Ceed-Erbe Kia K4: Das verrät die erste Testfahrt im US-Modell
Der Kia K4 soll den Ceed ersetzen und ist in Deutschland lediglich als Hatchback bestellbar. Bei einer ersten Testfahrt im technisch verwandten US-Modell, einer Limousine, verschaffen wir uns einen ersten Eindruck vom kompakten Verbrenner!
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
Neuer Kia K4: Deshalb ist das US-Modell vom Prinzip gleich
Kia hat in den vergangenen Jahren mit batterieelektrischen Modellen für Schlagzeilen gesorgt, verfolgt jedoch weiterhin konsequent die Verbrennerentwicklung. Der neue Kia K4 wird ab Anfang 2026 ausgeliefert, löst den Ceed ab und tritt im Segment des VW Golf an – einem Marktumfeld, das nach dem Wegfall des beliebten Ford Focus deutlich ausgedünnter ist. Bislang ist er in Deutschland ausschließlich als Schrägheck-Limousine zu einem Einstiegspreis von 30.000 Euro bestellbar, womit er fast gleichauf mit dem Golf liegt (Stand: Januar 2026). Dafür bietet er serienmäßig eine kaum erreichte Sieben-Jahres-Garantie. Doch kann er die hohe Reife eines VW erreichen? Unsere erste Testfahrt findet in einer US-amerikanischen Variante, einer Limousine, statt. Dieser Karosserietyp dürfte zwar nicht nach Deutschland kommen, ist technisch aber vergleichbar mit dem hier erhältlichen Hatchback.
Der Kia K4 im Video

K4 mit drei Benzinern erhältlich
Trotz des Modellnamens basiert der neue Kia K4 auf der K3-Plattform von Hyundai-Kia, die auch beim Kona zum Einsatz kommt. Mit 4440 mm Länge und 1435 mm Höhe überragt der K4 als Hatchback den VW Golf längsseitig um 16 cm, bleibt jedoch fünf Zentimeter niedriger. Ohne Außenspiegel ist er zudem sechs Zentimeter breiter – ein deutlicher Größenzuwachs gegenüber dem Ceed.
Vorerst stehen in Europa drei Motoren zur Wahl: ein 1,0-l-T-GDI-Dreizylinder mit 115 PS (85 kW) und 48-V-Mildhybrid, sowie ein 1,6-l-T-GDI-Vierzylinder ohne Hybridisierung mit 150 PS (110 kW) oder 180 PS (132 kW). Die beiden stärkeren Motoren sind serienmäßig mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert. Beim 1,0-l-Motor stehen sowohl dieses Getriebe als auch ein manuelles Sechsganggetriebe zur Auswahl. Mit dem 1,0-l-T-GDI-Mildhybrid beschleunigt der K4 in 12,2 s (Handschaltung) beziehungsweise 12,3 s (Doppelkupplung) von Null auf 100 km/h. Der 1,6-l-T-GDI mit 150 PS benötigt 9,1 s, während die 180-PS-Version die Zeit auf 8,4 s verkürzt.
Erste Testfahrt: nicht aufregend, aber solide
Die erste Testfahrt zeigt: Der neue Kia K4 ist eindeutig nicht fahrdynamisch ausgelegt, erledigt die grundlegenden Disziplinen jedoch überzeugend. Der Federungskomfort fällt insgesamt gut aus, bei schärferen Kanten und Fugen gelangen jedoch spürbare Stöße in den Innenraum. Die Geräuschdämmung ist solide, allerdings wird der Motor bei starker Beschleunigung deutlich laut. Das Automatikgetriebe arbeitet nicht ganz so präzise und reaktionsschnell wie das DSG im VW Golf, erledigt seine Aufgabe aber ordentlich: weich im Automatikbetrieb und ausreichend direkt bei manuellen Eingriffen.
Bei der Testfahrt kam der amerikanische 1.6 T-GDI mit 190 PS (140 kW) zum Einsatz, der zehn PS stärker ausfällt als bei der europäischen Variante. Der Motor liefert keine herausragende Performance, bietet jedoch ein vorhersehbares und angenehmes Ansprechverhalten und erweist sich als drehfreudig. Im Gegenzug stößt die Traktion der Vorderachse relativ schnell an ihre Grenzen.
