Fahrbericht

Erste Testfahrt im Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid: Unser Fazit

Mit dem neuen Panamera Turbo S E-Hybrid legt Porsche die Messlatte erneut höher – schneller, stärker, elektrischer. Bei der Testfahrt verschmelzen Luxuslimousine und Sportwagen zu einem Ganzen. Doch überzeugt der Schwabe auf jedem Terrain?

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Der fahrende Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid von schräg vorne.
Für den Panamera der dritten Generation hat Porsche ein cleveres und serienmäßiges neues Fahrwerk namens „Active Ride Control“ eingeführt. Es besteht aus aktiven Dämpfern ... Foto: Car
Der fahrende Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid von schräg hinten.
... mit elektrohydraulischen Pumpen, die vorgespannt werden können, um den üblichen Federungskräften in Kurven entgegenzuwirken. Foto: Car
Der fahrende Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid in der Seitenansicht.
Wer ein konventionelles Fahrwerk gewohnt ist, dem wird die Technologie zunächst etwas ungewohnt vorkommen. Foto: Car
Der fahrende Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid von vorne.
Die Designänderungen am Exterieur sind etwas dezenter. Front- und Heckstoßfänger wurden leicht überarbeitet, wobei die markantere LED-Rückleuchte besonders hervorsticht. Foto: Car
Das Lenkrad des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid, das sich hier rechts befindet.
Im Innenraum finden sich viele Einflüsse von Taycan und Cayenne. Der Panamera teilt sich das Breitbild-Infotainmentsystem und das volldigitale Kombiinstrument mit dem Vorgängermodell. Foto: Car
Detailaufnahme des Lenkrades mit Cockpit, das sich hier rechts befindet.
Die Menüs auf dem Infotainment-Bildschirm sind einfach und das digitale Kombiinstrument imitiert sehr überzeugend die alte analoge Anzeige von Porsche. Foto: Car
Detailaufnahme des Displays vom Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid.
Das Infotainmentsystem für den Beifahrersitz, das zumeist nur den Inhalt des zentralen Bildschirms spiegelt, wirkt in Zeiten von Smartphones überflüssig. Foto: Car
Detailaufnahme der Mittelkonsole des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid.
Dankenswerterweise gibt es für die Klimaanlage physische Tasten auf der Mittelkonsole. Foto: Car
Die Rücksitzbank des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid.
Auch hinten sitzt man sehr bequem, die Materialauswahl ist wertig und gut verarbeitet. Foto: Car
Der Kofferraum des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid.
Platz gibt es auch im Kofferraum ausreichend. Wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine Sportlimousine handelt. Foto: Car
Detailaufnahme des Schriftzuges Turbo S vom Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid.
Mit dem neuen Panamera Turbo S E-Hybrid legt Porsche die Messlatte erneut höher – schneller, stärker, elektrischer. Foto: Car

Der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid, das Topmodell der Baureihe, ist ein wahres Kraftpaket. Basis seines Antriebsstrangs ist ein 599 PS (441 kW) starker 4,0-l-V8-Biturbo. Da dies offensichtlich nicht genug Leistung ist, hat Porsche ihn um einen 140 kW (190 PS) starken Elektromotor und einen gewaltigen 25,9-kWh-Akku ergänzt. Das Ergebnis? 782 PS (575 kW) und 1000 Nm Drehmoment. Wahnsinn! Doch bei der ersten Testfahrt zeigt der Panamera Turbo S E-Hybrid noch mehr beeindruckende Eigenschaften.

Der Porsche Panamera im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Das ist neu am Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid

Für den Panamera der dritten Generation – hier sind alle Panamera-Varianten in der Übersicht – hat Porsche ein cleveres und serienmäßiges neues Luftfahrwerk namens „Active Ride Control“ eingeführt. Es besteht aus aktiven Dämpfern mit elektrohydraulischen Pumpen, die vorgespannt werden können, um den üblichen Federungskräften in Kurven entgegenzuwirken.

Im Innenraum finden sich viele Einflüsse von Taycan und Cayenne. Der Panamera teilt sich das Breitbild-Infotainmentsystem und das volldigitale Kombiinstrument mit dem Vorgängermodell, das noch teilanaloge Instrumente besaß.

Die Designänderungen am Exterieur sind etwas dezenter. Front- und Heckstoßfänger wurden leicht überarbeitet, wobei die markanteren LED-Rückleuchten besonders hervorstechen. Neu ist auch das Styling-Paket „Turbonite“, das exklusiv für den Turbo erhältlich ist und die serienmäßigen Edelstahl- und schwarzen Zierelemente durch graue ersetzt. Selbst das bekannte gelb-rote Porsche-Logo wird in dieser Variante einfarbig gestaltet.

