Erste Testfahrt im Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid: Unser Fazit
Mit dem neuen Panamera Turbo S E-Hybrid legt Porsche die Messlatte erneut höher – schneller, stärker, elektrischer. Bei der Testfahrt verschmelzen Luxuslimousine und Sportwagen zu einem Ganzen. Doch überzeugt der Schwabe auf jedem Terrain?
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Der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid, das Topmodell der Baureihe, ist ein wahres Kraftpaket. Basis seines Antriebsstrangs ist ein 599 PS (441 kW) starker 4,0-l-V8-Biturbo. Da dies offensichtlich nicht genug Leistung ist, hat Porsche ihn um einen 140 kW (190 PS) starken Elektromotor und einen gewaltigen 25,9-kWh-Akku ergänzt. Das Ergebnis? 782 PS (575 kW) und 1000 Nm Drehmoment. Wahnsinn! Doch bei der ersten Testfahrt zeigt der Panamera Turbo S E-Hybrid noch mehr beeindruckende Eigenschaften.
Der Porsche Panamera im Video

Das ist neu am Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid
Für den Panamera der dritten Generation – hier sind alle Panamera-Varianten in der Übersicht – hat Porsche ein cleveres und serienmäßiges neues Luftfahrwerk namens „Active Ride Control“ eingeführt. Es besteht aus aktiven Dämpfern mit elektrohydraulischen Pumpen, die vorgespannt werden können, um den üblichen Federungskräften in Kurven entgegenzuwirken.
Im Innenraum finden sich viele Einflüsse von Taycan und Cayenne. Der Panamera teilt sich das Breitbild-Infotainmentsystem und das volldigitale Kombiinstrument mit dem Vorgängermodell, das noch teilanaloge Instrumente besaß.
Die Designänderungen am Exterieur sind etwas dezenter. Front- und Heckstoßfänger wurden leicht überarbeitet, wobei die markanteren LED-Rückleuchten besonders hervorstechen. Neu ist auch das Styling-Paket „Turbonite“, das exklusiv für den Turbo erhältlich ist und die serienmäßigen Edelstahl- und schwarzen Zierelemente durch graue ersetzt. Selbst das bekannte gelb-rote Porsche-Logo wird in dieser Variante einfarbig gestaltet.
Reichweite und Ladespezifikationen
Jeder Panamera Hybrid ist mit einem 25,9-kWh-Akku ausgestattet, der deutlich größer ist als die 17,9-kWh-Batterie des Vorgängermodells. Das Ergebnis: eine deutlich höhere rein elektrische Reichweite. Porsche gibt nach WLTP-Bedingungen 80 km an. In der Praxis sind es wohl eher 55 km, aber das ist trotzdem eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger, der kaum 30 km ohne Verbrenner schaffte. Zudem ist ein leistungsstärkeres 11-kW-Bordladegerät eingebaut, das die Ladezeit im Idealfall auf etwa zweieinhalb Stunden verkürzt.
Erste Testfahrt: Das Active Ride Control ist famos – aber nicht immer
Der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid ist ein Auto mit zwei Gesichtern. Lässt man das Fahrwerk im Komfort- und den Antriebsstrang im Hybridmodus, erhält man einen Gran Turismo, der Kontinente durchquert. Und genau hier spielt Porsches Active Ride Control-Technologie ihre Stärken aus. Wenn man mit der doppelten Richtgeschwindigkeit über die Autobahn rast, kann sich selbst eine sanfte Kurve wie eine Haarnadelkurve anfühlen. Doch die Fähigkeit des Panamera, sich selbst abzustützen, wirkt diesem leicht hektischen Gefühl entgegen.
Auf Landstraßen bei niedrigeren Geschwindigkeiten sowie mit Unebenheiten, Schlaglöchern und Kuppen in schneller Abfolge stößt das System hingegen an seine Grenzen: Die Achsen reagieren unterschiedlich, was sich in einem schwammigen Fahrgefühl äußert. Über den Sportmodus lässt sich Active Ride Controle deaktivieren – dann werden die Dämpfer straffer und man empfindet wieder ein Gleichgewicht.
Was die reine Beschleunigung angeht, ist der Panamera Turbo S E-Hybrid ein echtes Kraftpaket. In einem Auto, das so gut ausgestattet und komfortabel ist, in 2,9 s von 0 auf 100 km/h beschleunigen zu können, ist schlichtweg absurd. Der Elektromotor presst das Auto ansatzlos auf den Asphalt – quasi das Warm-up für den V8, der dann im Anschluss seine volle Kraft entfaltet. Und wenn die Turbos bei etwa 2500 U/min einsetzen, spürt man einen ordentlichen Schub im Rücken.
Unter dem Strich hinterlässt das Auto bei der ersten Testfahrt also ein etwas zwiespältiges Fahrgefühl. Es reagiert unglaublich schnell und in den meisten Situationen sehr leistungsfähig, die Lenkung ist messerscharf und es gibt keinerlei Seitenneigung, doch fühlt sich der der Turbo S E-Hybrid mit seinem neuen Fahrwerk, das zwar versucht, das hohe Leergewicht zu kompensieren, aber an seine Grenzen stößt, nicht überall wirklich wohl.
Hochwertige Verarbeitung, durchdachte Bedienung
Der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid ist hochwertig verarbeitet und vollgepackt mit Technik, die aber nicht überladen wirkt. Die Menüs auf dem Infotainment-Bildschirm sind nachvollziehbar gestaltet, das digitale Kombiinstrument imitiert sehr überzeugend die alte analoge Anzeige von Porsche und es gibt physische Tasten auf der Mittelkonsole für die Klimaanlage.
Kritikpunkte wären da aber trotzdem: Zum einen das Infotainmentsystem für den Beifahrersitz, das zumeist nur den Inhalt des zentralen Bildschirms spiegelt – in Zeiten von Smartphones wirkt es dadurch überflüssig. Zum anderen wirkt der Lack auf der Mittelkonsole nicht gerade hochwertig.
Fazit
Auf der Rennstrecke zeigt sich die Active Ride Controle von der besten Seite. Auf der Straße fällt das Fazit hingegen zwiegespalten aus: Funktioniert es auf der Autobahn noch hervorragend, ist es auf kurvenreichen Strecken schon weniger hilfreich. In der Summe seiner Eigenschaften ist der Turbo S E-Hybrid somit nicht die beste Version des Panamera. Der GTS etwa ist leichter, wendiger, günstiger und im Alltag nicht langsamer.
Technische Daten des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid
AUTO ZEITUNG | Technische Daten des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid |
|---|---|
Technische Daten | |
Motoren | 4,0-l-V8-Biturbomotor; ein E-Motoren |
Antrieb | 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe; Allrad |
Systemleistung | 575 kW / 782 PS |
Max. Systemdrehmoment | 1000 Nm |
Akkukapazität | k.A kWh (netto) |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 5054 / 1937 / 1423 mm |
Leergewicht / Zuladung | 2365 / 500 kg |
Kofferraumvolumen | 421 – 1255 l |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 2,9 s |
Höchstgeschwindigkeit | 325 km/h |
Verbrauch auf 100 km | 1,2 l S |
Elektr. Reichweite | 81 - 85 km |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 236.400 € |
Marktstart | Bereits erhältlich |
Alle Daten Werksangaben | |























