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Ferrari Luce lässt grüßen: Hier haben Hersteller polarisiert

Die Enthüllung des Ferrari Luce stellt die Autowelt auf den Kopf – das ist doch kein Ferrari mehr?! Ein Blick zurück zeigt jedoch: Maranello ist nicht allein. Hier sind zehn weitere Modelle, die so gar nicht zum vorherigen Image und Konzept des jeweiligen Herstellers pass(t)en.

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Eine Collage zeigt Porsche Cayenne, Aston Martin Cygnet und Ferrari Luce.
Der neue Ferrari Luce (rechts unten) ist nicht allein, denn diese zehn weiteren Modelle passen kaum zur DNA ihrer jeweiligen Hersteller. Spoiler: Vom Rohrkrepierer bis zum Überraschungserfolg ist hier alles dabei. Foto: Porsche, Aston Martin, Ferrari / Collage: AUTO ZEITUNG
Der Ferrari Luce steht in dunkler Umgebung, von vorne rechts fotografiert.
Ferraris Elektro-Debüt polarisiert nicht in erster Linie wegen seines viermotorigen 1050-PS-Antriebs (772 kW), sondern aufgrund des Designs. Als fünfsitzige Luxus-Limo ohne sportliche Silhouette, aber dafür mit flächigen Aero-Felgen und experimenteller Bicolor-Lackierung dürfte der Luce einige Ferraristi verstören. Foto: Ferrari
Der Alfa Romeo Arna steht an einem Hafen, von vorne links fotografiert.
Nicht mehr allzu bekannt, aber doch bemerkenswert: der Alfa Romeo Arna. Wirtschaftlich am Boden, ging Alfa in den 1980ern notgedrungen eine Kooperation mit Nissan ein, um den Arna als Einstiegsmodell aus dem Boden zu stampfen. Das Ergebnis hatte mit dem emotionalen Design aus Italien etwa so viel gemein wie Hansi Hinterseer mit Heavy Metal. Foto: Alfa Romeo
Der Aston Martin Cygnet steht vor einer Ziegelsteinfassade, von vorne rechts fotografiert.
Jap, das oben ist tatsächlich ein Aston Martin und kein KI-Projekt, genauer gesagt der Aston Martin Cygnet. Dass die britische Sportwagen-Manufaktur 2011 im Kleinstwagen-Segment angreifen wollte, ist für sich genommen schon verrückt genug. Dass das Ergebnis allerdings aussieht wie das Kooperationsmodell Toyota iQ mit Aston-Grill und Bumerang-Rückleuchten wirkt bis heute wie ein Fiebertraum. Foto: Aston Martin
Der BMW 2er Gran Tourer steht auf einem Parkplatz, von vorne links fotografiert.
Was zum heiligen Touran? Als BMW mit 2er Active Tourer und Gran Tourer (2015, siehe Foto) um die Ecke kam, war kollektives Kopfkratzen angesagt. Wieso sollte eine Marke, deren Claim seit Jahrzehnten „Freude am Fahren“ lautet, verspätet ins Familien-Van-Geschäft einsteigen, das sowieso gerade von SUV pulverisiert wird? Und Obacht, Weißwurst festhalten: Dazu waren Active und Gran Tourer auch noch Fronttriebler. Überraschenderweise erschloss die Van-Familie tatsächlich neue Kundensegmente, avancierte zum kommerziellen Erfolg und der Active Tourer erhielt 2021 eine zweite Generation. Foto: BMW
Ein Rendering zeigt den Jaguar Type 01 stehend vor einem See- und Bergpanorama.
Der elektrische Jaguar Type 01 ist noch nicht offiziell enthüllt, weshalb wir ihn hier als digitales Rendering präsentieren – trotzdem darf die angekündigte Neuerfindung der Traditionsmarke an dieser Stelle nicht fehlen. Die Vorab-Studie und gesichtete Prototypen erlauben bereits ein konkretes Bild des E-Autos, das mit der britischen Eleganz vergangener Modelle wenig am Hut hat. An Mut mangelt es dem Type 01 jedenfalls nicht. Foto: Arvavarii
Der Lamborghini LM002 steht auf Schotter, von vorne rechts fotografiert.
Kein Witz: Lamborghini verlor Ende der 1970er-Jahre mangels Fahrdynamik die Ausschreibung der US Army für ein neues Einsatzfahrzeug gegen den Hummer. Das hielt Sant’Agata Bolognese nicht davon ab, 1986 das entsprechend weiterentwickelte Serienmodell LM002 auf den Markt zu bringen. Der „Rambo-Lambo“ wurde gut 300 Mal gefertigt und war wahlweise mit dem 5,2-l-V12 des Countach oder einem 7,2-l-V12 für Offshore-Rennboote zu haben. Foto: Lamborghini
