Porsche Macan GTS: Das begeistert bei der ersten Testfahrt
Der Porsche Macan GTS soll nun auch die letzten Kritiker:innen von der E-Mobilität überzeugen. Ob ihm das mit 420 kW (571 PS) auch gelingt, soll die erste Testfahrt klären.
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- Erste Testfahrt: Der Porsche Macan GTS ist ein echter Zuffenhausener
- Porsche hat beim GTS die gesamte Achskonstruktion überarbeitet
- Der Macan GTS lässt sich präzise durch die engen Kehren dirigieren
- Auch der GTS erhält den Rennstrecken-Modus aus dem Macan Turbo
- Der Antrieb ist schlicht eine Wucht
- Der künstliche Sound kann tatsächlich nützlich sein
- Fazit
- Technische Daten des Porsche Macan GTS
Erste Testfahrt: Der Porsche Macan GTS ist ein echter Zuffenhausener
Porsche steht aktuell besonders mit dem elektrischen Macan und der damit verbundenen Kritik im Fokus. Der Vorwurf lautet: Zu früh wurde bei Porsche die Spritzufuhr für die Verbrenner gekappt, und zu schnell wurden Hochvoltkabel ins Erfolgsmodell eingezogen. Dass der neue Macan dennoch ein echter Porsche ist, gerät dabei beinahe völlig in den Hintergrund. Stammtische urteilen ebenso einseitig wie politische Entscheidungsträger mit ihrer wechselhaften Haltung Unruhe stiften.
Bislang musste vor allem der Macan Turbo allein die emotionale Überzeugungsarbeit leisten. Jetzt tritt ihm der neue Porsche Macan GTS mit weiteren, durchaus überzeugenden Argumenten an, um die E-Mobilität für noch mehr Porsche-Fans zu gewinnen, zur Seite. Argument Nummer eins ist natürlich, die im Vergleich faszinierende Leistungsbereitschaft des Stromers – schließlich hat der alte Macan hier nie wirklich Akzente gesetzt.
Der Zweiliter-Vierzylinder-Turbo aus dem Golf GTI war in diesem Segment schlicht eine Zumutung. Auch die etwas schüchternen V6-Turbos in den mittleren Versionen verrichteten ihren Dienst korrekt, aber auch eher uninspiriert. Selbst GTS und Turbo wirkten leistungsmäßig und emotional eher zurückhaltend, insbesondere verglichen mit dem brachialen V8-Biturbo des Mercedes-AMG GLC 63 oder dem entfesselten Triebwerk im BMW X3 M. Die jetzt auf zwei E-Maschinen verteilten 420 kW und 571 PS (Overboost) sprechen eine ganz andere Sprache, auch wenn sie den notwendigen Respektabstand zum 470 kW (639 PS) starken Turbo wahren.
Porsche hat beim GTS die gesamte Achskonstruktion überarbeitet
Das wahre Herz des Porsche Macan GTS schlägt jedoch an den Achsen: Das Fahrwerk macht bei ihm den entscheidenden Unterschied. Mit einer Tieferlegung von zehn Millimetern erreicht der Macan den niedrigsten Schwerpunkt seiner Baureihe. Die im Gegensatz zu den Basismodellen fest mit der Karosserie verschraubte Einheit aus hinterer Achskonstruktion sowie weiter hinten platzierter E-Maschine mit zugehöriger Quersperre und dem Porsche Torque Vectoring (PTV Plus), das Porsche schlicht als „Performance-Hinterwagen“ bezeichnet, die weiterentwickelte Luftfederung mit fünf einstellbaren Niveaustufen sowie neue Dämpfer an der Vorderachse und darauf abgestimmte Stabilisatoren schärfen die Sinneseindrücke des GTS auf der ersten Testfahrt deutlich.
Damit zelebriert Porsche besonders beim GTS eindrucksvoll die Übertragung klassischer Porsche-Tugenden in die Welt der Elektromobilität. Die damit gewonnene heckbetonte Balance – mit 48 Prozent vorne und 52 Prozent hinten – schenkt dem GTS jene charakteristische Leichtigkeit an der Front und das knochentrockene Feedback vom Heck, wie man es aus Zuffenhausen kennt.
Der Macan GTS lässt sich präzise durch die engen Kehren dirigieren
Dabei liegt der Porsche Macan GTS ansprechend zielgenau in der Hand und folgt präzise jeder Lenkbewegung. Das im Kraftaufbau etwas leichtgängige Ansprechverhalten der Lenkung wandelt sich im Verlauf der durchfahrenen Radien in eine feste, sensible und intensive Beziehung, die von der Vorderachse bedingungslos befolgt wird und in bestechend hohen Abstützmomenten mündet. So kommuniziert der Wagen klar mit dem ureigenen Sportwagendialekt der Marke.
Das dadurch gewonnene Vertrauen steigert er während der ersten Testfahrt durch das gelungene Zusammenspiel von hydraulischer Bremse und Rekuperationskraft weiter – selbst beim späten Hineinbremsen in Kurven. Im Verlauf der Kehren bleibt der Macan GTS angenehm neutral, tendiert im Grenzbereich zu einer wunderbar hecklastigen Agilität und bleibt dank elektronischer Quersperre stets kontrollierbar. Die optionale Hinterachslenkung verstärkt den präzisen Fahreindruck und sorgt in engen Radien für leichtfüßige Wendigkeit.
