Erste Testfahrt: Setzt der Mercedes CLA Hybrid neue Maßstäbe?
Mit dem neuen CLA setzt Mercedes einmal mehr auf den Elektroantrieb. Der nun nachgereichte CLA Hybrid soll gegenüber der E-Mobilität skeptisch eingestellte Menschen abholen. Ob das klappt, klärt die erste Testfahrt!
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Elektrisch unterwegs, sportlich im Herzen
Ein Neustart in der Elektromobilität sollte der neue Mercedes CLA für die Marke mit dem Stern sein. Nun gesellt sich der Hybrid dazu. Wir haben dem Neuling bei einer ersten Testfahrt auf den Zahn gefühlt!

Mercedes CLA Hybrid: Erste Testfahrt im Hoffnungsträger
Was im Elektro-CLA (hier im Fahrbericht) irgendwie Sinn ergibt, wirkt im neuen Mercedes CLA Hybrid seltsam: Motorstart durch Druck aufs Lenkstockhebel-Ende – da, wo man sonst das Wischwasser für die Windschutzscheibe vermutet hätte. Trotz dieses etwas würdelosen Start-Rituals passiert, was zu erwarten war: Der Motor springt an, ein Turbo-Vierzylinder mit 1,5 l Hubraum und im Fall unseres CLA 220 4Matic immerhin mit 190 PS (140 kW). Eine 22 kW starke E-Maschine ist bei allen Leistungsvarianten (CLA 180, CLA 200, CLA 220) zusätzlich ins Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe integriert und sorgt für deftige 200 Nm Zusatzschub.
Die E-Maschine läuft nicht konstant mit, sondern wird über eine weitere Kupplung bedarfsweise zugeschaltet oder getrennt – das macht rein elektrisches Rangieren oder gar Fahren möglich, wenn nicht mehr als die 22 kW nötig sind und die kleine 1,3-kWh-Batterie genug Strom zur Verfügung stellen kann. Externes Laden ist nicht vorgesehen. Das 48-V-System soll zwar für maximale Effizienz sorgen, die Person am Steuer aber nicht mit E-Auto-Elementen auf den Verdacht bringen, dass sie sich durch die Hintertür doch irgendwie ein verkapptes E-Auto gekauft hat.
Mit seinem Miller-Zyklus-Brennverfahren spart der kleine Turbomotor des Typs M 252 besonders im Teillastbereich Kraftstoff und schafft dank eines aufwendigen Hightech-Pakets trotzdem solide Leistung – in Kombination mit der unterstützenden E-Maschine sollen 380 Nm Systemdrehmoment und ein geringer Verbrauch (WLTP: 5,3 bis 5,8 l/100 km) sogar bisherige Diesel-Fahrer:innen abholen. Ob das klappen kann?
Wie überzeugend ist die Antriebskombi?
Im ersten Moment ja: Das Drehmoment-Fundament steht spürbar solide, und die Leistungscharakteristik wirkt erfreulich willig. Es folgt aber die ernüchternde Feststellung, dass sich das Hightech-Antriebspaket selten durch echte Harmonie bemerkbar macht. Beim Wechsel von Schlepp- in Last-Momente verharrt der Antrieb immer wieder zu lange in der Rekuperation und scheint dann für einen Moment sehr unentschlossen, um im nächsten Moment die E-Maschine mit einem wahrnehmbaren Ruck ins Spiel zu bringen.
Mal wirkt die Antriebs-Kombi erfreulich kräftig, mal befällt sie spontane Schwindsucht, weil die E-Maschine gerade aus Spargründen im Standby ist. Die Mercedes-Ingenieur:innen haben eben erkennbar spitz auf Effizienz abgestimmt – teilweise zeigt der Bordcomputer während unserer Testfahrt einen Verbrauch von unter 5,0 l auf 100 km. Dieses Radikal-Knausern scheint bei unserer Fahrt durch die Alpen aufs Benehmen durchzuschlagen.
Im On/Off der Stadt und beim gelassenen Schnellstraßen-Segeln verhallen die Beschwerden allerdings. Wenn man dann noch im Sport-Modus unterwegs ist und den Verbrennungsmotor so am Abschalten hindert, wird alles homogener, flüssiger, intuitiver – aber auch verbrauchsintensiver.
Kaum Unterschiede zum bereits bekannten CLA EQ
Dass der neue Mercedes CLA Hybrid aus Package-Gründen eine etwas andere Lenkung als sein Elektro-Bruder besitzt, ist nicht spürbar, er fährt zielgenau und animierend. Der Abrollkomfort ist ausgezeichnet, auch auf groben Bergstraßen bewegt er sich mit markentypischer Gelassenheit und gleichzeitig ansprechend dynamisch. Das von uns gefahrene Allrad-Topmodell fegt mit vertrauenerweckender Stabilität und Traktion bis zum verschneiten Timmelsjoch-Portal, die Fahrwerks-Reifeprüfung darf damit als bestanden gelten.
Abschließendes Umschauen im Cockpit – keine Änderungen zum bekannten Elektro-CLA. Das gilt aber auch für die optionale "Superscreen“-Landschaft aus riesigen Displays, auf denen große App-Icons renommieren. Doch die unsicher touchende Bedienung von deutlich öfter genutzten Klimafunktionen schrumpft auf Fingerkuppengröße. Das eher überflüssige Beifahrerdisplay schiebt das Zentraldisplay übrigens so weit nach links, dass wichtige Anzeigen im Lenkradschatten verschwinden. Doch nicht so super, der Screen.
Fazit
Man kann Mercedes keinesfalls vorwerfen, den CLA Hybrid nur als Verlegenheitslösung für jene Menschen, die E-Autos verweigern, aufgelegt zu haben: Die aufwendig gemachte Verbrenner-Version gibt sich alle Mühe. Und beweist trotzdem, dass der Staffelstab längst übergeben wurde: Der CLA Hybrid ist seinem Elektro-Bruder in nur wenigen Punkten ebenbürtig. Überzeugen kann das erwachsen abgestimmte Fahrwerk, das volldigitale Bedienkonzept dagegen eher weniger.
Technische Daten des Mercedes CLA Hybrid
AUTO ZEITUNG 27/2025 | Mercedes CLA Hybrid |
|---|---|
Technische Daten | |
Motoren | 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Elektromotor |
Antrieb | 8-Gang, Doppelkupplung |
Systemleistung | 140 kW / 190 PS |
Max. Systemdrehmoment | 300 Nm |
Akkukapazität | 1,3 kWh |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 4723 / 1855 / 1450 mm |
Leergewicht / Zuladung | 1770 / 430 kg |
Kofferraumvolumen | 405 l |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0–100 km/h) | 7,1 s |
Höchstgeschwindigkeit | 237 km/h |
Verbrauch auf 100 km | 5,3 l S |
Elektr. Reichweite | k.A. |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 54.228 € |
Marktstart | k.A. |
Alle Daten Werksangaben | |















