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Opel Astra OPC trifft Rallye-Kadett: Kompaktsportler mit Blitz

Aus der AUTO ZEITUNG 25/1999: Mit dem Rallye-Kadett zeigte Opel 1971 das erste werkseitig präparierte Breitensportgerät. Inzwischen tritt der OPC-Astra in seine Fußstapfen. Opel-Rennfahrer Manuel Reuter nahm in beiden Platz.

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Opel Rallye-Kadett Astra OPC fahrend von vorne.
Kult-Test mit DTM-Champion: In der AUTO ZEITUNG 25/1999 fuhr Manuel Reuter Opel Astra OPC und Rallye-Kadett. Foto: Bernd Ebener
Opel Astra OPC und Rallye-Kadett stehend von vorne mit Manuel Reuter.
„Anfang der 80er-Jahre suchte ich nach der passenden Aufstiegsmöglichkeit vom Go-Kart. Opel betrieb mit dem Kadett D einen Markenpokal, der nicht nur auf Rundstrecken, sondern auch am Berg und bei Rallyes ausgetragen wurde. Das war interessant,“ sagt Manuel Reuter. Foto: Bernd Ebener
Der Opel Rallye-Kadett fahrend von vorne.
„Eigentlich ist es ja so leicht, ein Spaßauto auf die Räder zu stellen: rund 100 PS, wenig Gewicht und Hinterradantrieb ...“ Der Opel-Rennfahrer sitzt am Steuer des knapp drei Jahrzehnte alten Rallye-Kadett 1900 S. Foto: Bernd Ebener
Manuel Reuter im Opel Rallye-Kadett.
Damals präparierte Opel erstmals serienmäßig ein Fahrzeug für den Sporteinsatz. Geringe Modifikationen – Doppelvergaser, Nockenwelle und melonengroße Zusatzscheinwerfer – verwandelten das 90-PS-Coupé (66 kW) zum 115-PS-Sportler (85 kW) mit Siegambitionen. Foto: Bernd Ebener
Opel Astra OPC und Rallye-Kadett stehend von oben.
Ein schöner Anblick: Der Opel Astra OPC und der Rallye-Kadett stehend von oben. Foto: Bernd Ebener
Opel Rallye-Kadett und Astra OPC stehend von hinten.
Hier im Detail: Der Opel Rallye-Kadett und der Astra OPC stehend in einer Nahaufnahme. Foto: Bernd Ebener
Der Opel Astra OPC fahrend von vorne.
Der aktuelle Astra OPC kommt dagegen in strahlendem Blau daher. Auf dieses Auto ist der Rennprofi besonders stolz: „Für die Entwicklung von Fahrwerk und Bremse habe ich unendliche Runden auf der Nürburgring-Nordschleife gedreht.“ Foto: Bernd Ebener
Die Motoren von Opel Astra OPC und Rallye-Kadett.
„Damals war der Kadett ein Traumauto für sportlich ambitionierte Autofahrer,“ so Manuel Reuter. Foto: Bernd Ebener

DTM-Champion Manuel Reuter fährt Opel Rallye-Kadett und Astra OPC

Manuel Reuter kommt mit quietschenden Reifen im Drift um die Ecke geflogen, im Gesicht ein breites Grinsen: „Eigentlich ist es ja so leicht, ein Spaßauto auf die Räder zu stellen: rund 100 PS, wenig Gewicht und Hinterradantrieb ...“ Der Opel-Rennfahrer sitzt am Steuer des knapp drei Jahrzehnte alten Rallye-Kadett 1900 S.

Damals präparierte Opel erstmals serienmäßig ein Fahrzeug für den Sporteinsatz. Geringe Modifikationen – Doppelvergaser, Nockenwelle und melonengroße Zusatzscheinwerfer – verwandelten das 90-PS-Coupé (66 kW) zum 115-PS-Sportler (85 kW) mit Siegambitionen. Die Erinnerungen des STW-Piloten an die sportlichen Erfolge des Opel-Rallye-Duos Berglund/Kulläng sind indes vage.

Das Opel Astra Facelift im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Kindheit im Diplomat V8, DTM-Sieger im Calibra

Doch beinahe hätte es den heute 37-Jährigen auch auf Rallye-Pisten und hinters Steuer eines Kadett getrieben: „Anfang der 80er-Jahre suchte ich nach der passenden Aufstiegsmöglichkeit vom Go-Kart. Opel betrieb mit dem Kadett D einen Markenpokal, der nicht nur auf Rundstrecken, sondern auch am Berg und bei Rallyes ausgetragen wurde. Das war interessant.“

Allerdings nicht interessant genug, denn Reuter setzte seine Karriere in der Formel Ford fort, enterte die Formel 3, die Tourenwagen- und Sportwagen-Serie. Seit 1992 ist der gebürtige Mainzer beruflich mit Opel liiert: Reuter arbeitete als Opel-Testfahrer und pilotierte in der DTM einen Omega 3000.

