung
3,6/5
Unsere Bewertung
0,0/5
Unsere Bewertung
0,0/5

Testsieger: Thule Motion 3 L

Eine der größten Stärken der Thule Motion 3 ist ihre Vielseitigkeit. Je nach Fahrzeuggröße und Kund:innenwunsch gibt es sie mit 300 (S) bis 600 l (XXL) Ladevolumen. Und dabei variieren nicht nur die Deckelhöhe, sondern auch die Breite und Länge der Motion 3. Da ist eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei. Wir haben sie als L mit nominal 450 l Stauraum geprüft und konnten kaum Schwachpunkte finden. Die Motion 3 L ist mit 20 kg noch nicht zu schwer, um sie notfalls allein aufs Autodach zu hieven. Mit ihrem wahlweise titansilber oder schwarz glänzenden Deckel wirkt sie sehr wertig. Dank der Schraubschlitten, die mit einer integrierten Drehmomentbegrenzung eine Fehlmontage praktisch ausschließen, krallt sie sich schnell und sicher an handelsübliche Querträger.

Das Gepäck lässt sich sowohl von der rechten als auch der linken Seite bequem in der großen Box verstauen. Mit den drei Spannriemen im Lieferumfang kann man bis zu 1,85 m lange Skier oder insgesamt 75 kg Gepäck festzurren, das zusätzlich durch einen Crashschutz an der Vorderseite der Box geschützt wird. Auch die Dichtigkeitsprüfung überstand die Thule Motion 3 ohne Befund. Wenn wir wirklich Haare in der Suppe suchen, gäbe es nur zwei kleine Anmerkungen: Das an sich solide Schließsystem könnte ab Werk eine bessere Schmierung vertragen. Und die fünfjährige Garantie erfordert eine Registrierung, sonst verkürzt sich die Frist auf nur zwei Jahre. Dennoch ist diese Box ein echter Tausendsassa, der sich den Testsieg und mit 91 Punkten auch die Note "Sehr gut" redlich verdient.

Die Montage der Thule Motion 3 im Video erklärt:

Preis-Leistungs-Sieger: Thule Force 3 L

Schon beim Auspacken fällt auf: Im Vergleich zu den anderen getesteten Thule-Boxen ist die Force 3 mit 18 kg Eigengewicht in Größe L (450 l) deutlich leichter. Auch auf die edle Lackierung muss die Einsteiger-Box zugunsten einer einfachen, mattschwarz genarbten Kunststoffoberfläche verzichten. Erhältlich ist die Force 3 in Konfigurationen von 300 (L Sport) bis 500 l (XL) Stauraum. Bei der Montage hat das Leichtgewicht also keinen Nachteil, zumal auch hier die praktischen PowerClick-Schraubschlitten genutzt werden, die in der teureren Motion 3 Dienst tun. Je nach der zugelassenen Dachlast des Autos kann man so auch die maximale Nutzlast von 75 kg leichter ausreizen.

Die Innenlänge von über 1,75 m dürfte den meisten Skifahrer:innen genügen. Beim Verschließen der Box stört allerdings die Instabilität des Deckels. Wenn man die beidseitig öffnende Klappe nicht mit beiden Händen führt oder zu viel Gepäck einlädt, rastet sie nur widerspenstig ein. Funktionell bleibt dies allerdings der einzige Nachteil der Thule Force 3. Denn auch bei den Fahrtests und der Dichtigkeitsprüfung heimste sie Bestnoten ein. Ein sehr würdiger Preis-Leistungs-Sieger.

Sehr empfehlenswert: Thule Vector L

Mit ihrer Länge von 232 cm überragt die Thule Vector L ihre Schwestermodelle deutlich und eignet sich auch nicht mehr für Klein- oder Kompaktwagen mit kurzem Dach. Auch das Gewicht von 30 kg schlägt ins Kontor. Um diese Masse aufs Autodach zu wuchten, sollte man wirklich zu zweit agieren, und bei Modellen mit begrenzter Dachlast dürfte sich der nutzbare Anteil der 75 kg Maximalzuladung durch das Übergewicht der Thule Vector reduzieren. Dafür entschädigt die Box mit einem besonders gepflegten Auftritt. Der Deckel glänzt wahlweise schwarz oder titansilbern und schließt fast so satt wie eine Heckklappe. Montieren und Abschließen gehen ohne Hakelei über die Bühne.

