Peugeot 206 mit Audi-Motor: Rallymonster mit 270 PS
Wenn ein britischer Hobbyschrauber für eine deutsch-französische Annäherung zwischen Peugeot 206 und Audi TT sorgt, kann das etwas Neues generieren: So eine Art Peugeot 206 WRC mit Straßenzulassung.
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Mit Audi-Motor wird der Peugeot 206 zum Rally-Monster
Was kann man tun, wenn der Peugeot-Motor ständig kaputtgeht? Nun ja, Reparieren ist eine Option. Für Thomas Usher war sie aber nicht die beste. Nach einem Jahre dauernden Umbau war dem Briten nämlich schon am ersten Trackday mit seinem geliebten Peugeot 206 der Vierzylinder um die Ohren geflogen. Nach der Verpflanzung eines Ersatzmotors brach dann sogleich eine Antriebswelle. Woraufhin der Hobbyschrauber aktiv nach haltbareren Komponenten mit Tuning-Potenzial Ausschau hielt. Ein paar Wochen und 400 britische Pfund später parkte ein Spender-Audi TT in seinem Vorgarten, der fortan Federn lassen musste, um den Peugeot damit aufzuplustern.
Wie gesagt: im Vorgarten. In einer Zeltgarage, die im Winter von einem kleinen Heizlüfter gewärmt wurde. Deshalb hat die Operation auch 16 Monate gedauert. Auf das Ergebnis aber darf Usher stolz sein. Sicher, das ikonische deutsche Coupé ist nur noch eine leere Hülle. Dafür trumpft der Peugeot 206 mächtig auf, und das trotz Downsizings. Statt eines zwar hochdrehenden, aber drehmomentschwachen Zweiliter-Saugers mit 177 PS (130 kW) sorgt jetzt ein 1,8-l-Turbo für Vortrieb. Und da dies die Vorderachse des kleinen Löwen überfordern würde, hat Usher gleich den gesamten Audi-Antriebsstrang mitsamt Schaltbox und Allradantrieb übernommen. Mit einigen Anpassungen, natürlich. Aber die Operation wurde durch den bis auf 10 mm identischen Radstand der beiden Ausgangsmodelle erleichtert. Auch die Aluräder und Bremsen des Audi TT schmücken jetzt den kleinen Franzosen.
Der Peugeot 206 mit Quattro-Antrieb und Audi Motor im Video
Bald gibt es noch mehr Dampf und ein gepflegtes Äußeres
Eine erste Überarbeitung des Zwanzigventilers hat die Leistungskurve bereits auf 270 PS (199 kW) geschraubt, deutlich mehr als die 225 PS (165 kW) des Serienstands. Aber Usher hat noch weitergehende Ambitionen. Zunächst soll ein größerer Lader dem Audi-Motor mehr Druck machen. Anschließend soll auch das Gewand des Peugeot aufgewertet werden. Bislang sieht der nämlich nicht nur einigermaßen verschlissen aus, sondern auch sehr hausgemacht.
Motorhaube und vorderer Stoßfänger sind noch weitgehend original, sonst aber praktisch nichts. Die Scheinwerfer aus dem Zubehör wollen nicht recht mit den Radhausverbreiterungen und den selbstgeschweißten Sidepipes harmonieren. Ein Bodykit im Stil der Rallyeversion 206 WRC, mit dem Peugeot zwischen 2000 und 2002 dreimal den Rally-Konstrukteurstitel und zwei Fahrertitel einfuhr, soll es richten. Außerdem wird der Franzose orange umlackiert.
Das Interieur ist hingegen schon nahe dem gewünschten Endzustand. Vom Original-206, der als 206 GTi geboren wurde (in Deutschland hieß diese Sportversion RC), ist nicht mehr viel übrig. Stattdessen sorgt ein massiver Überrollkäfig für Stabilität. Die maximal zwei Insassen dürfen sich in enge Schalensitze quetschen. Untersteuern lässt sich gezielt mit der hydraulischen Handbremse kontern, während Alu-Pedale und Polycarbonatscheiben das Gewicht senken.
Apropos Masse: Selbst so massiv gepimpt soll der 206 nur eine Tonne auf die Waage bringen. Mit seiner überlegenen Traktion und noch mehr Dampf unter der Haube dürfte das extreme Beschleunigung garantieren. In jedem Fall kommt Usher damit einem ikonischen Rallyboliden so nahe, wie man das eben kann. Vom rund 300 PS starken Peugeot 206 WRC gab es nämlich keine Homologationsmodelle mit Straßenzulassung.


















