Neuer Toyota C-HR+ (2025): Erste Testfahrt beweist Elektro-Reife
Toyota surft auf der Erfolgswelle. Der neue, auf europäische Bedürfnisse zugeschnittene, vollelektrische C-HR+ soll dafür sorgen, dass das so bleibt. Eine erste Testfahrt!

Toyota entdeckt die Liebe für die E-Mobilität – wenn auch erst im zweiten Anlauf. Das gilt zumindest für Europa. Der erste Flirt zwischen dem bZ4X und der anspruchsvollen europäischen Kundschaft endete aufgrund mangelnder Performance in puncto Reichweite und Ladefähigkeit nicht wie gewünscht. Trotzdem läuft es für die Marke auf unserem Kontinent gut: Das Jahr 2024 beendete Toyota mit einem Rekordergebnis und ist hinter Volkswagen die klare Nummer zwei in Europa. Mit dem neuen Toyota C-HR+ (2025) geht die japanische Marke das E-Zeitalter nun mit spürbar mehr Leidenschaft an als bisher. Und das zahlt sich aus, wie die erste Testfahrt zeigt. Auch interessant: Unsere Produkttipps bei Amazon
Erste Testfahrt im neuen Toyota C-HR+ (2025)
Der neue Toyota C-HR+ (2025) wurde in und für Europa gemacht. Sein Design wurde in Nizza skizziert und die Technik auf die Anforderungen zwischen Gibraltar und dem Nordkap zugeschnitten. Toyota hat aus den Fehlern beim bZ4X – dessen Update ebenfalls von der neuen Technik profitiert – gelernt und die richtigen Schlüsse gezogen. Neben der Basisversion mit kleinem 57,7-kWh-Akku und Vorderradantrieb gibt es auch eine von uns gefahrene – noch als "Prototyp" geltende – Topversion mit je einer E-Maschine vorn und hinten, 252 kW (343 PS) Systemleistung und 77-kWh-Akku, der eine nutzbare Energie von 73 kWh bereitstellt.
Die bisherigen wenig belastungsfähigen Akkus ersetzt Toyota beim C-HR+ nun durch eine im Kern grundlegend überarbeitete Batterie. Diese nutzt ein neues Thermomanagement, überarbeitete Zellen und eine optimierte Zellchemie – und präsentiert sich während der ersten Testfahrt als endlich belastbar. Davon ist Toyota selbst überzeugt und gewährt eine Garantie von zehn Jahren und eine für Kundschaft wohl eher niemals erreichbare Laufleistung von 1.000.000 km. Ebenfalls top: Laut Angabe des Bordcomputers, der 486 km mit vollem Akku angibt, kommt der C-HR+ mit Allradantrieb der versprochenen WLTP-Reichweite von 505 km mit den optionalen 20-Zoll-Rädern (546 km mit 18- Zoll-Bereifung, 609 km mit Vorderradantrieb) erfreulich nahe. Auch nach über 100 km über Landstraße und Autobahn sind 390 km immer noch vielversprechend.
Die Konkurrenten:
Ladeperformance deutlich verbessert
Dass man auch beim Laden nicht mehr Frust schieben muss – die ersten bz4X-Testfahrzeuge enttäuschten mit ihrer nicht wirklich zeitgemäßen Ladeperformance –, hat Toyota beim C-HR+ und den neuen bz4X-Modellen ebenfalls im Blick. Der Akku soll unabhängig von der Außentemperatur dank des neuen Thermomanagements immer im optimalen Bereich arbeiten. Das zahlt sich natürlich auf der Langstrecke mit höherem Durchschnittstempo und an der Ladesäule aus. Die sowohl manuell anwählbare als auch per Routenführung automatisierte Vorkonditionierung der Batterie trägt zu einem schnellen DC-Laden von zehn auf 80 Prozent in etwa 30 min bei – sogar bei Temperaturen von bis zu minus zehn Grad. Die WLTP-Verbräuche sind zwar noch nicht homologiert, sollen sich aber über die vier wählbaren Rekuperationsstufen stark beeinflussen lassen.
Dynamisches Fahrwerk, Lenkung mit leichten Schwächen
Auch beim neuen Toyota C-HR+ (2025) sind Reichweite und Verbrauch vom persönlichen Fahrstil abhängig – und der darf bei der kräftigen Allrad-Version gern sportlich ausfallen –, nicht zuletzt weil der C-HR+ über ein dazu passendes Fahrwerk verfügt. Das europäische Set-up profitiert von der 30 Prozent steiferen Karosserie des Neulings. Und vielleicht auch etwas davon, dass der Chefingenieur des Stromers, Daisuke Ido, in seiner langen Toyota-Zugehörigkeit bei einem der besten Sportwagen aller Zeiten, dem Lexus LFA, seine Finger im Spiel hatte. Noch etwas von dessen Perfektion dürfte der Ingenieur gern der Lenkung zukommen lassen, die bei unserer ersten Testfahrt um die Mittellage zu leichtgängig und diffus arbeitet und wichtige Information verschweigt.
Last but not least ist der C-HR+ mit einem Multimediasystem inklusive Cloud-Navigation, Apple CarPlay/Android Auto, adaptivem Fernlicht, zahlreichen Sicherheitsassistenten sowie den für E-Autos wichtigen Remote-Funktionen über die My Toyota-App gut ausgestattet. Und das zu einem noch nicht final kalkulierten Preis, der aber für die Basisversion bei deutlich unter 40.000 Euro liegen soll. Die Allradvariante dürfte bei rund 45.000 Euro starten und die Bestellungen sollen noch 2025 öffnen.
Technische Daten
| AUTO ZEITUNG 23/2025 | Toyota C-HR+ |
| Technische Daten | |
| Motor | je eine permanenterregte Synchronmaschine an Vorder- und Hinterachse |
| Antrieb | Konstantübersetzung; Allrad |
| Systemleistung | 252 kW/343 PS |
| Max. Drehmoment | 439 Nm |
| Kapazität/Spannung | 73 kWh (netto)/400 V |
| Karosserie | |
| Außenmaße (L/B/H) | 4520/1870/1595 mm |
| Leergewicht/Zuladung | 2010/460kg |
| Kofferraumvolumen | 416 l |
| Fahrleistungen | |
| Beschleunigung (0-100 km/h) | 5,2 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
| Verbrauch auf 100 km | k.A. |
| Reichweite | 546 km |
| Kaufinformationen | |
| Grundpreis | k.A. |
| Marktstart | 2025 |
| Alle Daten Werksangaben | |
Fazit
Mit dem neuen C-HR+ spielt Toyota endlich im vollelektrischen Geschäft mit. Er markiert nach dem unglücklichen Debüt des ersten bZ4X einen Neustart mit deutlich besserer Batterieperformance, attraktivem Gesamtpaket, gutem Komfort und einer Prise Fahrspaß beim Topmodell mit Allradantrieb. Zudem setzt die Marke viel Vertrauen ins eigene Produkt und gewährt eine Garantie von zehn Jahren oder bis zu einer Million Kilometer.















