Opel Omega Evo 500: So fährt die superseltene Opel-Sportlimo

Während BMW M3 (E30) und Mercedes 190 Evo zu gefeierten DTM-Stars wurden, raste der Opel Omega Evo 500 im Schatten hinterher. Heute steigen wir mal um und erfahren wortwörtlich, wie Opel 1990 in der DTM angreifen wollte.

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Der Opel Omega Evo 500 fahrend von schräg vorne.
Opel Omega Evo 500 Foto: Zbigniew Mazar

Wir fahren das ungeliebte Kind der goldenen DTM-Ära: Der Opel Omega Evo 500 versuchte sich Anfang der 90er ohne Erfolg im Renn-Business.

Der Opel Omega Evo 500 fahrend von hinten.
Opel Omega Evo 500 Foto: Zbigniew Mazar

Auf Landstraßen ist der automatisch ausfahrende Heckspoiler des Omega ständig in Bewegung.

Der Opel Omega Evo 500 fahrend von vorne.
Opel Omega Evo 500 Foto: Zbigniew Mazar

Opel lieferte den Omega 3000 zu Irmscher, wo er dann zum Evolution 500 umgebaut wurde.

Der Opel Omega Evo 500 fahrend seitlich.
Opel Omega Evo 500 Foto: Zbigniew Mazar

Trotz der vollen Spoiler-Ladung schafft der Evo 249 km/h Spitze.

Der Opel Omega Evo 500 fahrend von schräg hinten.
Opel Omega Evo 500 Foto: Zbigniew Mazar

Ist der Motor erst einmal warm, katapultiert er die große Limousine mit Vehemenz nach vorn.

Das Cockpit des Opel Omega Evo 500.
Opel Omega Evo 500 Foto: Zbigniew Mazar

Wie bei den Mitbewerbern wurde das bekannte Basis-Cockpit aufgewertet.

Die Sitze des Opel Omega Evo 500.
Opel Omega Evo 500 Foto: Zbigniew Mazar

Die Sitze wurden von Recaro exklusiv für den Omega Evolution 500 entwickelt und ergeben daher ein stimmiges Bild im Innenraum.

Die Rücksitze des Opel Omega Evo 500.
Opel Omega Evo 500 Foto: Zbigniew Mazar

Auch hinten gibts reichlich Sportlimousinen-Flair. Bei einem Preis von knapp 100.000 Mark aber auch zu erwarten...

Der Motor des Opel Omega Evo 500.
Opel Omega Evo 500 Foto: Zbigniew Mazar

Der bei Irmscher aufgebaute 3,0-l-Sechszylinder glänzt vor allem mit inneren Werten wie Schmiedekolben und geänderter Kurbelwelle.

Der Opel Omega Evo 500 stehend von vorne.
Opel Omega Evo 500 Foto: Zbigniew Mazar

Nach sieglosen Starts mit dem Kadett stieg Opel 1990 mit dem Omega 3000 in die DTM ein, 1991 sollte der Evo 500 ganz vorn mitfahren.

Der Opel Omega Evo 500 stehend von hinten.
Opel Omega Evo 500 Foto: Zbigniew Mazar

Doch erst im siebten Lauf gelang Volker Strycek ein Zieleinlauf in den Top Ten. Als Konsequenz zog Opel sich vorerst zurück.

Nicht minder spektakulär, allerdings nicht so erfolgreich wie die DTM-Boliden vom Schlage eines Audi V8, BMW M3 (E30), Ford Sierra RS Cosworth oder Mercedes 190 Evo, war der Opel Omega Evo 500. Er war die Weiterentwicklung des Omega 3000, mit dem Opel ab 1990 in der DTM Fuß fassen wollte. In den Anfangsjahren der Rennserie hatten diverse Privatiers mit verschiedenen Autos versucht, die Fahnen des Rüsselsheimer Herstellers hochzuhalten. Sie waren ähnlich erfolglos wie der erste Werkseinsatz mit einem Kadett GSi.