Auch in der langen Kiste geht es ausgesprochen nobel zu. Der innen helle Deckel und die serienmäßige Beleuchtung bringen Licht ins Ladedunkel. Eine dicke, konturierte Filzauflage schützt Gepäck und insbesondere Skier vor Kratzern. Mit etwas mehr Volumen ginge die Vector L glatt als Dachzelt durch. Als reiner Lastesel ist sie aber fast schon zu schade und gegenüber den Motion 3 und Force 3 nur bedingt konkurrenzfähig. Das nominale Ladevolumen begrenzt sich hier auf 360 (Vector M), 380 (Alpine) oder maximal 430 l (L). Die schlanke Form der Thule-Box prädestiniert sie weniger für kleinere Umzüge als für den klassischen Skiurlaub, bei dem sie mit 205 cm nutzbarer Ladelänge glänzt. Ein nicht nur kosmetischer Nachteil: Die Thule Vector hält zwar Starkregen stand. Wenn allerdings danach noch Tropfen auf dem Deckel bleiben, kullern diese beim Öffnen des Deckels ungehindert aufs Gepäck. Bei diesem harten Konkurrenzfeld reicht diese Leistung zwar nur noch für den dritten Platz. Trotzdem ist die Thule Vector eine Kaufempfehlung wert.

Bewertung der Thule-Dachboxen im Detail (Tabelle)

Modell (Punkte max.)Thule Motion 3 LThule Force 3 LThule Vector L
Funktionalität (50)434241
Qualität (20)201815
Sicherheit (20)202020
Nachhaltigkeit (10)888
Gesamtpunkte (100)918884
BewertungSehr gutGutGut
PrädikatTestsiegerPreis-Leistungs-SiegerSehr empfehlenswert

Zubehör für Thule-Dachboxen

Thule bietet Zubehörteile für Dachboxen an, die den Transport, die Nutzung und die Aufbewahrung noch komfortabler machen.

Dachboxentaschen (Thule GoPack Backpack):
Speziell auf den Innenraum der Box zugeschnittene Rucksäcke, mit denen man das Ladevolumen optimal nutzen kann.

Dachboxenschutz (Thule Box Cover):
Schutzhülle für die Dachbox während der Lagerung, schützt vor Staub und Kratzern.

Dachbox-Hebesystem (Thule Box Lift):
Deckenlift Multilift zum einfachen Verstauen der Dachbox in der Garage – ideal zum Anbringen, Abnehmen und Lagern.

Innenbeleuchtung (Thule Box Light):
Einige Modelle bieten eine optional nachrüstbare Beleuchtung, die das Ein- und Ausladen im Dunkeln erleichtert. Bei der Thule Vector ist dies bereits serienmäßig der Fall.

So haben wir getestet

Wir haben die Thule-Dachboxen im Rahmen unseres großen Dachboxen-Vergleichstests direkt am Auto getestet, einem VW Tiguan 1.5 eTSI. Die Boxen wurden, sofern es die Anleitung nicht anders vorgab, bis zur maximal erlaubten Dachlast beladen – neben Gewichtssäcken auch mit typischem Dachboxengepäck wie Skiern, Snowboard, Schlafsäcken und Taschen. Die Thule Force 3, die 2024 noch nicht erhältlich war, wurde nachträglich 2025 mit identischem Testprotokoll an einem Volvo XC 90 T8 geprüft.

Bei der Montage der verschiedenen Boxen achteten wir insbesondere auf den Zeitaufwand und ob für die Installation nicht mitgeliefertes Werkzeug nötig war. Beim Beladen gab es Punkte für den Bedienkomfort, Sicherungs- und Schließsysteme zu vergeben.
 

Der Testwagen mit Box auf dem Dach absolviert nach dem Ausweichen eine Vollbremsung.
Foto: Zbigniew Mazar

Im Fahrdynamik-Test simulierten wir ein kombiniertes Brems- und Ausweichmanöver aus 130 km/h, um die Sicherheit der Befestigungen im Ernstfall zu prüfen. Abschließend folgte ein Bewässerungstest mit 83 l Wasser in zehn Minuten per Hochdruckstrahl von unten im 30-Grad-Winkel – so wie bei starkem Regen während der Fahrt.

Welche Thule-Dachbox ist die beste?

Aus unserem Vergleichstest ging klar die Thule Motion 3 als beste Dachbox aus dem Thule-Sortiment hervor. Mit 91 von 100 erreichbaren Punkten heimste sie die Bestnote "sehr gut" ein.

Fazit

Unser Test zeigt: Der gute Ruf der Thule-Dachboxen kommt nicht von ungefähr. Und zumindest bei den Thule Motion 3 und Force 3 erscheint der Aufpreis gegenüber den meisten Konkurrenz-Dachboxen gerechtfertigt, wenn man den Dachboxenkauf als langfristige Investition ansieht. Ob das allerdings auch für die zwar schnieke, aber erheblich teurere Thule Vector gilt, steht auf einem anderen Blatt.