SGS Mercedes 500 SEL Pick-up: Wenn Luxus Nutzlast trägt
Ein Einzelstück aus der Zeit, als Maßanfertigung noch Handwerk war: Die Styling Garage (SGS) verwandelte 1983 einen Mercedes 500 SEL der Baureihe W126 in einen Pick-up!
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Mercedes 500 SEL Pick-up von SGS: Der Luxus-Nutzlastträger
Woran denkt man bei einer Mercedes S-Klasse? Sicher nicht an Riffelblech. Doch genau das thront auf der Hinterachse dieses Unikats: Ein 500 SEL, Jahrgang 1983, mit Ladefläche – maßgeschneidert, TÜV-abgenommen und alles andere als eine Bastelbude. Gebaut wurde er von einer der schillerndsten Edelschmieden der 1980er-Jahre: der Styling Garage (SGS) aus Norddeutschland.
Das Unternehmen SGS, bekannt für Flügeltürer, goldverzierte Papstmobile und Regenbogen-Mercedes für arabische Scheichs, zeigte in diesem Fall, dass es auch anders ging: bodenständig, funktional – und trotzdem exklusiv. Firmengründer Chris Hahn ließ den Pick-up angeblich für die Nutzung innerhalb der eigenen Werkstatt bauen: ein Repräsentationsfahrzeug mit Nutzwert, nicht für den Boulevard, sondern für die Rampe hinterm Haus.
Der Mercedes 560 SEC im Fahrbericht (Video)

Ein Pick-up-Umbau mit chirurgischer Präzision
Technisch war der Umbau ein Kraftakt: Die hinteren Türen des W126 wurden verschweißt, die Griffmulden verspachtelt. Die Dachlinie endet abrupt an einer massiven Rückwand hinter den Vordersitzen, die neu konstruiert und strukturell verstärkt wurde. Eine flache, mit Riffelblech ausgekleidete Ladefläche ersetzt Fond und Kofferraum. Der einstige Kofferraumdeckel dient jetzt als Heckklappe – inklusive Zugang zum Reserverad.
Das Bemerkenswerteste dabei: Der Umbau wurde vom TÜV abgenommen. Ein klarer Hinweis auf den hohen technischen Anspruch. Die veränderte Karosseriesteifigkeit wurde durch gezielte Verstärkungen kompensiert. Kein „Showcar“, sondern ein alltagstauglicher Umbau mit Praxisbezug.
Solide Technik dank Serien-V8
Unter der Haube blieb alles beim alten, oder besser: beim bewährten. Der M117-V8 mit fünf Litern Hubraum leistet 231 PS (170 kW). Das Leichtmetall-Triebwerk liefert seidenweiche Kraft, unterstützt von einem Hinterachs-Sperrdifferenzial. Die Kraftübertragung erfolgt – wie im Serienmodell – auf die Hinterräder. Gepaart mit der charakteristischen Laufruhe und Wartungsfreundlichkeit, galt der V8 in den 1980er-Jahren als das Nonplusultra der Mercedes-Motorentechnik.
Auch das Fahrwerk wurde nicht verändert: Einzelradaufhängung, Schräglenker hinten, Doppelquerlenker vorne – S-Klasse-Standard, auf Nutzfahrzeugniveau.

Noblesse statt Nutzwert im Cockpit
Der Innenraum wurde beim Umbau kaum angetastet. Hier sitzt man auf originalen, grauen Ledersitzen, blickt S-Klasse-typisch auf edles Wurzelholz-Furnier und genießt aus Chauffeur-Perspektive das Raumgefühl einer Langversion der W126-Baureihe. Die hintere Trennwand ist verglast, gerahmt von einem stabilen Blechaufbau.
Die Sitze und das Interieur zeigen kaum Gebrauchsspuren – obwohl der Wagen über 150.000 km auf seinem Nobel-Tacho gezählt haben soll. Wenig überraschend, wenn man bedenkt, wie hochwertig die Mercedes-Materialien jener Epoche ausfielen. In der Zwischenzeit stand das Einzelstück – mittlerweile in die Pick-up-Nation USA importiert – wieder zum Verkauf. 2025 lag der verlangte Preis bei rund 39.000 US-Dollar. Für einen derart aufwendig gebauten Umbau ist das eher konservativ kalkuliert.
Fazit
Auch wenn Deutschland das Kombi-Land schlechthin ist und Kastenwagen den Handwerker-Kombi mittlerweile in den Ruhestand geschickt haben: Ein exklusiver Pick-up verströmt auf eine besondere Art und Weise einen merkwürdigen Reiz. Man stelle sich nur die Gesichter vor, würde man mit dem 500 SEL Pick-up auf den Baumarkt-Parkplatz rollen: Unbezahlbar!
Quellen
fourbieexchange.com
Eigene Recherche




