Er war auch dabei, als im Spätherbst 1992 hinter den Kulissen die Weichen für die glorreiche Ära des DTM/ITC-Calibra gestellt wurden. Vier Jahre später erntete der Hobby-Triathlet die Früchte seiner Arbeit: Mit dem ITC-Meisterschaftsgewinn eroberte er einen der wertvollsten Titel in der Opel-Historie.

Privat sind die Bande, die ihn mit Opel verbinden, weitaus älter: „Vor 30 Jahren habe ich mich gern zwischen die Sitze unseres Diplomat V8 gequetscht, um auf den Tacho schauen zu können. Und mein erstes eigenes Auto war ein Rekord 1900 Coupé. Wegen des Abschleppunternehmens meiner Eltern bekam ich den Führerschein schon mit 17 und machte den ausgemusterten Opel selbst wieder flott.“

Der Astra OPC drehte unendliche viele Runden auf dem Nürburgring

Der alte Rekord glänzte in Rotmetallic. Der aktuelle Astra OPC kommt dagegen in strahlendem Blau daher. Auf dieses Auto ist der Rennprofi besonders stolz: „Für die Entwicklung von Fahrwerk und Bremse habe ich unendliche Runden auf der Nürburgring-Nordschleife gedreht.“ Tatsächlich ist dem Opel Performance Center (OPC) der sportliche Ableger des Astra äußerst gelungen.

„Der Heckflügel liefert ab Tempo 140 kiloschweren Abtrieb – das kann sonst nur der Porsche GT3. Und dabei verschlechtert der Spoiler den cW-Wert nur zwei Stellen hinter dem Komma“, so Reuter. Das Fahrwerk erweist sich trotz seiner sportlichen Qualitäten als erstaunlich komfortabel. Die riesigen, 308 mm großen Bremsscheiben leisten sich auch im scharfen Umgang keine Schwächen.

„Damals war der Kadett ein Traumauto für sportlich ambitionierte Autofahrer.“
Manuel Reuter

Und der neu abgestimmte Motor mit größeren Einlassventilen, Schmiedekolben und Fächerkrümmer beschert den Motorsport-Treibenden, die ihren Renn-Astra künftig auf Basis des OPC-Sprößlings aufbauen, die technische Pole Position im Gruppe-N und DTC-Starterfeld.

Reuter ist begeistert von der Tatsache, seinen Sachverstand auch in die Serienfertigung einfließen lassen zu dürfen: „Es ist toll, bei Opel nicht nur Autos, sondern auch organisatorisch etwas bewegen zu können.“ Und so sammelt Reuter seit 1997 nicht nur Kilometer mit verschiedenen Vorserien-Astra, sondern präsentiert inzwischen auch stolz die Vorzüge des ersten Wagens aus der OPC-Linie.

Der Umstieg in den Rallye-Kadett ist für ihn eine Zeitreise. „Der Kadett geht gut, doch die schwachen Bremsen, die schmalen Reifen mit den hohen Flanken und das Lenkungsspiel machen die Unterschiede zwischen einst und jetzt deutlich“, erklärt er. „Aber damals war der Kadett ein Traumauto für sportlich ambitionierte Autofahrer – und Details wie der schwarze Dachhimmel verdammt modisch.“

Bei der Entwicklung des Astra erinnerte sich das Ingenieursteam auch an die Tugenden des Kadett. Eine davon war sein geringeres Gewicht. So verordnete man dem Astra eine 40-kg-Diät, die ihm zwar den Verzicht auf Klimaanlage und elektrische Fensterheber einbrachte, ihm dafür aber den Schritt in die Fußstapfen des einstigen Sportlers ermöglichte.

Von Jörg Walz

Technische Daten von Opel Rallye-Kadett und Astra OPC

AUTO ZEITUNG 25/1999

Opel Rallye-Kadett 1900 S

Opel Astra OPC Sport

Zylinder / Ventile pro Zylin.

4 / 2

4 / 4

Hubraum

1897 cm³

1998 cm³

Leistung

66 kW/90 PS bei 5100 U/min

118 kW/160 PS bei 6500 U/min

Max. Gesamtdrehmoment bei

146 Nm bei 2800 U/min

188 Nm bei 4300 U/min

Getriebe / Antrieb

4-Gang-Getriebe / Hinterrad

5-Gang-Getriebe / Vorderrad

L / B / H

4182 / 1573 / 1405 mm

4110 / 1709 / 1405 mm

Leergewicht

850 kg

1210 kg

Bauzeit

1967 – 1973

1999 – 2002

Stückzahl

103.622

ca. 3000

Beschleunigung null auf 100 km/h

13,0 s (AZ 25/1999)

8,2 s (AZ 25/1999)

Höchstgeschwindigkeit

166 km/h (AZ 25/1999)

220 km/h (AZ 25/1999)

Verbrauch auf 100 km

11,0 l S (AZ 25/1999)

9,2 l S (AZ 25/1999)

Grundpreis (Jahr)

8624 Mark (1970)

42.900 Mark (1999)

Manuel Reuter am Opel Astra OPC und Rallye-Kadett
Foto: Bernd Ebener