Premium-Marken aus China: Das planen sie für Deutschland
Audi, BMW und Mercedes geraten in China durch die heimischen Premium-Marken unter Druck. Wir stellen die Rivalen und ihre Pläne für Deutschland vor.
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Für die deutschen Premiummarken war China über zwei Jahrzehnte lang ein Schlaraffenland: Das stetige Wirtschaftswachstum sorgte dafür, dass sich immer mehr Einwohner:innen der Volksrepublik einen Audi, BMW oder Mercedes leisten konnten. Wie im Rest der Welt spielten andere Premiumhersteller auch in China keine große Rolle.
Doch im Zuge der Corona-Krise erlebte der chinesische Automarkt einen Umbruch. Die Kundschaft interessierte sich plötzlich auch für einheimische Fahrzeuge, die zuvor den Ruf von „Arme-Leute-Autos“ hatten. So stieg die Produktion von chinesischen Premiummarken 2025 in China auf 2,1 Mio. Neuwagen. Zum Vergleich: Audi, BMW & Co. fertigten in der Volksrepublik 2,8 Mio. Fahrzeuge.
Der Nio ET5 Touring im Fahrbericht (Video)

Premiummarken aus China und ihre Pläne für Deutschland
Hongqi
Hongqi, mit 446.551 Verkäufen in China der größte heimische Premiumanbieter, verkürzte den Vorsprung auf die Deutschen weiter. Die Marke blickt als einziger Rivale auf eine lange Geschichte zurück: Bereits seit 1958 produziert Hongqi, das übersetzt „Rote Fahne“ bedeutet, Luxuslimousinen für die Staats- und Parteiführung. Doch erst seit 2018 wird die Modellpalette nach unten ausgebaut.
Vom Erfolg in China ist jedoch noch nichts bei uns angekommen: Ursprünglich wollte Hongqi mit dem schwedischen Importeur Hedin in Deutschland starten. Nun planen sie, den Vertrieb selbst zu übernehmen.
Xiaomi
Deutlich jünger ist Xiaomi, der zweitgrößte Premiumhersteller aus China. Die Marke wurde erst 2021 vom gleichnamigen Smartphone-Produzenten gegründet. Wie Tesla gelang den chinesischen Marke das Kunststück, mit lediglich zwei Modellen hohe Verkaufszahlen zu erreichen: 2025 verdreifachte Xiaomi seinen Absatz in der Volksrepublik. Dabei überholte man Zeekr, die Premiummarke des Geely-Konzerns, zu dem unter anderem Volvo, Polestar, Lotus und zur Hälfte Smart gehören.
Zeekr
In China knackte Zeekr 2024 die Schwelle von 200.000 verkauften Neuwagen, doch 2025 stagnierte das Wachstum. In Deutschland arbeitet Zeekr beim Vertrieb zunächst mit freien Werkstätten zusammen, ab 2027 soll ein eigenes Händlernetz aufgebaut werden.
Nio
Wie schwer der deutsche Automarkt zu erobern ist, musste Nio bereits erfahren: Das 2014 gegründete Start-up setzt als weltweit einzige E-Auto-Marke auf Wechselskkus und feierte in China schnell Erfolge. Bei uns ist Nio seit 2022 am Start und betreibt sieben Showrooms. Doch in den ersten drei Monaten 2026 wurden gerade einmal acht Nio neu zugelassen.
Voyah
Denza
Wesentlich selbstbewusster geht Denza in Europa an den Start. Die Marke entstand 2010 als Gemeinschaftsunternehmen von BYD und Mercedes, die Stuttgarter Marke stieg 2024 aus. Seitdem arbeitet BYD daran, Denza als einen weltweiten Premiumhersteller zu etablieren. In Deutschland will man bis Jahresende rund 40 Handelspartner gewinnen.
Fazit
Die Premium-Newcomer machen den Deutschen in China das Leben schwer. Nun wagen sie sich auch nach Europa. Doch hier wird das Premiumsegment für sie zur Löwengrube: Nio, Zeekr & Co. fehlen nicht nur Prestige und Tradition. Die Herausforderer leiden zu Beginn unter unsicheren Restwerten und ihrem dünnen Vertriebs- sowie Servicenetz. Zudem werden die meisten Premiumautos bei uns in Flotten zugelassen. Für Importeure ist es generell schwer, hier Fuß zu fassen. Und für neue Marken ist es fast unmöglich.



