Positiv fällt das Handling auf: Die Lenkung ist leichtgängig, vermittelt aber dennoch Gefühl und reagiert ausreichend direkt, ohne nervös zu wirken. Auf geeigneten Straßen liefert der K4 durchaus Fahrspaß auf Golf-Niveau. Dennoch bleibt festzuhalten, dass der Volkswagen insgesamt ein breiteres und reiferes Spektrum an Fahreigenschaften bietet – von der Alltagstauglichkeit in der Stadt bis zum souveränen Autobahnkomfort. Ein besonders praktisches Detail, das bereits aus anderen Kia- und Hyundai-Modellen bekannt ist: Beim Setzen des Blinkers wird ein Kamerabild des toten Winkels im Kombiinstrument eingeblendet. Es genügt ein kurzer Blick, um mögliche verdeckte Fahrzeuge zu erkennen.
Innenraum mit physischen Tasten und Gangwahlhebel

Kia setzt im K4 auf eine gelungene Mischung aus digitalen Anzeigen und physischen Tasten. Zwar sind mehrere Displays eingebaut – darunter ein 12,3-Zoll-Fahrerdisplay, ein 5,3-Zoll-Touchdisplay für die Klimasteuerung und ein 12,3-Zoll-Infotainmentdisplay –, jedoch ergänzen praktische Direktwahltasten die Bedienung sinnvoll. In der US-Version sitzt zudem ein großer, klassischer Wählhebel in der Mittelkonsole. Dieser befindet sich auch in der deutschen Ausführung und stellt einen deutlichen Kontrast zu vielen Wettbewerbern dar, die auf kleinere oder versetzte Schalterlösungen setzen. Der Vorteil: ein vertrautes, haptisches Bediengefühl. Der Nachteil: etwas reduzierter Stauraum in der Mittelkonsole. Dafür bieten Türfächer, Handschuhfach und Armlehnenbox solide Ablagemöglichkeiten.
Das Infotainmentsystem bietet einen ordentlichen Funktionsumfang und arbeitet ausreichend schnell, wenn es auch nicht ganz so modern ausfällt wie das jüngste System im VW Golf. Die Klimabedienung kann je nach Sitzposition leicht vom Lenkrad verdeckt sein, was jedoch kein gravierendes Problem darstellt. Der Fond bietet sehr gute Bein- und Kniefreiheit – die Basis hierfür ist der im Vergleich zum Ceed um 70 mm verlängerte Radstand – sowie ordentliche Kopffreiheit. Die Schrägheckversion dürfte durch das steilere Dachprofil noch etwas mehr Raum nach oben bieten. Das Kofferraumvolumen des Hatchbacks liegt bei 438 l und 1217 l mit umgeklappten Sitzen und übertrifft damit sowohl den VW Golf als auch den auslaufenden Ford Focus. In Verbindung mit dem Mildhybridantrieb sinken die Werte spürbar auf 328 l beziehungsweise 1107 l.
Fazit
Der neue Kia K4 kommt zu einem passenden Zeitpunkt – sowohl für Kia als auch für Kundschaft, die nach dem Produktionsende des Ford Focus eine Alternative sucht. Das Segment der mittelgroßen Benzin-Kompaktwagen war lange sehr beliebt, wurde in den vergangenen Jahren jedoch zunehmend von batterieelektrischen Antrieben und SUV-Karosserieformen verdrängt. Die Nachfrage ist dennoch vorhanden, und der K4 präsentiert sich als sichere, gut ausgestattete und geräumige Option zu einem attraktiven Preisniveau – ergänzt durch eine in diesem Segment unerreichte Garantie von sieben Jahren beziehungsweise 150.000 km.
Technische Daten des Kia K4 als US-Modell
AUTO ZEITUNG | Kia K4 1.6 T-GDI |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo; 1598 cm³ |
Antrieb | Achtgang-Automatik; Vorderrad |
Leistung | 140 kW/190 PS bei 6000 /min |
Max. Drehmoment | 264 Nm bei 1700–4500 /min |
Karosserie | |
Außenmaße (L/B/H) | 4709/1849/1420 mm |
Leergewicht | ca. 1481–1489 kg |
Kofferraumvolumen | 413 l |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0-100 km/h) | k.A. |
Höchstgeschwindigkeit | 209 km/h |
Verbrauch auf 100 km | 8,1 l S |
Kaufinformationen | |
Grundpreis (umgerechnet) | 24.119 € zzgl. Steuer |
Marktstart | Im US-Handel |
Alle Daten Werksangaben | |


