Auch der GTS erhält den Rennstrecken-Modus aus dem Macan Turbo
Beim Gewicht kann auch der Macan GTS das Thema Elektromobilität nicht einfach wegzaubern – doch im Vergleich zu Verbrennern mit ähnlicher Leistung wirkt er keineswegs wie ein schwerfälliger Brocken (2320 kg). Im Gegenteil: Porsche gelingt es, die Masse gekonnt zu kaschieren. Das konsequente Ausreizen jedes Systems ist typisch für Porsche: Schon im 356, perfektioniert im 911 und 944, wurde Ingenieurskunst auf die Spitze getrieben.
Der Macan steht ebenfalls ganz in dieser Tradition – spürbar an der leichtgängigen, dennoch intensiven Lenkung und an der vertrauensvollen, leidenschaftlichen Rückmeldung in der Kurve. Der GTS vermittelt damit bei der ersten Testfahrt mehr Authentizität als die meisten zähmungsbedürftigen Leistungssportler, die sich im Regelkorsett ihrer ESP-Bürokratie verlieren.
Wie ernst es Porsche mit der Dynamik meint, zeigt zudem ein besonderes Feature: Der GTS erhält den aus dem Taycan Turbo bekannten Rundstreckenmodus. Dieser bereitet den Macan gezielt auf sportliches Fahren vor, indem er die Batterie stärker vorkühlt, um Leistungsverluste durch Erwärmung (den sogenannten Derating-Effekt) hinauszuzögern. Das Ergebnis ist eine deutlich verbesserte Performance unter hoher Belastung.

Der Antrieb ist schlicht eine Wucht
Die kompromisslose Anbindung der Achskomponenten – insbesondere die massive hintere Verschraubung an der Karosserie – führt während der ersten Testfahrt in puncto Federungskomfort auch zu deutlich sportlicherer Rückmeldung bei kurzen Wellen, als es die anderen Macan-Varianten bieten – auch hier bleibt sich der GTS eben treu.
Doch nicht nur das Fahrwerk prägt den Charakter des Porsche Macan GTS, sondern auch sein elektrischer Antrieb überzeugt. Mit bis zu 420 kW (571 PS) Overboost und einem mächtigen Drehmoment von 955 Nm sprintet der GTS in 3,8 s (3,3 s beim Turbo) von 0 auf 100 km/h. Bis zu 200 km/h vergehen nur 13,3 s – ein Tempo, das sämtliche Zweifel an der Sportlichkeit verstummen lässt. Erst bei 250 km/h (Turbo 260 km/h) wird der Vortrieb eingebremst. Herzstück ist die große E-Maschine an der Hinterachse, die zusammen mit dem bis zu 147 kW (200 PS) starken Unterstützung eine beeindruckende Schubkraft und Stabilität entfaltet.
Trotz alles Dynamik und Leistungsbereitschaft bleibt er effizient: Die kombinierte WLTP-Reichweite von bis zu 586 km verspricht Alltagstauglichkeit, was der GTS mit 270 kW Ladeleistung, die den 95 Akku (netto) in 21 min von zehn auf 80 Prozent mit frischer Energie füllt, souverän untermauert.
Der künstliche Sound kann tatsächlich nützlich sein
Optisch differenziert sich der Porsche Macan GTS durch markante Außenakzente, sportliche Schwarzapplikationen und modellspezifische Aerodynamik – stets auf mächtigen 20- bis 22-Zoll-Rädern. Das Cockpit setzt auf konsequente Digitalisierung, versehen mit klassischen Porsche-Bedienelementen. Zur Serienausstattung des GTS gehört das Sport-Chrono-Paket, das mit dem Rundstreckenmodus die Brücke zwischen Alltag und Ambition schlagen soll.
Auch akustisch geht der GTS eigene Wege: Über das Porsche Electric Sport Sound-System stehen zwei exklusive Klangprofile zur Verfügung, die in den Modi „Sport“ und „Sport Plus“ die emotionale Komponente verstärken – was aber auf der ersten Testfahrt dennoch recht künstlich wirkt. Der Nutzen liegt hier bei der akustischen Unterstützung bei hochdynamischen Kurventanz, bei der der Klang klar über den Lastzustand des Antriebs beim Beschleunigen und Verzögern informiert. Ausgesprochen hilfreich, um den GTS sauber hinein in die Kurve zu bremsen und am richtigen Punkt wieder mit Leistung zu versorgen, um optimal hinaus auf die Gerade zu schnalzen.
Und der Preis? Das kommt ganz auf den Standpunkt an: Innerhalb der Porsche-Familie ist er – setzt man die 10.000 EUR Unterschied zum regulären Modell ins Verhältnis – hart kalkuliert, im Wettbewerbsumfeld jedoch schlicht teuer. Doch es bleibt dabei: Es ist ein Porsche, da führt auch beim Preis kein Weg am Selbstbewusstsein vorbei.
Fazit
Der neue vollelektrische Porsche Macan GTS kombiniert beeindruckende Leistung mit der markentypischen Porsche-Dynamik und bringt diese Qualitäten überzeugend in die Ära der Elektromobilität. Trotz des hohen Preises bleibt der GTS den sportlichen Werten der Marke treu und beweist, dass Porsche auch im elektrischen Zeitalter Fahrspaß und Authentizität souverän miteinander verbinden kann.
Technische Daten des Porsche Macan GTS
AUTO ZEITUNG 05/2026 | Porsche Macan GTS |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | zwei Permanenterregte Synchronmaschinen |
Antrieb | Allradantrieb |
Leistung | 420 kW / 571 PS |
Max. Drehmoment | 955 Nm |
Kapazität / Spannung | 95 kWh |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | k.A. |
Leergewicht | 2320 kg |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 3,8 s |
Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h |
Verbrauch auf 100 km | k.A. |
Reichweite | 586 km |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 104.200 Euro |
Marktstart | 2026 |
Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel | |





















