Klein gegen Groß: Skoda Kamiq & Skoda Karoq im Vergleichstest
Skoda setzt seine Segmente dicht aneinander. Kamiq und Karoq gehen dabei besonders intensiv auf Tuchfühlung. Welches SUV bietet das bessere Package? Ein Vergleichstest!
Skoda Kamiq & Skoda Karoq im Vergleichstest
Die Trennlinien verwischen in kaum einer Fahrzeuggattung zwischen den einzelnen Segmenten so auffällig wie bei den SUV. Skoda Kamiq und Skoda Karoq verdeutlichen das besonders auffällig. Beide folgen derselben Designsprache und sehen sich daher auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Erst wenn sie im Vergleichstest dicht beieinander stehen, wird der Größenunterschied sichtbar: Der Skoda Karoq ist 15 cm länger, fünf breiter und neun höher als der Kamiq. Beim Radstand kann dann aber das kleine SUV aus Tschechien ganze zwei mm für sich verbuchen
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Der Skoda Karoq (2022) im Fahrbericht (Video):

Der Karoq wird optional zum Kleintransporter
Auch wegen der nur zwei Millimeter Unterschied beim Radstand ist es im Innenraum zumindest vorne nahezu egal, mit welchem der beiden Skoda man sich auf Reisen begibt: Genügend Bewegungsfreiheit gibt es vorn in beiden Modellen. Im Fond sieht es anders aus. Auch wenn der Skoda Kamiq hinten zwar nicht einengt, ist er aber doch knapper geschnitten als der Skoda Karoq. Gelegenheitsgäste fühlen sich im Kamiq-Fond aber durchaus wohl.
Das mit 400 bis 1395 l im Vergleich deutlich kleinere und mit der asymmetrisch vorklappbaren Lehne bei weitem nicht so variable Ladeabteil des Kamiq überzeugt auf langen Reisen nicht ganz. Der Skoda Karoq bietet in der Basis bereits zwischen 479 bis 1630 l Stauraum. Zudem offeriert Skoda für sein mittleres SUV – am oberen Ende des Angebots rangiert noch der Kodiaq – das "Sitzsystem Varioflex" (700 Euro Aufpreis).
Damit ziehen dann drei Einzelsitze in den Fond des Skoda Karoq ein. Diese lassen sich komplett herausnehmen, wodurch sich das Ladevolumen auf üppige 1810 l erhöht. Zudem lassen sich die Sitze in Längsrichtung verschieben und ihre Lehnen in der Neigung einstellen. Legt man die mittlere Lehne um, entsteht ein praktischer Tisch als Ablage. Verzichtet man auf diese Funktion und baut den mittleren Sitz komplett aus, lassen sich die beiden äußeren Sitze nach innen verschieben, wodurch die Fondgäste viel Platz an den Seiten erhalten – mit einem Hauch Lounge-Gefühl.
Da muss nicht nur der Skoda Kamiq fasziniert Applaus spenden, auch größere SUV aus dem Premium- Segment dürfen Skoda hier gern über die Schulter schauen.
Preis als wichtigstes Argument
Kaum spürbar ist der Unterschied beim Antrieb. Wer nicht permanent Vollgas fährt, wird die geringfügig besseren Fahrleistungen des leichteren Skoda Kamiq nicht wahrnehmen. Sein effizienter Umgang mit dem Kraftstoff wirft bei jedem Tankvorgang aber ein positives Licht auf den kleineren Tschechen. Womit wir bei den Kosten wären, die eindeutig für den Kamiq sprechen: Er kostet als 1.5 TSI ACT DSG 33.250 Euro. Der Karoq beginnt mit gleichem Antrieb bei 38.160 Euro – für kühle Zahlen-Menschen ist der niedrigere Preis das wahrscheinlich wichtigste Kaufargument.
| AUTO ZEITUNG 22/2025 | Skoda Kamiq 1.5 TSI ACT DSG | Skoda Karoq 1.5 TSI ACT DSG |
| Technik | ||
| Motor | 4-Zyl., 4-Vent., Turbo; Benzindirekteinspritzung | 4-Zyl., 4-Vent., Turbo; Benzindirekteinspritzung |
| Hubraum | 1498 cm³ | 1498 cm³ |
| Leistung | 110 kW / 150 PS bei 5000–6000 /min | 110 kW / 150 PS bei 5000–6000 /min |
| Drehmoment | 250 Nm bei 1500–3500 /min | 250 Nm bei 1500–3500 /min |
| Getriebe / Antrieb | 7-Gang, Doppelkupplung / Vorderrad | 7-Gang, Doppelkupplung / Vorderrad |
| L/B/H; Radstand | 4241/1793/1562; 2651 mm | 4390/1841/1629; 2638 mm |
| Kofferraumvolumen | 400 – 1395 l | 479 – 1630 (opt.: 1810) l |
| Gewichte | ||
| Leergewicht | 1213 kg | 1342 kg |
| Zul. Gesamtgewicht/Zuladung | 1747 / 534 kg | 1935 / 593 kg |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 1250 / 640 kg | 1700 / 700 kg |
| Fahrleistungen | ||
| 0–100 km/h | 8,3 s | 9,0 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 215 km/h | 210 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 5,6 l S / 100 km | 6,0 l S / 100 km |
| Testverbrauch | 6,2 l S / 100 km | 6,4 l S / 100 km |
| CO2 (lt. Test / WLTP) | 145 / 126 g/km | 156 / 137 g/km |
| Kosten¹ | ||
| Grundpreis | 33.250 € | 38.160 € |
| Werkstattkosten² | 414 / 522 € | 428 / 556 € |
| Wertverlust³ | 4456 / 5062 € | 4916 / 5641 € |
| HP / VK Typklassen | 12 / 17 | 12 / 17 |
| HP & VK Kosten | 1014 / 1266 € | 1014 / 1266 € |
| Steuer | 94 € | 119 € |
| Kraftstoffkosten³ | 1122 / 2244 € | 1177 / 2354 € |
| Gesamtkosten | 2644 € / 4126 € | 2738 € / 4295 € |
| Gesamtkost. inkl. Wertverl. | 7100 € / 9188 € | 7654 € / 9936 € |
| Kosten pro Kilometer¹ | 0,26 / 0,21 €; 0,71 / 0,46 € inkl. Wertv. | 0,27 / 0,22 €; 0,77 / 0,50 € inkl. Wertv. |
¹ pro Jahr bei 10.000/20.000 km Laufleistung bei vierjähriger Nutzung
² Wartungskosten pro Jahr einschließlich üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC
³ Preisgrundlage: 1,81 €/l
Fazit
Auch wenn der größere Skoda mit hochfunktionaler Variabilität im Fond und dem damit verbundenen besseren Raumangebot sowie größeren Ladeabteil auftrumpft, kann er sich in diesem Duell nicht behaupten. Er verliert auch, weil er mittlerweile im Gegensatz zum kleineren Kamiq, der innen durchaus groß genug ist, gut 2000 Euro teurer geworden ist und so dessen gutes Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr kontern kann.

















