Skoda 110 R: So könnte der Ost-Porsche heute aussehen

Obwohl lange zwischen Eisernem Vorhang und Mangelwirtschaft eingeklemmt, gelang es Skoda schon damals durchaus, gute Fahrzeuge hervorzubringen. Einen ihrer größten Würfe, den Skoda 110 R, hat die Marke nun in die Gegenwart übertragen.

(1/6)
Der Skoda 110 R stehend von schräg vorne.
Skoda 110 R Foto: Skoda

Der neu interpretierte Skoda 110 R zeigt uns ein tschechisches Sportcoupé, von dem wir nie wussten, dass wir es brauchen.

Der Skoda 110 R stehend von schräg hinten.
Skoda 110 R Foto: Skoda

Der kompakte Zweisitzer orientiert sich an der neuen Skoda Designsprache, aber auch an Giugiaro-Keilen der 70er.

Der Skoda 110 R stehend von vorne.
Skoda 110 R Foto: Skoda

Die nach innen gewölbte Frontmaske zieren sogar kleine Klappscheinwerfer.

Der Skoda 110 R stehend seitlich.
Skoda 110 R Foto: Skoda

Der Lufteinlass über dem hinteren Kotflügel soll funktional sein. Einen Verbrennungsmotor beatmet er allerdings nicht.

Der Skoda 110 R stehend von hinten.
Skoda 110 R Foto: Skoda

Einen kurzen Einblick in den motorsportlichen Innenraum erlaubt uns nur die abgedunkelte Heckscheibe.

Der Skoda 110 R fahrend von vorne.
Skoda 110 R Foto: Stefan Bau

Der legendäre Ahne entstand von 1970 bis 1976 genau 56.902-mal.

Ein eng anliegendes Coupé-Kleid, Heckmotor-Bauweise und Motorsport-Einsätze ohne Ende: Dass der Skoda 110 R hinlänglich als der "Porsche des Ostens" bezeichnet wird, ist keinesfalls übertrieben. Und als Markenikone hat ihm Skoda nun eine Neuinterpretation zur Seite gestellt, die noch mehr Appetit auf die Zukunft als auf die Vergangenheit des tschechischen Herstellers macht. Natürlich muss dazu gesagt werden, dass es sich bei der hier gezeigten Studie nur um eine digitale Fingerübung des hauseigenen Modellierers Richard Švec handelt. Aber die Konzernbaukästen, allen voran die verkürzte PPE-Einheit des künftigen Porsche 718 Boxster/Cayman, könnte rein theoretisch nicht nur eine Wiederbelebung des Audi TT, sondern auch des Skoda 110 R erlauben – Heckmotor inklusive. So würde der Porsche des Ostens seinem Namen gerechter werden denn je.

Bleiben wir aber zunächst auf dem Boden der Digitalsachen: Entgegen früherer Sportwagen-Konzepte von Skoda wie dem R200 Non-Fiction auf Audi R8-Basis entschied sich Švec gegen das allseits beliebte Retro-Design (Das sind die coolsten Retro-Autos), auch wenn dem knappen Zweisitzer eine gewisse Ähnlichkeit zu seligen Giugiaro-Keilen wie dem Maserati Merak oder DeLorean DMC-12 nicht ganz abzusprechen ist. Kein Wunder, hatte der tschechische Designer zuvor auch eine Station bei Giugiaros Ex-Firma Italdesign (So fährt sich der Italdesign Aztec) durchlaufen. Sogar winzige Klappscheinwerfer hat Richard Švec seinem Coupé in das sich nach innen wölbende Gesicht gezeichnet. Aus der Skoda-Rennsport-Tradition stammen wiederum die Lüftungsgitter auf dem Haubenansatz.
Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Der Skoda Enyaq RS (2025) im Video:

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Bislang nur rein digital, aber dank Porsches PPE denkbar: Skoda 110 R

Die Seitenlinie des aufgefrischten Skoda 110 R prägt der für Mittel- und Heckmotormodelle typische Lufteinlass unterhalb der hinteren Fenster. Laut Skoda sollen diese auch tatsächlich funktional sein, obwohl hinter den Sitzen kein Verbrennungsmotor sitzt, der auf die Kühlluft angewiesen wäre. Stattdessen setzt die Studie auf einen nicht näher beschriebenen Elektroantrieb. Das verwässert die Tradition insofern, als dass der serienmäßig eher untermotorisierte Ahne (52 PS/38 kW) stets mit seinem Fliegengewicht von 880 kg zu überzeugen wusste. In Sachen Dynamik müsste der Stromer also auf zusätzliche Kilowatt setzen, um die Kilogramm der Batterie auszugleichen.

Auch interessant:

Den Aerodisc-Zentralverschlussfelgen gelingt es jedenfalls bereits im Stand, schnell auszusehen. Hinten sind es wiederum die durch die Heckscheibe erkennbaren Überrollbügel, die den 110 R gedanklich auf die Rennstrecke schicken. Ansonsten kopiert das Stummelheck viele Details der Front, inklusive des schwarzen Bogens, in dem sämtliche Sensoren untergebracht sind. Die obligatorischen, kamerabasierten Außenspiegel (Vor- und Nachteile von digitalen Außenspiegel erklärt) sorgen dafür, dass der geliebte Ahne nur noch auf dem Display immer kleiner wird. Zeit also für ein neues Sportcoupé – oder, Skoda?