Analyse

Premium-Marken aus China: Das planen sie für Deutschland

Audi, BMW und Mercedes geraten in China durch die heimischen Premium-Marken unter Druck. Wir stellen die Rivalen und ihre Pläne für Deutschland vor.

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Drei Modelle von Hongqi vor rotem Hintergrund.
Hongqi, der Hersteller, dessen Name „Rote Fahne” bedeutet, ist die älteste und erfolgreichste Premiummarke der Volksrepublik. Im Folgenden zeigen wir in dieser Galerie weitere Herausforderer. Foto: Hongqi
Xiaomi SU7 statisch von vorne links fotografiert.
Xiaomi SU7: Die Elektro-Limousine des Smartphone-Herstellers stürmte in China 2025 mit 258.164 Verkäufen in die Top-10. Foto: Xiaomi
Zeekr 7X: Das Elektro-SUV ist in China der Bestseller der Marke des Geely-Konzerns, die im Dezember auch in Deutschland startete. Foto: Zeekr
Nio ET5 Touring fahrend von vorne rechts fotografiert.
Nio ET5 Touring: Der Hersteller, der auf Wechselakkus setzt, ist schon seit 2022 bei uns vertreten. Doch die Verkäufe enttäuschen. Foto: Nio
Voyah Dreamer vor weißem Hintergrund, statisch von vorne links fotografiert.
Voyah Dreamer: Der Deutschlandstart der Premium-Tochter von Dongfeng wurde verschoben. In China gehört der Van zu den großen Gewinnern. Foto: Voyah
Denza Z9GT statisch von vorne rechts fotografiert.
Denza Z9GT: In der Volksrepublik hat die Premiummarke von BYD Volvo eingeholt. Den Markteintritt in Europa feierte Denza im April. Foto: Denza
Foto: AUTO ZEITUNG
Foto: AUTO ZEITUNG

Für die deutschen Premiummarken war China über zwei Jahrzehnte lang ein Schlaraffenland: Das stetige Wirtschaftswachstum sorgte dafür, dass sich immer mehr Einwohner:innen der Volksrepublik einen Audi, BMW oder Mercedes leisten konnten. Wie im Rest der Welt spielten andere Premiumhersteller auch in China keine große Rolle.

Doch im Zuge der Corona-Krise erlebte der chinesische Automarkt einen Umbruch. Die Kundschaft interessierte sich plötzlich auch für einheimische Fahrzeuge, die zuvor den Ruf von „Arme-Leute-Autos“ hatten. So stieg die Produktion von chinesischen Premiummarken 2025 in China auf 2,1 Mio. Neuwagen. Zum Vergleich: Audi, BMW & Co. fertigten in der Volksrepublik 2,8 Mio. Fahrzeuge.

Der Nio ET5 Touring im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Premiummarken aus China und ihre Pläne für Deutschland

Hongqi

Hongqi, mit 446.551 Verkäufen in China der größte heimische Premiumanbieter, verkürzte den Vorsprung auf die Deutschen weiter. Die Marke blickt als einziger Rivale auf eine lange Geschichte zurück: Bereits seit 1958 produziert Hongqi, das übersetzt „Rote Fahne“ bedeutet, Luxuslimousinen für die Staats- und Parteiführung. Doch erst seit 2018 wird die Modellpalette nach unten ausgebaut.

Vom Erfolg in China ist jedoch noch nichts bei uns angekommen: Ursprünglich wollte Hongqi mit dem schwedischen Importeur Hedin in Deutschland starten. Nun planen sie, den Vertrieb selbst zu übernehmen.

Xiaomi

Deutlich jünger ist Xiaomi, der zweitgrößte Premiumhersteller aus China. Die Marke wurde erst 2021 vom gleichnamigen Smartphone-Produzenten gegründet. Wie Tesla gelang den chinesischen Marke das Kunststück, mit lediglich zwei Modellen hohe Verkaufszahlen zu erreichen: 2025 verdreifachte Xiaomi seinen Absatz in der Volksrepublik. Dabei überholte man Zeekr, die Premiummarke des Geely-Konzerns, zu dem unter anderem Volvo, Polestar, Lotus und zur Hälfte Smart gehören.

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Nio ET5 Touring vor weißem Hintergrund, Ansicht von vorne links. - Foto: Carwow
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Zeekr

In China knackte Zeekr 2024 die Schwelle von 200.000 verkauften Neuwagen, doch 2025 stagnierte das Wachstum. In Deutschland arbeitet Zeekr beim Vertrieb zunächst mit freien Werkstätten zusammen, ab 2027 soll ein eigenes Händlernetz aufgebaut werden.

Nio

Wie schwer der deutsche Automarkt zu erobern ist, musste Nio bereits erfahren: Das 2014 gegründete Start-up setzt als weltweit einzige E-Auto-Marke auf Wechselskkus und feierte in China schnell Erfolge. Bei uns ist Nio seit 2022 am Start und betreibt sieben Showrooms. Doch in den ersten drei Monaten 2026 wurden gerade einmal acht Nio neu zugelassen.

Voyah

Da überrascht es nicht, dass es Voyah, gegründet 2020, mit einem Markteintritt in Deutschland nicht mehr eilig hat: Ursprünglich wollte die Premiumtochter des Dongfeng-Konzerns, der in China Joint Ventures mit Nissan, Honda und Kia unterhält, 2024 bei uns landen.

Denza

Wesentlich selbstbewusster geht Denza in Europa an den Start. Die Marke entstand 2010 als Gemeinschaftsunternehmen von BYD und Mercedes, die Stuttgarter Marke stieg 2024 aus. Seitdem arbeitet BYD daran, Denza als einen weltweiten Premiumhersteller zu etablieren. In Deutschland will man bis Jahresende rund 40 Handelspartner gewinnen.

Fazit

Die Premium-Newcomer machen den Deutschen in China das Leben schwer. Nun wagen sie sich auch nach Europa. Doch hier wird das Premiumsegment für sie zur Löwengrube: Nio, Zeekr & Co. fehlen nicht nur Prestige und Tradition. Die Herausforderer leiden zu Beginn unter unsicheren Restwerten und ihrem dünnen Vertriebs- sowie Servicenetz. Zudem werden die meisten Premiumautos bei uns in Flotten zugelassen. Für Importeure ist es generell schwer, hier Fuß zu fassen. Und für neue Marken ist es fast unmöglich.