Nissan Qashqai: Erste Testfahrt mit dem neuen e-Power-Antrieb
Ein Jahr nach der 2024er Modellpflege spendiert Nissan seinem Verkaufsschlager einen neuen e-Power-Antrieb. Dieser will den Antriebskomfort eines E-Autos mit der Reichweite eines Benziners verbinden. Ob das klappt, klärt die erste Testfahrt!
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Viel diskutiert, gehasst oder geliebt: SUV gehören mittlerweile zu den absoluten Verkaufsschlagern – und das Angebot ist reichhaltig. Recht früh auf diesen Zug aufgesprungen ist Nissan. Der japanische Hersteller hat den Qashqai 2007 auf den Markt gebracht und seitdem mehr als vier Millionen weltweit und über 350.000 Exemplare in Deutschland verkauft. Weil die dritte Generation seit 2021 erhältlich ist, wurde 2024 aufgefrischt. Nissan hat an der Optik gefeilt, es gibt innen mehr Annehmlichkeiten für Hände, Augen und Ohren und – seit Herbst 2025 – auch einen neuen Motor. Das und mehr nehmen wir bei der ersten Testfahrt mit dem Nissan Qashqai Facelift (2024) unter die Lupe.
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Der Nissan Juke Hybrid (2022) im Fahrbericht (Video):

Erste Testfahrt: So schlägt sich der neue e-Power-Antrieb im Nissan Qashqai
Den Einstieg in die Qashqai-Welt markiert ein 1,3-l-Benziner mit wahlweise 140 PS (103 kW) oder 158 PS (116 kW). Darüber rangiert der im Herbst 2025 erneuerte e-Power-Antrieb, der nun über 205 statt zuvor 190 Elektro-PS (151 statt 140 kW) setzt und uns zur ersten Testfahrt bereitstand. Wer indes einen Selbstzünder will, für den sich in der Historie des Qashqai bislang gut ein Drittel der Kundschaft entschieden hat, muss sich woanders umschauen.
Der e-Power soll den Antriebskomfort eines E-Motors mit der Reichweite eines Benziners verbinden. Für den überarbeiteten Antrieb verspricht Nissan mehr Leistung und eine angenehmere Geräuschkulisse im Innenraum bei gleichzeitig gesteigerter Effizienz. Trotz ähnlicher Leistungsdaten wie zuvor ist der Dreizylinder-Benziner, der die elektrische Energie erzeugt, komplett neu – mit besserem thermischem Wirkungsgrad und größerem Turbolader. Für den Vortrieb ist aber allein der E-Motor zuständig, der gemeinsam mit Generator, Wechselrichter, Unter- und Übersetzungsgetriebe in einer neuen 5-in-1-Antriebseinheit steckt.
Was kompliziert klingt, fährt sich im Alltag erstaunlich rund und anspruchslos. Weil der Nissan Qashqai e-Power auf ein Getriebe verzichtet, ist das Fahrgefühl tatsächlich dem eines E-Autos ähnlich. Das war allerdings auch beim Vorgänger schon so. Was bei der ersten Testfahrt direkt auffällt, ist das angenehme Geräuschniveau an Bord. Auch wenn der Dreizylinder zum Strom-Generieren anspringt, hält sich der Hybrid-Antriebsstrang akustisch im Hintergrund. So treten allerdings die recht starken Windgeräusche rund um die A-Säulen bei steigendem Tempo zunehmend in den Vordergrund. Dennoch eignet sich der Qashqai e-Power auch für lange Strecken. Das liegt zum einen am guten Platzangebot und zum anderen am angenehm abgestimmten Fahrwerk, das die meisten Anregungen geflissentlich wegarbeitet – ohne den hohen Aufbau allzu stark in Bewegung zu versetzen.
Die volle Leistung gibt es übrigens nur im Sportmodus, der eine spontanere Gasannahme und spürbar mehr Druck bringt. Den WLTP-Verbrauch des Benziners geben die Japaner mit unter fünf Litern auf 100 km an – nicht unrealistisch, wie die erste Testfahrt zeigt. Selbst mit schwerem Gasfuß lässt sich der Verbrauch kaum über sieben Liter treiben. Ein weiterer Vorteil der neuen e-Power-Generation: Die Wartungsintervalle verlängern sich von 15.000 auf 20.000 km.
Die Konkurrenten:
Schickes Design, höhere Wertigkeit & schlaue Helferlein
Spannender wird es beim neuen Nissan Qashqai Facelift (2024) bei der Optik sowie bei den technischen Helferlein. Am auffälligsten ist die geänderte Front. Der Frontgrill, der aus dreidimensionalen Elementen besteht, in schwarzer Hochglanzfarbe lackiert ist und sich an traditionellen japanischen Kampfgewändern inspiriert ist, zieht sich deutlich stärker zu den Seiten in die ebenfalls neu gestalteten Scheinwerfer. Das Nissan-Logo findet sich nicht mehr präsent im Grill, sondern wird durch eine Leiste abgetrennt.

Innen wird es wertiger: Alcantara findet sich (ab der Ausstattungsstufe N-Connecta) nicht nur am Armaturenbrett, sondern auch an den Türeinlagen, der Mittelkonsole sowie den Sitzen. Kritisiert wurde mitunter die Geräuschkulisse in älteren Qashqai-Modellen. Hier hat der Autobauer zugehört und setzt nun dickeres Glas an der Windschutzscheibe ein.
Unterstützen will Nissan die Person am Steuer mit dem angepassten "Around View Monitor", der die Bilder von vier Kameras kombiniert, um eine Fahrzeugansicht aus der Vogelperspektive zu erzeugen, sowie der "unsichtbaren" Motorhaube, die einen virtuellen Blick unter das Blech auf die Vorderräder ermöglicht, was beim Randstein-Parken praktisch ist. Praktisch wie auch vertraut wird es mit den Google-Diensten, die nun erstmals im Qashqai Einzug erhalten.
Technische Daten des Nissan Qashqai e-Power 205
| AUTO ZEITUNG 25/2025 | Nissan Qashqai e-Power 2025 |
| Technische Daten | |
| Motor | 3-Zylinder, Turbo, 4-Ventiler, 1498 cm³ |
| Antrieb | Konstantübersetzung; Vorderrad |
| Leistung | Verbrenner: 116 kW / 158 PS; E-Motor: 151 kW / 205 PS |
| Max. Drehmoment | 237 Nm |
| Karosserie | |
| Außenmaße (L/B/H) | 4425 / 1835 (2084)* / 1625 mm |
| Leergewicht/Zuladung | 1590 / 590 kg |
| Kofferraumvolumen | 455 – 1440 l |
| Fahrleistungen | |
| Beschleunigung (0-100 km/h) | 7,6 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 170 km/h |
| Verbrauch auf 100 km | 4,5 – 4,6 l S |
| Kaufinformationen | |
| Grundpreis | 40.180 € |
| Marktstart | Herbst 2025 |
| Alle Daten Werksangaben; *Breite mit Außenspiegel | |
Fazit
Vorsichtig, aber an den richtigen Stellen hat Nissan seinen Qashqai verfeinert. Es ist komfortabler, der Antrieb solide und sparsam und auch die Lenkung, das Platzangebot sowie die Sitze überzeugen. Die Einstiegsversion ist nun zwar preislich teurer, was aber daran liegt, dass die bisherige Basisversion weggefallen ist.
















