Testfahrt im Kia PV5 Passenger (2025): Schlüssiges Konzept
Elektrisch, geräumig, voll bestuhlt: Nach dem, was wir über aktuelle Autos wissen, müsste der neue Kia PV5 Passenger (2025) eigentlich sündhaft teuer sein – aber er ist es nicht. Wir haben bei einer ersten Testfahrt probiert, was die Pkw-Variante der neuen Modellfamilie taugt und wo man Abstriche machen muss.
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Da machen VW ID. Buzz & Co. große Augen: Der Kia PV5 Passenger, also die Pkw-Variante von Kias neuer Elektro-Van-Familie, steht ab 38.290 Euro im Konfigurator. Möchte man statt den 89 kW (122 PS) und eher schmalen 51,5 kWh Batteriekapazität lieber 120 kW (163 PS) und 71,2 kWh an Bord haben, steigt der Grundpreis auf immer noch faire 42.290 Euro (alle Preise: Stand September 2025). In beiden Fällen drückt der Elektromotor bis zu 250 Nm an die Vorderräder und beschleunigt den Van bis maximal 135 km/h. Die kombinierte WLTP-Reichweite der Long-Range-Variante, in der wir auch bei unserer ersten Testfahrt absolvieren, ist mit 412 km angegeben. Ein halbstündiger DC-Ladestopp soll die Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie im Idealfall wieder von zehn bis 80 Prozent füllen.
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Der VW ID. Buzz (2022) im Fahrbericht (Video):

Platzangebot des Kia PV5 Passenger (2025) überzeugt bei Testfahrt
Die Maße des neuen Kia PV5 Passenger (2025) entsprechen der längeren der beiden Cargo-Varianten: 4,70 m in der Länge, drei Meter im Radstand, 1,90 m in Breite und Höhe. Dieser clever-modulare Aufbau der Platform Beyond Vehicle (PBV) dürfte mitverantwortlich sein für eine große Anzahl an Gleichteilen und die damit überschaubaren Preise. Mit Blick auf das Datenblatt jedoch eher negativ: Durch das amtliche Leergewicht von 2140 kg darf der Passenger "nur" 510 kg zuladen, die man mit den problemlos unterbringbaren fünf Personen und Gepäck durchaus erreicht.
Damit sind wir gleichzeitig aber auch beim größten Plus des Vans: Das Platzangebot ist selbst für die Fahrzeugklasse auffällig luftig und lädt zum Vollladen ein. In beiden Sitzreihen kann man sich auch als Großgewachsener ausbreiten, durch die Schiebetüren ist die hintere Sitzreihe zudem angenehm zu entern. Schade nur, dass der mittlere Sitz im Fond nicht über Isofix-Halterungen verfügt, was für Familien mit drei Kleinkindern interessant wäre. Vorerst ist ausschließlich das klassische 2-3-0-Sitzlayout bestellbar, Sechs- und Siebensitzer sollen folgen. In der erhältlichen zweireihigen Konfiguration steht ein Kofferraumvolumen von 1330 l zur Verfügung, der mit Umklappen der Rücksitze auf riesige 3615 l erweitert werden kann. Dazu kommen äußerst praktisch angelegte Staufächer unter dem Ladeboden (siehe Bild 9). Kurzum: ein Traum für jede Urlaubsfahrt.
Die Konkurrenten:
Sachlicher Innenraum & spritziger Antrieb
In der ersten Reihe des neuen Kia PV5 Passenger (2025) geht es ähnlich geräumig zu wie hinten, was subjektiv durch das zurückhaltende Armaturenbrett und die niedrige Fensterlinie unterstützt wird. Zudem unterstreichen zahlreiche große Staufächer den praktischen Anspruch. Wer Wert auf Haptik legt, könnte das sehr Hartplastik-lastige Interieur bemängeln – da der PV5-Innenraum jedoch nicht auf modisch tut, sondern einen sachlichen Nutzfahrzeug-Charme versprüht, stört uns die Materialauswahl bei der ersten Testfahrt überhaupt nicht. Erstaunlich fortgeschritten zeigen sich die serienmäßigen Assistenzsysteme: der adaptive Tempomat und der Spurhalteassistent mit Lenkeingriff funktionieren einwandfrei, lediglich die Aufmerksamkeitswarnung beim Abwenden der Augen von der Fahrbahn setzt sehr früh und akustisch vehement ein. Apropos Akustik: Bei Musikfans fällt die eher blecherne Soundanlage negativ ins Gewicht.
Vom Fahrgefühl her könnte man nach kurzer Zeit die Nutzfahrzeug-Wurzeln des neuen Kia PV5 Passenger (2025) vergessen: Der Van kann sich nicht nur in Sachen Geräusch- und Federungskomfort sehen lassen, sondern lässt sich auch kinderleicht fahren. Bei unserer ersten Testfahrt hinterlässt er mit dem 120-kW-Antrieb (163 PS) einen flinken Eindruck und lässt sich vergleichsweise dynamisch durch kurvige Strecken bewegen – der Fairness halber sei jedoch erwähnt, dass wir ohne Beladung unterwegs waren. Ein angenehmer Nebeneffekt der Lkw-Gene sind die großflächigen und wunderbar aussagekräftigen Außenspiegel.
Technische Daten des Kia PV5 Passenger
| AUTO ZEITUNG 22/2025 | Kia PV5 Passenger (71,2 kWh) |
| Technische Daten | |
| Motor | Permanenterregte Synchronmaschine |
| Antrieb | Konstantübersetzung; Vorderrad |
| Systemleistung | 120 kW/163 PS |
| Max. Drehmoment | 250 Nm |
| Kapazität/Spannung | 71,2 kWh/400 V |
| Karosserie | |
| Außenmaße (L/B/H) | 4695/1895/1899 mm |
| Leergewicht/Zuladung | 2140/510 kg |
| Kofferraumvolumen | 1330–3615 l |
| Fahrleistungen | |
| Beschleunigung (0-100 km/h) | 10,7 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 135 km/h |
| Verbrauch auf 100 km | 19,1 kWh |
| Reichweite | 412 km |
| Kaufinformationen | |
| Grundpreis | 42.290 € |
| Marktstart | November 2025 |
| Alle Daten Werksangaben | |
Fazit
Der Kia PV5 Passenger macht das, was er macht, verdammt gut: Er ist eine pragmatische Familienkutsche, die absolut ausreichende Elektro-Technik mit einem fairen Preis kombiniert. Von einem so schlüssig gedachten und umgesetzten Konzept könnten sich einige europäische Großserien-Hersteller eine Scheibe abschneiden.



















