Fahrbericht

MG4 EV Urban auf Testfahrt: Das kann der neue Kompakte

Irreführende Nomenklatur, doch klare Ausrichtung: MG spendiert dem kompakten MG4 mit dem Zusatz „Urban“ einen zweites, völlig anderes Schwestermodell. So schlägt sich der neue Kompakte bei der ersten Testfahrt!

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Der MG4 EV Urban fährt auf einer Landstraße, von vorne links fotografiert.
Ein kompaktes E-Auto ab 25.000 Euro? Das geht, wie unsere Testfahrt beweist. Foto: MG
Der MG4 EV Urban fährt auf einer Landstraße, von hinten links fotografiert.
Besonders das Heck des Urban ist weniger dynamisch gezeichnet als das des MG4. Foto: MG
Das Armaturenbrett des MG4 EV Urban.
Zu einem zeitgemäß arbeitenden Infotainmentsystem gesellen sich physische Bedienelemente, über die sich in der Mittelkonsole Klimatisierung und Lautstärke regeln lassen. Foto: MG
Die vorderen Sitze des MG4 EV Urban.
Materialauswahl und -qualität gehen in der Premium-Ausstattung klar. Foto: MG
Der MG4 EV Urban steht auf einem Parkplatz, von vorne rechts fotografiert.
Mit 4,40 m Außenlänge fällt der Urban rund elf Zentimeter länger aus als der reguläre MG4. Foto: MG

Der MG4 EV Urban auf erster Testfahrt

Mit dem MG4 hat die unter chinesischer Flagge auferstandene UK-Marke bereits seit 2022 einen dynamischen Kompakten im Programm: schnittiges Design, straffes Fahrwerk, kräftiger Heck- oder Allradantrieb. Mit mindestens 43.000 Euro ist das E-Auto allerdings nicht allzu budgetfreundlich eingepreist. Und hier kommt der neue MG4 EV Urban ins Spiel. Ähnlich benannt und ebenfalls in der Kompaktklasse angesiedelt, aber auf der neuen E3-Plattform völlig anders konstruiert, ergänzt er nun ab 24.990 Euro das Modellportfolio (Stand: Mai 2026).

XXL-Kofferraum dank Frontantrieb

Auch abgesehen vom Preis ist der MG4 Urban praktischer orientiert als sein älterer Bruder. Bei einem Radstand von 2,75 m erstreckt er sich auf 4,40 m. Das sind rund elf Zentimeter mehr als der MG4 in der Länge misst. Das macht sich beim Platzangebot bemerkbar, denn im Fond kommt man auch als großgewachsene Person problemlos unter.

Darüber hinaus fährt der Urban im Gegensatz zum MG4 ausschließlich mit Frontantrieb vor, was ihn spürbar weniger fahrdynamisch macht, aber gleichzeitig seine größte Stärke ermöglicht: den riesigen Kofferraum. Durch den Verzicht auf Antriebstechnik im Heck offeriert der Urban – ähnlich den „MEB+“-Modellen aus dem VW-Konzern – unter dem Ladeboden ein zusätzliches Fach, das weit nach unten reicht. So lässt sich auch besonders hohes Ladegut verstauen. MG gibt das Kofferraumvolumen mit 470 l plus 98 l unter dem Ladeboden an. Zum Vergleich: Ein aktueller Golf bietet als reiner Verbrenner 381 l.

Modernes Infotainment, solider Innenraum

Das Cockpit gefällt durch das Bediensystem, das wir beispielsweise bereits aus MG4 oder MG S6 kennen. Zu einem zeitgemäß arbeitenden Infotainmentsystem gesellen sich physische Bedienelemente, über die sich in der Mittelkonsole Klimatisierung und Lautstärke regeln lassen. Auch Materialauswahl und Verarbeitungsqualität gehen in der Premium-Ausstattung klar, hier lockern auch großflächige Kunstleder-Applikationen die Kunststoffflächen des Armaturenbretts auf.

Das Armaturenbrett des MG4 EV Urban.
Foto: MG

Positiv fällt der knackig und spielfrei arbeitende Fahrmodus-Wahlregler in der Mittelkonsole auf, negativ leider die instabile Apple CarPlay-Integration, die uns bei der ersten Testfahrt wiederholt aus der Google Maps-Ansicht kickt.

MG4 Urban fährt auffällig unauffällig

Vorerst steht der neue MG4 EV Urban in zwei Antriebsvarianten zur Verfügung: entweder mit 110 kW (150 PS) und 41,9 kWh Netto-Batteriekapazität oder mit 118 kW (160 PS) und 52,8 kWh. Wir waren bei unserer ersten Testfahrt mit der stärkeren Motorisierung unterwegs, die in 9,5 s auf Tempo 100 beschleunigen soll und mit maximal 87 kW DC-Laden beherrscht. Der bei unserer vielseitigen Testrunde ermittelte Verbrauch von 16,9 kWh/100 km ergibt eine rechnerische Realreichweite von 312 km. Als WLTP-Wert gibt MG für die Topausstattung 405 km an.

Beim Fahren fällt der neue MG4 EV Urban vor allem dadurch auf, dass er kaum auffällt. Die 118 kW (160 PS) sind für den Alltag mehr als ausreichend und ermöglichen auch einen dynamischen Zwischenspurt zum Überholen. Fahrwerk und Lenkung verrichten ihre Arbeit im besten Sinne unauffällig. Das einzige, bei dem MG gern noch einmal Hand anlegen könnte, ist die Bremse: Das Blending von Rekuperation zur Reibbremse geht nicht immer versteckt vonstatten und es mangelt an einem konsistenten Pedalgefühl. Dafür gefällt er mit One-Pedal-Driving.

Fazit

Nein, der MG4 Urban ist nicht so cool, dynamisch oder reichweitenstark wie der reguläre MG4. Dafür bietet er genau das, was seinem Schwestermodell fehlt: günstige Einstiegspreise und praktische Qualitäten. Und diese Qualitäten machen ihn passend zu seinem Beinamen zu einem astreinen Begleiter für den städtischen Alltag.

Technische Daten des MG4 EV Urban 54 kWh

AUTO ZEITUNG 12/2026

MG4 EV Urban 54 kWh

Technische Daten

Motor

Permanenterregte Synchronmaschine

Antrieb

Konstantübersetzung; Vorderrad

Leistung

118 kW / 160 PS

Max. Drehmoment

250 Nm

Kapazität / Spannung

52,8 kWh (netto) / 400 V

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

4395 / 1842 / 1549 mm

Leergewicht / Zuladung

1520 / 450 kg

Kofferraumvolumen

568 l – 1362 l

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

9,5 s

Höchstgeschwindigkeit

160 km/h

Verbrauch auf 100 km

15,3 kWh

Reichweite

416 km

Kaufinformationen

Grundpreis

28.490 €

Alle Daten Werksangaben