Vision O zeigt Skoda-Zukunft: Erhellende Testfahrt im E-Kombi
Mit dem Skoda Vision O wagt die VW-Tochter einen Ausblick in das nächste automobile Jahrzehnt – und überließ uns den Vorboten eines künftigen Elektro-Kombis für eine erste Testfahrt.
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
Skoda Vision O gibt Ausblick auf Serien-Elektro-Kombi
Wenn es derzeit um ein „Zukunftsauto“ geht, stehen natürlich ein effizienter Elektroantrieb, autonome Fahrfunktionen mit intuitivem KI-Assistenten und der Einsatz nachhaltiger Materialien im Fokus. Doch auf den ersten Blick soll zunächst das innovative Design betören. So wie beim Skoda Vision O: Das Designteam spricht von der nächsten Generation seines „Modern Solid“-Designprinzips, das auf eine neue Ebene gestellt wird. Als Marktführer im Kombisegment zeigen die Tschechen mit der großen Studie, wie ihr künftiger „Combi“ aussieht.
Aus den Erfahrungen einer langen Kombi-Tradition und angetrieben durch den europaweiten Erfolg von Octavia und Superb Combi entwickelte Skoda den kundenorientierten Ansatz weiter. So soll der Vision O ein Innenraumkonzept mit guter Praktikabilität, innovativen Materialien, neuen „Simply Clever“-Ideen und 650 bis 1700 l Kofferraumvolumen bieten.
Der Skoda Enyaq RS im Video

"Klappscheinwerfer" sind nur eines der Design-Highlights
Optisch fällt der große, lang gestreckte Kombi mit klar gezeichneten Linien und riesigen, dunkel eingefärbten Glasflächen an Fenstern und Dach auf. Das minimalistische Design ist ganz dezent auf eine optimierte Aerodynamik getrimmt und wirkt nicht nur gefällig, sondern kommt auch einer größeren Reichweite zugute. Schließlich erwartet die Kundschaft eines Alltagskombis, dass er auch langstreckentauglich ist.
Zur nächsten Stufe des Modern Solid-Designs gehört ein neues Scheinwerfer-Konzept. Beim Vision O sind es extrem flache, aber breite Leuchtstreifen, die von den Kotflügeln bis zur Mittelsicke der Motorhaube reichen. Der Clou: Beim Abstellen des Fahrzeugs ziehen sich die Leuchten komplett unter die Motorhaube zurück – sie gehen „Schlafen“ wie einst die Klappscheinwerfer ikonischer Roadster à la Porsche 914 oder Mazda MX-5.
Bequemer Einstieg und großes Horizon-Display
Zum Einsteigen öffnen sich – elektrisch angetrieben – die großen, an A- und C-Säule angeschlagenen Portaltüren und geben dank fehlender B-Säule einen breiten Zugang frei. Die bequemen Vordersitze sind Schalensitze mit einem durchgehenden, einteiligen Polster (für Sitzfläche und Rückenlehne) und bieten guten Seitenhalt. Die futuristisch anmutenden Kopfstützen entstanden im 3D-Drucker. Ob diese auch Eingang in die Serie finden, ist noch fraglich, denn der Druckvorgang für einen Prototyp dauert etwa vier Stunden.
Realistische Serienchancen hat dagegen das brandneue „Skoda Horizon-Display“. Horizontal direkt vorn unter der Windschutzscheibe angeordnet, erstreckt es sich mit einer Länge von mehr als 1,2 m über fast die gesamte Breite des Instrumentenbretts. Während die wichtigsten Infos direkt vor dem Fahrersitz erscheinen, sind untergeordnete oder gar Unterhaltungsthemen mittig oder vor dem Beifahrersitz platziert. So entsteht nicht nur eine logische Anordnung, sondern es werden auch unnötige Ablenkungen vermieden.
Der Hauptvorteil gegenüber üblichen Kombiinstrumenten ist jedoch, dass die Person am Steuer den Blick stets in Richtung Verkehrsgeschehen richten kann und dabei alle Infos – fast wie bei einem Head-up-Display – im Blick hat. Die Augen müssen zudem weniger Fokussierarbeit leisten, was die Ermüdung reduziert. Und: Dieses Layout lässt den Innenraum sehr geräumig wirken.
Bei der ersten Testfahrt konnten wir zudem die Vorzüge der „Infodimming“-Funktion schätzen lernen. Die Menge der angezeigten Infos passt sich – je nach individuellen Präferenzen – dynamisch an. Einstellungen dazu lassen sich über das große Mittel-Touch-Display oder einen zentralen Drehknopf vornehmen.
Generell sind auch wieder zahlreiche echte Tasten und Drehknöpfe an Bord – so wie es viele bevorzugen. Neben Lenkradbedienung (Radio, Telefon, Tempomat) gibt es auch ins Bezugsmaterial integrierte Touch-Oberflächen auf dem Armaturenbrett sowie eine Sprachsteuerung.

Toller Rundumblick, Kreislaufwirtschaft mitgedacht
Der Beginn unserer ersten Testfahrt ähnelte übrigens noch eher einem vorsichtigen Dahinrollen, denn in dem noch frühen Stadium der Konzeptstudie legt Skoda die Priorität noch nicht auf Antrieb und Fahrdynamik, sondern auf Design und Raumkonzept. So viel sei verraten: Der Skoda Vision O rollt bereits recht souverän über den Asphalt. Die schwere Batterie im Unterboden sorgt für eine satte Straßen- und sichere Kurvenlage. Und dank der großzügigen Fenster- sowie Dachverglasung bietet er einen tollen Rundumblick.
Um künftigen Anforderungen und Vorschriften zu genügen, legt Skoda viel Wert auf das Konzept der Kreislaufwirtschaft. So kommen fast nur Monomaterialien zum Einsatz, die leichter zu recyceln sind, darunter besondere Strickgarne für die Sitzbezüge, denn diese hatten bereits ein erstes Leben als Plastikflaschen. Mittelkonsole, Handauflagen, Armaturenbrett und Lenkrad sind mit Ultrasuede NU bezogen – einem Material, das zu 65 Prozent aus Pflanzen gewonnen wird.
Ebenfalls top: Der Kofferraumboden besteht aus zerkleinerten und mit Bindemitteln versetzten Lederresten, die bislang als Abfall galten. Gut aufbereitet erweisen sich diese dank ihrer Ledereigenschaften als strapazierfähiger und dauerhaltbarer Werkstoff und sind damit langlebiger als Velours- oder Kunstleder.






















