Erste Testfahrt: Das führt der Kia Seltos gegen T-Roc & Co. an
Kia lässt wieder die Korken knallen und rollt das nächste SUV an den Start. Dabei lockt der Seltos mit coolem EV-Look und konventioneller Technik. Erste Testfahrt!
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Zwischen Stonic und Sportage: der neue Kia Seltos
Die SUV-Welle rollt munter weiter, und Kia schwimmt ganz oben auf. Denn als hätte die Marke vom Stonic bis zum EV9 nicht schon genügend mehr oder minder softe Geländewagen am Start, lässt sie jetzt auch noch den Seltos von der Leine. In der ersten Generation ein Besteller im Rest der Welt, soll die Neuauflage ab Sommer 2026 nun auch in Deutschland punkten.
Zwar kämpft sie gegen starke Wettbewerber wie den VW T-Roc oder den Toyota C-HR – doch mit coolem EV-Design und konventioneller Technik hat sie das Zeug, zumindest bei Kia zum meistverkauften Modell zu werden. In der eigenen Familie einsortiert zwischen Stonic und Sportage, ist der Seltos zugeschnitten auf die Mitte des Marktes – schließlich bietet er bei 4,43 m Länge, 2,69 m Radstand und mit 536 bis 1511 l Ladevolumen genügend Platz für Kind und Kegel, sprengt aber dennoch auch für Singles und Pärchen nicht den Rahmen.
Der VW T-Roc im Fahrbericht (Video)

Familientaugliches Platzangebot und Cockpit im EV-Stil
Wobei Kia die Sache mit der Familienfreundlichkeit ernst meint und die zweite Reihe entsprechend wichtig nimmt. Nicht umsonst lässt sich die Neigung der Rückenlehne um zwölf Grad einstellen. Zudem gibt es eine dreistufige Sitzheizung, und den Beifahrersitz kann man auch vom Fond aus einstellen. Die Stromversorgung von Smartphone & Co. ist ebenfalls gesichert.
Vorn genießt man dagegen das aktuelle Ambiente der elektrischen Kia-Modelle. Genau wie beim kantigen Karosseriedesign und bei der LED-Signatur hat sich Kia auch im Cockpit an EV2 oder EV3 orientiert. Es gibt deshalb den gleichen breiten Bildschirm mit reichlich digitalem Gedöns und trotzdem erfreulich viele Tasten und Schalter für all jene, deren Telefon früher noch eine Schnur hatte. Nur den Gangwähler hätte Kia ruhig etwas filigraner gestalten können, denn statt eines Hebels ist das eher ein Getriebewähl-Prügel.
Erste Testfahrt: eher komfort- als fahrspaßorientiert
Während die Designer:innen nach den EV-Modellen geschielt haben, ist das Ingenieursteam ganz im Hier und Heute geblieben – und beschränkt sich auf konventionelle Antriebe. Diese drehen sich alle um einen 1,6 l großen Benzindirekteinspritzer, dem wahlweise ein Turbolader Beine macht oder – wie demnächst zum ersten Mal auch im T-Roc – ein elektrisches Hybrid-Modul.
Je nach Konfiguration kommt der Kia damit auf Leistungen zwischen 154 und 180 PS (113 bis 132 kW), die von einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sauber sortiert werden und ihn entspannt im Verkehr mitschwimmen lassen. Fahrwerk und Lenkung sind eher komfort- als fahrspaßorientiert ausgelegt, wenngleich es bei Spitzengeschwindigkeiten jenseits von 200 km/h trotzdem nicht an der nötigen Präzision mangelt.
Während der reine Verbrenner dabei einen im besten Sinn unauffälligen Eindruck macht, erlebt man den Hybrid-Seltos von zwei Seiten. Im ewig zähen Stadtverkehr der Millionenmetropole Seoul erfreulich häufig im E-Betrieb, ist er wunderbar leise und fließt eher durch die Rushhour als dass er fährt, so sanft und seidig ist der Fahreindruck. Nur um die Insass:innen kurz darauf mit einem knarzigen Krächzen zurück ins Jetzt zu holen, wenn sich der Benziner wieder hinzuschaltet.
Dabei birgt der Seltos gleich drei mehr oder minder große Überraschungen. Als einen der wenigen Vertreter in dieser Klasse gibt es ihn auch mit Allradantrieb. Beim Hybrid kommt dann zum ersten Mal bei Kia eine elektrische Hinterachse zum Einsatz. Und weil die Marke reichlich EV-Erfahrung hat, gibt es einen kleinen Puffer-Akku mit einer Steckdose, womit die Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) erstmals in einem Hybrid angeboten wird. Laptop laden oder mit einer elektrischen Luftpumpe das Mountainbike flott machen – beides ist möglich.
Kia zeigt sich beim Seltos preislich ambitioniert
Überraschend ist auch der Blick auf die Preisliste: Mit 34.190 Euro (Handschalter) ist der Seltos erst einmal zehn Prozent teurer als der T-Roc, und auch der C-HR startet günstiger. Man muss deshalb schon die Details genauer studieren, um zu erkennen, dass man bei der Konkurrenz dafür auch nur Selters bekommt, während es beim Seltos deutlich mehr prickelt.
Fazit
Cooles Design, konventionelle Technik und ein hoher Alltagsnutzen – zwar lässt das neue koreanische SUV die bisherigen Stammspieler Niro oder Stonic ganz schön alt aussehen, doch dafür hat es das Zeug zum Bestseller. Es ist gut möglich, dass der Seltos nicht nur bei Kia die Korken knallen lässt.
Technische Daten des Kia Seltos
AUTO ZEITUNG 11/2026 | Kia Seltos |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo; 1598 cm3 |
Antrieb | 7-Gang, Doppelkupplung; Vorderrad |
Leistung | 132 kW / 180 PS |
Max. Drehmoment | 265 Nm |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 4430 / 1830 / 1610 mm |
Leergewicht / Zuladung | 1470 / 565 kg |
Kofferraumvolumen | 536 – 1511 l |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 8,8 s |
Höchstgeschwindigkeit | 208 km/h |
Verbrauch auf 100 km | 7,0 l S |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 36.190 € |
Marktstart | Sommer 2026 |
Alle Daten Werksangaben | |





















