SAIC Maxus RV 9 (2025): Kommt so der China-Campervan?
Mit dem SAIC Maxus RV 9 drängt demnächst ein erster Campervan aus China auf den deutschen Markt – den Import möchte La Marca übernehmen. Wir haben uns die Ausstattung genauer angesehen und nennen den Preis.
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Preis: SAIC Maxus RV 9 (2025) ab knapp 60.000 Euro
Seit den 1970ern sind japanische Marken in Europa vertreten, die Koreaner:innen fassten ab den 1990ern Fuß auf dem Kontinent. Chinesische Autobauer taten sich bis vor wenigen Jahren schwer, es standen Qualitätsprobleme, desaströse Crashtest-Ergebnisse oder fehlende Vertriebspartner im Weg. Erst im E-Auto-Zeitalter gelang der Sprung nach Europa. Nun folgt womöglich der nächste Nischenmarkt für Hersteller aus Fernost: Wohnmobile.
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Einer der ersten Vertreter aus China, der sich als Alternative zu europäischen Modellen etablieren möchte, ist der SAIC Maxus RV 9. Der Campervan – hier die gängigen Wohnmobil-Bauarten erklärt – macht den Anfang, denn das Wohnmobil-Portfolio des staatlichen SAIC-Konzerns umfasst auch Teilintegrierte und Alkoven – darunter ein kurioser Doppeldecker – die in Zukunft ebenfalls folgen könnten. Den Import nach Deutschland sowie die Homologation möchte nach aktuellem Stand La Marca aus Landsberg am Lech übernehmen. Diese geben auch den Preis des Kastenwagens aus chinesischer Produktion bekannt. Ungefähr 60.000 Euro soll der Camper für vier in der Basisversion kosten, punktet aber mit einer recht üppigen Basisausstattung. Das Basisfahrzeug, der Maxus Deliver 9, kostet in Deutschland aktuell mindestens 45.208 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) – und damit nahezu gleich viel wie ein vergleichbar großer Fiat Ducato (35 L2H2 140 MT) (Alle Preise: Stand November 2025).
Die Ausstattung des chinesischen Transporters fällt recht umfangreich aus. In der Basis sind bereits eine Klimaanlage, ein Audiosystem mit Freisprecheinrichtung, eine Einparkhilfe, ein Notbremsassistent sowie ein Spurverlassenswarner an Bord. Ab "Luxury", der einzigen Ausstattungslinie neben der Basis, gehört ein zehn Zoll messender Touchscreen für das Infotainmentsystem mit Apple CarPlay und Android Auto, eine Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten, Leichtmetallfelgen sowie eine Vielzahl an Fahrassistenzsystemen zum serienmäßigen Lieferumfang. In puncto Basisausstattung für das Grundfahrzeug dürfte der chinesische Camper auch seine europäische Konkurrenz im direkten Duell hinter sich lassen. Die als Maxus eDeliver 9 verkaufte Elektroversion des Transporters ist bisher nicht für einen Camper-Ausbau vorgesehen.
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Innenraum: Gasfrei für mehr Autarkie
Die Ausstattung des SAIC Maxus RV 9 ist bisher noch nicht in Stein gemeißelt. Die ersten Exemplare des Campervans kommen jedoch ausschließlich in einem Grundriss mit vier Betten auf 5,94 m Länge nach Deutschland. Laut Importeur La Marca könnten zukünftig auch weitere Grundrisse für den Camper aus China angeboten werden. Zunächst aber der Ist-Status: Der RV 9 bietet Platz für vier in einem Kastenwagen-Aufbau ganz nach europäischem Geschmack. Vorne bleibt Platz für eine Halbdinette mit Sitzbank inklusive zwei Dreipunktgurten, Isofix und Tisch mit eingelassenen Vertiefungen für Becher und Flaschen. Besonderheit des chinesischen Campers: Einen Smart-TV gibt es ebenfalls – dieser ist allerdings samt integrierter Lautsprecher im Dachhimmel über dem Fahrerhaus eingelassen und nicht, wie bei den europäischen Kastenwagen üblich, über der Dinetten-Sitzbank.

