Familienauto mit Offroad-Genen: Erste Testfahrt im Jeep Compass

Der Jeep Compass wandert auf die STLA Medium-Plattform und soll der Stellantis-Tochter ab 2026 neuen Schwung geben – wir haben ihm bei einer ersten Testfahrt auf den Zahn gefühlt.

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Der Jeep Compass fährt auf einer Landstraße, von vorne rechts fotografiert.
Jeep Compass Foto: Jeep

Die dritte Generation des Jeep Compass steht wie der Peugeot 3008 auf der STLA Medium-Plattform.

Der Jeep Compass fährt auf einer Straße, von hinten links fotografiert.
Jeep Compass Foto: Jeep

Entsprechend dem Trend: illuminierter Schriftzug am Heck.

Das Armaturenbrett des Jeep Compass, durch die Fahrertür fotografiert.
Jeep Compass Foto: Jeep

Physische Tasten am Lenkrad und unter dem Touchscreen erleichtern die Bedienung.

Die vorderen Sitzlehnen des Jeep Compass.
Jeep Compass Foto: Jeep

Die vorderen Sitze der First Edition fahren sich auch auf längeren Strecken angenehm.

Der Fond des Jeep Compass.
Jeep Compass Foto: Jeep

Durch einen verlängerten Radstand bietet die neue Generation auch mehr Beinfreiheit im Fond.

Der Jeep Compass steht vor einer verglasten Fassade, von vorne fotografiert.
Jeep Compass Foto: Jeep

Der Compass tritt nicht nur robust auf, ...

Der Jeep Compass steht vor einem hügeligen Panorama, von links fotografiert.
Jeep Compass Foto: Jeep

... sondern gibt auch abseits befestigter Straßen mehr her als viele andere SUV.

Keine Frage, Jeep steht für Geländewagen. Der Compass allerdings genießt bereits seit seiner Einführung 2006 einen gewissen Sonderstatus: Er ist mehr Pkw als Nutzfahrzeug, tritt aber mit markentypischen Offroad-Anleihen auf und schafft es je nach gewähltem Antrieb auch besser durchs Gelände als viele klassische SUV-Konkurrenten.

Mit Start der dritten Generation im Januar 2026 soll er nicht nur mehr Innenraum bieten, sondern durch den Umzug auf die STLA Medium-Plattform auch eine größere Antriebsvielfalt: Zum Debüt wird er als E-Auto mit Frontantrieb und als Dreizylinder-Mildhybrid erhältlich sein, so wie er uns auch bei unserer ersten Testfahrt zur Verfügung stand. Später folgen ein Plug-in-Hybrid und ein elektrisches Spitzenmodell, das mit 276-kW-Allradantrieb (375 PS) und zusätzlicher Bodenfreiheit aufwartet.
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Der Jeep Avenger (2023) im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Jeep Compass mit Einstiegsantrieb: Unsere Testfahrt-Eindrücke

Der getestete Mildhybrid ist bereits aus dem Plattform-Bruder Peugeot 3008 bekannt: der 1,2-l-Benziner bringt es mithilfe von 48-V-Technik auf eine Systemleistung von 145 PS (107 kW) und benötigt glatte zehn Sekunden für den Marsch auf 100 km/h. Eine Ausgeburt an Emotionalität ist der Downsizing-Antrieb entsprechend nicht und auch der raue Dreizylinder-Sound ist kein Ohrenschmaus – doch er tut definitiv seinen Dienst und ist auch für kurze Sprintetappen auf der Beschleunigungsspur vollkommen ausreichend, zumal ein angegebener WLTP-Verbrauch von 5,6 bis 5,8 l/100 km den Geldbeutel schont.

Passend zum Antrieb ist auch das Chassis eher auf Komfort als auf Dynamik ausgelegt, wie sich spätestens bei den ersten sportlich anvisierten Kurven zeigt, die der Jeep auch im "Sport"-Fahrmodus eher mit Wankbewegungen als mit einem Lächeln auf dem Gesicht quittiert.

Die Konkurrenten:

Mehr Offroad als gedacht

Dieser Schönheitsfehler ist spätestens vergessen, als wir mit dem neuen Jeep Compass ins lose Gelände abbiegen. Natürlich lässt sich bei dem vergleichsweise günstigen Fronttriebler nicht dieselbe Messlatte anlegen wie bei Wrangler & Co. und ohne Differentialsperre dürfte bei schwierigen Gripverhältnissen schnell Ende sein, doch das Kompakt-SUV schlug sich abseits befestigter Straßen besser als erwartet. Durch 20 cm Bodenfreiheit und Böschungswinkel von 26° (hinten) und 20° (vorne) lassen sich auch Schlaglöcher problemlos meistern, die man mit vielen SUV großzügig umfahren würde. Zudem hinterlässt die Karosserie auch bei tiefen Querfugen einen soliden Eindruck.

Auch das Interieur der gefahrenen First Edition weiß zu gefallen: Der Sitz- und Fahrkomfort sind einwandfrei, physische Tasten am Lenkrad und unter dem zentralen Touchscreen erleichtern die Bedienung und praktische Anti-Rutsch-Matten in den Ablagefächern halten Krimskrams an Ort und Stelle. Fahrassistenten wie der Spurhalteassistent und der Tempomat mit Abstandsregelung arbeiten bei unserer ersten Testfahrt problemlos und greifen angemessen ein.

Technische Daten

AUTO ZEITUNG 26/2025Jeep Compass 1.2 e-Hybrid FWD
Technische Daten
Motor3-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, 48-V-Mildhybrid; 1199 cm³
Antrieb6-Gang; Doppelkupplung; Vorderradantrieb
Leistung100 kW/136 PS bei 5500 /min + 21 kW/29 PS
Max. Drehmoment230 Nm bei 1750 /min + 50 Nm
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4552/1928/1675 mm
Leergewicht1635 kg
Kofferraumvolumen550 l
Fahrleistungen
Beschleunigung (0-100 km/h)10,0 s
Höchstgeschwindigkeit195 km/h
Verbrauch auf 100 km5,6–5,8 l S
Kaufinformationen
Grundpreis39.500 €
MarktstartJanuar 2026
Alle Daten Werksangaben

Fazit

Stellantis-Marken stehen zwar unter dem Generalverdacht, sich zu ähnlich zu sein, doch Jeep weiß sich abzusetzen – und zwar mit optischen und praktischen Offroad-Genen.  Wer sich also durch eine Prise Offroad vom SUV-Einerlei abheben will, ohne ein wirklich exzentrisches Auto zu kaufen, könnte beim neuen Jeep Compass fündig werden – der Einstiegs-Mildhybrid bleibt jedoch eher sachlich als spritzig-emotional.