Die Mercedes A-Klasse umfährt auf einem Testgelände Pylonen. Die abgehobenen inneren Räder deuten auf eine dynamische Kurvenfahrt hin.
Prestigeträchtig, teuer und ... groß? Zumindest das letztgenannte Adjektiv radierte Mercedes mit Präsentation der ersten A-Klasse 1997 bewusst aus. Als praktischer Kleinwagen wurde der W168 trotz dem Elchtest-Debakel zum Millionenseller. Seit 2018 wird die vierte Generation produziert, allerdings wagte das A einen Klassenaufstieg und steht nun für Premium-Kompakte. Foto: AUTO ZEITUNG
Der Opel GT, fahrend von links fotografieren.
Ein Sportwagen und -coupé aus Rüsselsheim? Der Opel GT sorgte 1968 durchaus für heruntergeklappte Kinnladen und entfernte sich weit vom eher biederen Image der Marke. Als „Mini-Corvette“ fand er mit dynamischer Silhouette und Klappscheinwerfern seine Fans und wurde wider aller Umstände zum Erfolg. Zumal Opel seitdem eine beachtliche Anzahl an sportlichen Autos auf den Markt gebracht hat. Foto: Opel
Der Porsche Cayenne fährt auf einer kleinen Straße neben einem Rapsfeld, von vorne fotografiert.
Da waren die Spiegelei-Scheinwerfer des 911 996 plötzlich das kleinste Problem: 2002 sorgte Porsche mit dem ersten Cayenne für einen ausgewachsenen Eklat. Das ist doch kein Sportwagen! Allerdings war es eben jenes Frevel-SUV, das schließlich die angeschlagene Sportwagen-Marke vor dem finanziellen Ruin retten sollte. Foto: Porsche
Das Range Rover Evoque Cabriolet fährt durch eine Stadt, von rechts fotografiert.
Experimente gehen nicht immer auf – ein Beweis dafür ist das skurrile Evoque Cabriolet. Range Rover hat es tatsächlich gewagt, die vermeintlich (?) widersprüchlichen Karosserievarianten SUV und Cabrio zu vereinen. Dabei wurde die britische Marke übrigens mit dem T-Roc Cabrio von VW nachgeahmt. Im Gegensatz zum Wolfsburger hielt sich der offene Evoque gerade mal zwei Jahre, von 2016 bis 2018. Dass beide Modelle ohne Nachfolger blieben, steht wohl für sich. Foto: Range Rover
Der VW Phaeton steht auf Asphalt, von vorne rechts fotografiert.
VW wollte um die Jahrtausendwende Luxus-Schiffe wie S-Klasse und 7er in den Schatten stellen. Also ließ der damalige Vorstand Ferdinand Piëch mit beispiellosem Aufwand den Phaeton entwickeln, der sich preislich auf Augenhöhe mit den beiden Konkurrenten bewegte – und sich folglich kaum weiter vom Wortsinne „Volkswagen“ hätte entfernen können. Der Luxus-Vorstoß gilt als Flop und erhielt nie eine zweite Generation. Foto: VW

Nicht nur der Ferrari Luce: Diese zehn Autos passen nicht zu ihrer Marke

„Wir laufen Gefahr, eine Legende zu zerstören. Zumindest sollten sie das Emblem des ‚Cavallino Rampante‘ entfernen“ – mit diesen harten Worten tut Ex-Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo den neuen Ferrari Luce ab. Objektiv lässt sich festhalten: Das erste Elektro-Modell aus Maranello bricht nicht nur antriebstechnisch mit jeglichen Konventionen der Marke, sondern ist auch optisch kaum als Ferrari zu erkennen.

Wie ein Blick in die vierrädrigen Geschichtsbücher zeigt, ist Ferrari aber keineswegs der erste Hersteller, der ein Modell fernab der Marken-DNA in Serie bringt. Unsere Übersichtsgalerie zeigt von Alfa Romeo bis VW zehn weitere Modelle, die kaum jemand vorhergesehen hat. Ob der Aufschrei so groß war wie beim Luce, sei dahingestellt, aber interkontinentale Irritation war hier garantiert. Spannend: Manche dieser Überraschungseier wurden echte Bestseller.

Der Ferrari Luce im Video

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Video: AUTO ZEITUNG