Reichweite und Ladespezifikationen

Jeder Panamera Hybrid ist mit einem 25,9-kWh-Akku ausgestattet, der deutlich größer ist als die 17,9-kWh-Batterie des Vorgängermodells. Das Ergebnis: eine deutlich höhere rein elektrische Reichweite. Porsche gibt nach WLTP-Bedingungen 80 km an. In der Praxis sind es wohl eher 55 km, aber das ist trotzdem eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger, der kaum 30 km ohne Verbrenner schaffte. Zudem ist ein leistungsstärkeres 11-kW-Bordladegerät eingebaut, das die Ladezeit im Idealfall auf etwa zweieinhalb Stunden verkürzt.

Erste Testfahrt: Das Active Ride Control ist famos – aber nicht immer

Der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid ist ein Auto mit zwei Gesichtern. Lässt man das Fahrwerk im Komfort- und den Antriebsstrang im Hybridmodus, erhält man einen Gran Turismo, der Kontinente durchquert. Und genau hier spielt Porsches Active Ride Control-Technologie ihre Stärken aus. Wenn man mit der doppelten Richtgeschwindigkeit über die Autobahn rast, kann sich selbst eine sanfte Kurve wie eine Haarnadelkurve anfühlen. Doch die Fähigkeit des Panamera, sich selbst abzustützen, wirkt diesem leicht hektischen Gefühl entgegen.

Auf Landstraßen bei niedrigeren Geschwindigkeiten sowie mit Unebenheiten, Schlaglöchern und Kuppen in schneller Abfolge stößt das System hingegen an seine Grenzen: Die Achsen reagieren unterschiedlich, was sich in einem schwammigen Fahrgefühl äußert. Über den Sportmodus lässt sich Active Ride Controle deaktivieren – dann werden die Dämpfer straffer und man empfindet wieder ein Gleichgewicht.

Was die reine Beschleunigung angeht, ist der Panamera Turbo S E-Hybrid ein echtes Kraftpaket. In einem Auto, das so gut ausgestattet und komfortabel ist, in 2,9 s von 0 auf 100 km/h beschleunigen zu können, ist schlichtweg absurd. Der Elektromotor presst das Auto ansatzlos auf den Asphalt – quasi das Warm-up für den V8, der dann im Anschluss seine volle Kraft entfaltet. Und wenn die Turbos bei etwa 2500 U/min einsetzen, spürt man einen ordentlichen Schub im Rücken.

Unter dem Strich hinterlässt das Auto bei der ersten Testfahrt also ein etwas zwiespältiges Fahrgefühl. Es reagiert unglaublich schnell und in den meisten Situationen sehr leistungsfähig, die Lenkung ist messerscharf und es gibt keinerlei Seitenneigung, doch fühlt sich der der Turbo S E-Hybrid mit seinem neuen Fahrwerk, das zwar versucht, das hohe Leergewicht zu kompensieren, aber an seine Grenzen stößt, nicht überall wirklich wohl.

Hochwertige Verarbeitung, durchdachte Bedienung

Der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid ist hochwertig verarbeitet und vollgepackt mit Technik, die aber nicht überladen wirkt. Die Menüs auf dem Infotainment-Bildschirm sind nachvollziehbar gestaltet, das digitale Kombiinstrument imitiert sehr überzeugend die alte analoge Anzeige von Porsche und es gibt physische Tasten auf der Mittelkonsole für die Klimaanlage.

Kritikpunkte wären da aber trotzdem: Zum einen das Infotainmentsystem für den Beifahrersitz, das zumeist nur den Inhalt des zentralen Bildschirms spiegelt – in Zeiten von Smartphones wirkt es dadurch überflüssig. Zum anderen wirkt der Lack auf der Mittelkonsole nicht gerade hochwertig.

Fazit

Auf der Rennstrecke zeigt sich die Active Ride Controle von der besten Seite. Auf der Straße fällt das Fazit hingegen zwiegespalten aus: Funktioniert es auf der Autobahn noch hervorragend, ist es auf kurvenreichen Strecken schon weniger hilfreich. In der Summe seiner Eigenschaften ist der Turbo S E-Hybrid somit nicht die beste Version des Panamera. Der GTS etwa ist leichter, wendiger, günstiger und im Alltag nicht langsamer.

Technische Daten des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid

AUTO ZEITUNG

Technische Daten des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid

Technische Daten

Motoren

4,0-l-V8-Biturbomotor; ein E-Motoren

Antrieb

7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe; Allrad

Systemleistung

575 kW / 782 PS

Max. Systemdrehmoment

1000 Nm

Akkukapazität

k.A kWh (netto)

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

5054 / 1937 / 1423 mm

Leergewicht / Zuladung

2365 / 500 kg

Kofferraumvolumen

421 – 1255 l

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

2,9 s

Höchstgeschwindigkeit

325 km/h

Verbrauch auf 100 km

1,2 l S

Elektr. Reichweite

81 - 85 km

Kaufinformationen

Grundpreis

236.400 €

Marktstart

Bereits erhältlich

Alle Daten Werksangaben