An der rechten Fahrzeugseite steht an der Schiebetür der Küchenblock – dieser kommt komplett ohne Gas aus. Denn: der Maxus RV 9 rollt komplett gasfrei vor und folgt damit einem aktuellen Trend zum Gassparen auf dem Campingplatz. Dafür sorgen in der Küche ein Induktionskochfeld und der serienmäßige Kompressor-Kühlschrank. Damit das fehlende Gas an Bord die Autarkie des Campers – hier unsere Tipps für autarkes Camping – nicht einschränkt, ist ab Werk eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 200 Ah Kapazität sowie Ladebooster und Wechselrichter mit dabei. Geheizt wird ebenfalls ohne Gas: Ab Werk fährt eine Diesel-Standheizung von Webasto im Maxus-Campervan mit.
Das Bad ist gegenüber der Küche in einem kleinen Raum untergebracht. Die Nasszelle bringt jedoch nur eine Kassettentoilette, ein Klappwaschbecken und Duschausstattung unter. Stauraum gibt es im kompakten Bad dagegen keinen. Dafür genügen die Frischwasserreserven von 110 l auch für ausgiebige Duschen. Der Abwassertank fasst 90 l.
Im Fahrzeugheck präsentiert der Maxus RV 9 eine eher ungewöhnliche Bettenlösung: Damit vier Camper:innen im chinesischen Campervan übernachten können, haben sich die Entwickler:innen für übereinanderliegende Querbetten entschieden. Mit 176 cm Länge unten und 170 cm Länge oben sind die Doppelbetten jedoch sehr knapp geschnitten. Laut Importeur La Marca wird jedoch bereits an einer Lösung für den europäischen Markt gearbeitet, die unter anderem eine Karosserieverbreiterung und damit auch den Wegfall des oberen Bettes mit sich zieht – was den SAIC Maxus RV 9 zum reinen Zwei-Bett-Kastenwagen macht.
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Technische Daten des SAIC Maxus RV9 (2025)
- Basisfahrzeug: Maxus Deliver 9
- Motorisierung: 2,0-l-Turbodiesel mit 148 PS (108 kW)
- Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe; optional Achtstufen-Automatikgetriebe
- Zulässige Gesamtmasse: 3500 kg
- Maße (L/B/H): 5,94 m/2,06 m/2,53 m
- Stehhöhe: k. A.
- Gurt-/Schlafplätze: 4/2 – 4
Fahreindruck: Die Basis wirkt europäisch, der Ausbau eher beengt
Tatsächlich hinterlässt das Basisfahrzeug auf der ersten Testfahrt einen sehr europäischen Eindruck. Doch so tadellos er lenkt, bremst und federt, so sehr hemmt ihn beim Fahren seine Durchzugsschwäche bei niedrigen Drehzahlen. Erst wenn 2000 Touren deutlich überschritten sind, weckt der Turbo die Lebensgeister. Ungewohnt für europäische Hände ist das sehr knochig zu schaltende Sechsgang-Schaltgetriebe. Eine Automatik soll im Lauf des Jahres 2025 bestellbar sein.
Dieses ambivalente Bild setzt sich im Ausbau des 5,94 m langen Kastenwagens fort. Dass der neue La Marca SAIC Maxus RV9 gekonnt verarbeitet ist, beweist die Ruhe an Bord. Egal, wie die Straße beschaffen ist: Von den Möbeln ist nichts zu hören. Bleibt die zentrale Frage nach der Aufenthaltsqualität an Bord. Weiter hinten leidet die Behaglichkeit, weil alles immer enger wird. Die Nasszellen-Tür lässt sich nur zur Hälfte öffnen, der Durchgang zum Bett misst ganze 42 cm lichte Weite. Im Bad fehlen Ablagen oder Schränke, und die beiden Betten haben lediglich 1,76 (unten) und 1,70 (oben) m Länge. Durchschnittlich große Mitteleuropäer:innen finden hier keinen Platz, noch dazu sind die Matratzen lediglich 55 mm stark und liegen direkt auf einem harten Holzbrett.
Von Christian Steiger













