Erste Testfahrt im VW ID. Polo: Die Elektro-Hoffnung begeistert
Klassenlos ab 25.000 Euro und ein moderner, aber nicht modischer Volkswagen: Auf ein Auto wie den neuen VW ID. Polo, der 2026 sein Debüt feiert, haben wir lange gewartet! Wir fühlen dem getarnten Prototyp bei einer ersten Testfahrt auf den Zahn.
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Neuer ID. Polo optisch wieder ein typischer VW
Schade, dass Volkswagen der AUTO ZEITUNG zwar schon das finale Exterieur-Design des 2026 kommenden VW ID. Polo gezeigt hat, ebenso wie das komplette Interieur, wir aber an dieser Stelle kein Wort darüber verlieren dürfen. Und das ist sehr traurig, denn uns fällt kein Volkswagen der letzten fünf Jahre ein, mit dem wir mehr einverstanden gewesen wären. Weil der neue ID. Polo jenen zeitlosen, sinnvollen, uneitlen Spirit atmet, für den wir VW respektieren oder sogar lieben. Erlaubt ist uns nur eines: von der ersten Testfahrt zu berichten. Los gehts!
Der Cupra Raval im Fahrbericht (Video)

Elektrischer Polo in Golf-Dimensionen
Da steht ein kompaktes Auto mit typischer VW-Proportion samt breiter C-Säule. Dass sich die VW-Designabteilung klaffende Mäuler oder expressive Blech-Deko verkniffen haben, ist trotz der Tarnfolie im Andy Warhol-Design zu erkennen.
Bemerkenswert kurze Überhänge vorn und hinten und ein Radstand von 2600 mm lassen den neuen VW ID. Polo in die nächste Klasse rutschen: Ein Golf 6 war im Radstand kürzer, der Golf 8 ist nur rund 20 mm länger. Kein Schreibfehler: Golf, nicht Polo. Es muss einen also nicht wundern, wenn im Fond des neuen ID. Polo selbst Großgewachsene kommod unterkommen.
Zum Interieur dürfen wir ja nichts sagen, zum Kofferraum dagegen schon: 435 l in der Standardkonfiguration. Das Golf 8 Facelift hat rund 380 l. Wie VW das im ID. Polo schafft? Indem man zwischen den hinteren Federbeinen alles so leer räumt, dass ein wahrer Keller bis beinahe zur Straße hinab entsteht. Oben gaukelt der für bequeme Alltagsnutzung eingezogene Kofferraumboden noch normale Kompaktauto-Verhältnisse vor, darunter tut sich ein fast badewannengroßer Raum auf.
ID. Polo bringt durchdachtes Chassis mit
Aha, denkst du, dann ist das Fahrwerk ja wohl eher von der einfachen Sorte – und liegst komplett daneben. Entwickler Florian Umbach referiert leidenschaftlich: „Die Verbundlenker-Hinterachse baut zwar sehr kompakt, sie ist aber ausgesprochen aufwendig gemacht: Unter den Schraubenfedern verklebte Gummiunterlagen, ein passiver Schwingungstilger und schräg gestellte Achsführungslager mit innovativer Zwei- Komponententechnik sorgen für Komfort und stark reduzierte Abrollgeräusche.“
„Dass so obendrein die Achsführung verbessert wurde, sollte beim Fahren deutlich spürbar sein. Genau wie die McPherson-Vorderachse mit ihren hochwertigen Federbeinen, den trickreichen Lagern und steifer Stabi-Anbindung. Dazu kommt ein One-Box-Bremssystem, das Dosierbarkeit und Pedalgefühl auf ein neues Niveau bringt … Einfach mal fahren?“ Einverstanden!
Erste Testfahrt: Der ID. Polo fährt erwachsen
Der neue VW ID. Polo liegt bei der ersten Testfahrt satt in der Hand und fühlt sich souverän und stabil an. Einen solch erwachsenen Fahrzeugcharakter gibt es normalerweise erst eine oder zwei Fahrzeugklassen höher. Und beweist: Gut abgestimmte Fahrwerke machen teure Adaptiv-Lösungen beinahe überflüssig. Im ID. Polo fährst du auf kurvigen Strecken pfiffig und lässig mit Freudentränen in den Augen – und wenn es holprig wird, federt er herrlich entspannt an, bietet freundlichen Komfort und beste Kontrolle.
Die Bandbreite ist enorm: kompakt wuselnd in der Stadt, aufgeweckt und vielseitig im Alltag, herzhaft unterwegs in Kurvenmomenten und sogar unbekümmert auf Reisen zu zweit oder mit der Kleinfamilie. Der neue VW ID. Polo hat das Zeug zum funktionalen und sympathischen „Mehr-Auto-braucht-kein-Mensch-Klassiker“. Sein in drei Leistungsstufen von 85 bis 155 kW (116 bis 211 PS) skalierter „APP290“- E-Motor macht den Sack zu: Mehr Antriebskomfort und Fahrfreude, Effizienz und Entspannung, Schmelz und Schmalz sind kaum denkbar.
Fazit
In Wolfsburg hat man ganz augenscheinlich aus den Fehlern der vergangenen Jahre gelernt – mit dem neuen VW ID. Polo ist ein ausgesprochen klug und gekonnt gemachter Volks-Wagen unterwegs. Die erste Testfahrt im seriennahen Prototyp zeigt bereits große Reife, das Konzept ist in jeder Hinsicht vielversprechend.




















