Fahrbericht

Erste Testfahrt im VW ID. Polo: Die Elektro-Hoffnung begeistert

Klassenlos ab 25.000 Euro und ein moderner, aber nicht modischer Volkswagen: Auf ein Auto wie den neuen VW ID. Polo, der 2026 sein Debüt feiert, haben wir lange gewartet! Wir fühlen dem getarnten Prototyp bei einer ersten Testfahrt auf den Zahn.

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Der VW ID.Polo fährt als getarnter Prototypen über eine Landstraße, von vorne rechts fotografiert.
Neben dem Schwestermodell Raval und den City-SUV ID. Cross und Skoda Epiq führt der ID. Polo die Wolfsburger Elektro-Offensive an. Foto: VW
Der VW ID. Polo fährt als getarnter Prototyp über eine Landstraße, von hinten links fotografiert.
In Sachen Chassis und Fahrwerk fühlt sich der ID. Polo ausgesprochen erwachsen an. Foto: VW
Im Kofferraum des VW ID. Polo stehen Einkaufstaschen.
Advantage Elektroauto: Wo kein Auspuffendtopf sein muss, passen opulente Einkäufe oder umfangreiches Reisegepäck rein. Foto: VW
Der VW ID. Polo steht als Prototyp vor einem Bergpanorama, von vorne fotografiert.
Trotz der Tarnfolie lässt sich erkennen, dass die Designabteilung beim ID. Polo keine wilden Experimente wagt. Foto: VW
Der VW ID. Polo steht als Prototyp vor einem Bergpanorama, von rechts fotografiert.
Der „Kleinwagen“ ist im Radstand mit 2600 mm länger als ein Golf 6 und nur rund 20 mm kürzer als ein Golf 8. Foto: VW
Der VW ID. Polo steht als Prototyp vor einem Bergpanorama, von hinten rechts fotografiert.
Der Neue hat das Zeug zu einem echten Allrounder. Foto: VW
Eine beschriftete Skizze zeigt die Maße des VW ID. Polo.
Dank dem langen Radstand bietet der ID. Polo auch im Innenraum viel Platz. Foto: VW
Eine Illustration zeigt das Chassis des VW ID. Polo mit beschrifteten Bestandteilen des Antriebs.
Klassisches Frontmotor-Layout: Der ID. Polo arbeitet ausschließlich mit einem E-Motor auf der Vorderachse und Frontantrieb. Foto: VW

Neuer ID. Polo optisch wieder ein typischer VW

Schade, dass Volkswagen der AUTO ZEITUNG zwar schon das finale Exterieur-Design des 2026 kommenden VW ID. Polo gezeigt hat, ebenso wie das kom­plette Interieur, wir aber an dieser Stelle kein Wort darüber verlieren dürfen. Und das ist sehr traurig, denn uns fällt kein Volkswagen der letzten fünf Jahre ein, mit dem wir mehr einverstanden gewesen wären. Weil der neue ID. Polo jenen zeit­losen, sinnvollen, uneitlen Spirit atmet, für den wir VW respektie­ren oder sogar lieben. Erlaubt ist uns nur eines: von der ersten Test­fahrt zu berichten. Los gehts!

Der Cupra Raval im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Elektrischer Polo in Golf-Dimensionen

Da steht ein kompaktes Auto mit typischer VW-Proportion samt breiter C-Säule. Dass sich die VW-Designabteilung klaffende Mäuler oder expressive Blech-Deko verkniffen haben, ist trotz der Tarnfolie im Andy Warhol-Design zu erkennen.

Bemerkenswert kurze Überhänge vorn und hinten und ein Radstand von 2600 mm lassen den neuen VW ID. Polo in die nächste Klasse rut­schen: Ein Golf 6 war im Radstand kürzer, der Golf 8 ist nur rund 20 mm länger. Kein Schreibfehler: Golf, nicht Polo. Es muss einen also nicht wundern, wenn im Fond des neuen ID. Polo selbst Großgewach­sene kommod unterkommen.

Zum Interieur dürfen wir ja nichts sagen, zum Kofferraum dagegen schon: 435 l in der Standardkonfiguration. Das Golf 8 Facelift hat rund 380 l. Wie VW das im ID. Polo schafft? Indem man zwischen den hinteren Federbei­nen alles so leer räumt, dass ein wahrer Keller bis beinahe zur Stra­ße hinab entsteht. Oben gaukelt der für bequeme Alltagsnutzung eingezogene Kofferraumboden noch normale Kompaktauto-Ver­hältnisse vor, darunter tut sich ein fast badewannengroßer Raum auf.

ID. Polo bringt durchdachtes Chassis mit

Aha, denkst du, dann ist das Fahr­werk ja wohl eher von der einfa­chen Sorte – und liegst komplett daneben. Entwickler Florian Um­bach referiert leidenschaftlich: „Die Verbundlenker-Hinterachse baut zwar sehr kompakt, sie ist aber ausgesprochen aufwendig gemacht: Unter den Schrauben­federn verklebte Gummiunterla­gen, ein passiver Schwingungstil­ger und schräg gestellte Achsführungslager mit innovativer Zwei- Komponententechnik sorgen für Komfort und stark reduzierte Abrollgeräusche.“

„Dass so obendrein die Achsführung verbessert wurde, sollte beim Fahren deutlich spürbar sein. Genau wie die McPherson-Vorderachse mit ihren hochwertigen Fe­derbeinen, den trickreichen Lagern und steifer Stabi-An­bindung. Dazu kommt ein One-Box-Bremssystem, das Dosierbarkeit und Pedalgefühl auf ein neues Niveau bringt … Einfach mal fahren?“ Einverstanden!

Erste Testfahrt: Der ID. Polo fährt erwachsen

Der neue VW ID. Polo liegt bei der ersten Testfahrt satt in der Hand und fühlt sich souverän und stabil an. Einen solch erwachsenen Fahrzeugcharakter gibt es normaler­weise erst eine oder zwei Fahr­zeugklassen höher. Und beweist: Gut abgestimmte Fahrwerke machen teure Adaptiv-Lösungen beinahe überflüssig. Im ID. Polo fährst du auf kurvigen Strecken pfiffig und lässig mit Freudentränen in den Augen – und wenn es holprig wird, federt er herrlich entspannt an, bietet freundlichen Komfort und beste Kontrolle.

Die Bandbreite ist enorm: kompakt wuselnd in der Stadt, aufgeweckt und vielseitig im Alltag, herzhaft unterwegs in Kurvenmomenten und sogar unbekümmert auf Rei­sen zu zweit oder mit der Kleinfa­milie. Der neue VW ID. Polo hat das Zeug zum funktionalen und sym­pathischen „Mehr-Auto-braucht-kein-Mensch-Klassiker“. Sein in drei Leistungsstufen von 85 bis 155 kW (116 bis 211 PS) skalierter „APP290“- E-Motor macht den Sack zu: Mehr Antriebskomfort und Fahrfreude, Effizienz und Entspannung, Schmelz und Schmalz sind kaum denkbar.

Fazit

In Wolfsburg hat man ganz augenscheinlich aus den Fehlern der vergangenen Jahre gelernt – mit dem neuen VW ID. Polo ist ein ausgesprochen klug und gekonnt gemachter Volks-Wagen unterwegs. Die erste Testfahrt im seriennahen Prototyp zeigt bereits große Reife, das Konzept ist in jeder Hinsicht vielversprechend.