Jetzt sollte alles besser werden. Wurde es aber nicht: Der Omega war einfach nicht konkurrenzfähig. Und so setzte auch Opel auf ein weiterentwickeltes Modell: Der Evolution 500 kam schon optisch deutlich brachialer daher als sein Vorgänger. Dafür arbeitete man (wie schon bei diversen früheren Projekten, zum Beispiel bei den Rallye-Modellen Ascona und Commodore) mit Irmscher zusammen, wo die angelieferten Omega 3000 zum Evo 500 modifiziert wurden. Größe und Gewicht positionierten den Renn-Opel zwischen Mercedes/BMW und Audi. Für die Straße mussten auch hier die geforderten 500 Homologationsmodelle gefertigt werden, wobei offenbar tatsächlich nur 321 Autos entstanden sind. Das macht den Evo 500 zur echten Rarität.
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Der Opel Frontera (2024) im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Fahrbericht: Trotz DTM-Historie und ordentlich Power rast der Omega Evo 500 im Schatten

Optisch dem zeitgleich vorgestellten Lotus Omega ähnlich, sollte der Evo mit seinen immerhin 230 PS (169 kW) deutlich zuverlässiger sein. Der Clou des Aerodynamik-Pakets war der Heckspoiler (Diese Spoiler-Typen gibt es): Im Geschwindigkeitsbereich zwischen 80 und 140 km/h fuhr er um bis zu neun Zentimeter nach oben. Anders als bei ähnlichen Konzepten (Porsche, VW Corrado) bewegte er sich aber geschwindigkeitsabhängig, war also bei Landstraßen-Tempo ständig in Bewegung. Das sorgte früher oder später für Probleme mit der Ansteuerung, während die Mechanik selber robust ist.

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"Aber dafür gibt es längst eine Lösung", weiß Stefan Ecker. Der Besitzer des hier gezeigten Autos legt Wert darauf, dass an seinem Opel alles so funktioniert, wie es soll. Das gilt auch für den Motor. Der bekannte 3,0-l-24V wurde für den Evo 500 mit Schmiedekolben und einer geänderten Kurbelwelle ausgestattet. Theoretisch sollen die Drehzahlen bis 10.000 Touren ermöglichen, praktisch dient das der Standfestigkeit im Straßen-Auto. Gewöhnungsbedürftig ist nur das metallische Klappern im kalten Zustand. Ist der Motor erst einmal warm, katapultiert er die große Limousine mit Vehemenz nach vorn. Umgekehrt verspricht die Bremsanlage eine eindrucksvolle Verzögerung.

Michael Schumacher ist ein Fan des Fahrwerks

In Sachen Fahrwerk präsentiert sich der Opel Omega Evo 500 bestens ausbalanciert: Der Viertürer behält ein gutes Maß an Limousinen-Komfort, während er sich zackig durch Kurven arbeitet. Im Test der AUTO ZEITUNG 08/1991 setzte sich sogar Michael Schumacher (So geht es Schumi aktuell) hinters Steuer, der sich schnell mit dem Rüsselsheimer/Remshaldener anfreunden konnte. "Das Fahrwerk ist super", gab der damals 22-jährige Youngster zu Protokoll, "bequem und sportlich zugleich. Nur eins stört mich. Der Motor hat ein Leistungsloch bei 4000 Touren."

Ein ähnliches Bild zeichnet sich im Innenraum ab. Hier ist sportlicher Komfort angesagt – was man für einen Neupreis von knapp 100.000 Mark seinerzeit durchaus erwarten konnte. Doch es half alles nichts: Erst im siebten Lauf in Diepholz gelang Volker Strycek mit einem neunten Platz ein Zieleinlauf in den Top Ten, gefolgt von Peter Oberndorfers sechstem Rang am Alemannenring. Als Konsequenz zog Opel sich vorerst zurück. Mehr Aufsehen erregte die Marke ohnehin mit dem parallel gefertigten Lotus Omega, der mit 377 PS (277 kW) und 283 km/h Spitze als eine der schnellsten Limousinen überhaupt galt.

Technische Daten des Opel Omega 500 Evo

Classic Cars 11/2019Opel Omega Evo 500
Zylinder/Ventile pro Zylin.6/4
Hubraum2969 cm³
Leistung169 kW/230 PS 6700/min
Max. Gesamtdrehmoment bei280 Nm 3500/min
Getriebe/Antrieb5-Gang-Getriebe/Hinterrad
L/B/H4742/1775/1422 mm
Leergewicht1465 kg
Bauzeit1990-1991
Stückzahl321
Beschleunigung
null auf 100 km/h
7,5 s
Höchstgeschwindigkeit249 km/h
Verbrauch auf 100 km10,6 l S
Grundpreis (Jahr)89.400 Mark (1991)