Subaru Justy mit V8: Stadtfloh wird zum Dragsterschreck
Mit Leistung protzen war nie die Kernkompetenz des Subaru Justy. Deshalb hat ein Brite dem kleinen Japaner einen V8 und zwei Turbos eingepflanzt, die den Winzling antreiben wie ein Teilchenbeschleuniger.
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Der Dreizylinder des Justy musste einem V8 von Lexus weichen
Wer in den 1980er Jahren nach einem kleinen Allradler mit straßenüblicher Bodenfreiheit suchte, kam kaum am Subaru Justy vorbei. Der Japaner sah aus wie ein Kleinwagen und fuhr auch so – markentypisch selbst auf verschneiten Bergstraßen, die er mit seinen vier angetriebenen Reifchen mutig erklomm. Besonders hurtig ging es dabei nicht zu. Der 1,2-Liter-Motor entfesselte maximal 73 PS (54 kW). Viiiiiiel zu wenig für James Dominik. Der schräge Brite wuchs quasi im familieneigenen Justy auf und schürfte schon im zarten Alter von sechs Jahren im Ölsumpf des Dreizylinders nach verborgenen Kraftreserven. So recht fündig wurde er dabei nicht.
Also nahm Dominik im Erwachsenenalter die Sache in die eigene Hand. Das Motörchen musste einem V8 aus dem Lexus-Regal weichen, aufgefrischt mit Schmiedekolben und anderen Goodies. Und da dieser Vierliter-Sauger noch immer nicht den Anforderungen des Petrolheads genügte, flanschte er ihm zwei Turbos an, jeder so groß wie ein Basketball. Eigentlich passt so ein Brocken von Motor nicht unter die Haube des Justy. Deshalb flogen die Stirnwand und der gesamte Unterboden raus. Der V8 klammert sich in Längsposition an einen hausgemachten Trägerrahmen, der zugleich als Hinterachsaufnahme dient.
Zwecks Versteifung ist der Innenraum von einem massiven Käfig dominiert. Statt einer Rücksitzbank thront ein Alutank vor dem imaginären Gepäckabteil. Die beiden Turbos gucken frech aus Nischen in der Motorhaube, die auch als Torpedorohre durchgingen. Unter dem Stoßfänger lechzen zusätzliche Kühler nach Frischluft. Aus den mit Blech verbreiterten Radhäusern quillen die Reifen auf deutlich erweiterter Spur.
Der wilde Subaru Justy mit V8 im Video
Rund 600 PS befördern den getunten Subaru zum Dragsterschreck
Die wilde Optik entspricht dem überbordenden Charakter des wohl kleinsten Achtzylinders, der auf der Insel zurzeit sein Unwesen treibt. Wenn Dominik am Zündschlüssel dreht, klingen die Fehlzündungen wie bedrohlich naher Artilleriebeschuss. Da der Justy kein Mikrogramm Dämmmaterial spazieren fährt, ist das auch im Innenraum unüberhörbar.
Das Cockpit geriet zur Mixtur aus Serienstand, wie etwa dem Lenkrad und der Uhr, und zweckentfremdeten Teilen wie dem 4WD-Hebel, der nun als Schalter der Launch Control dient. Das Tremec-Getriebe reicht geschätzte 600 PS (441 kW) allein an die Hinterachse weiter, die diese Power mehr schlecht als recht auf den Boden bringt, ohne die Gummis direkt in den gasförmigen Zustand zu verwandeln.
Doch der arme Justy darf sich schon auf noch härtere Proben einstellen. James Dominik ist nämlich in der siebenjährigen Aufbauzeit des Ex-Allradlers der Dragsterszene verfallen. Und dort gelten Kleinwagen mit 600 PS nur bedingt als übermotorisiert. Als Ziel gelten jetzt 1200 PS Leistung. Da dürfte Feintuning nicht reichen. Der Subaru soll dann in weniger als neun Sekunden die Viertelmeile, rund 402 Meter, hinter sich lassen. Noch ist nicht klar, wie genau der Leistungsquantensprung vollbracht werden soll. Aber wenn es klappt, dürfte das Ereignis dem Urknall ziemlich nahekommen.

















