Fahrbericht

Testfahrt im Hyundai Ioniq 6 N: Ist er besser als der 5 N?

Der Hyundai Ioniq 5 N hat bereits überzeugt. Nun kommt der Hyundai Ioniq 6 N. Die Testfahrt zeigt, ob er der bessere Elektro-N ist!

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Der fahrende Hyundai Ioniq 6 N von schräg vorne.
Im Vergleich zum regulären Hyundai Ioniq 6 hat sich so ziemlich alles verändert beim 6 N. Foto: CAR
Der fahrende Hyundai Ioniq 6 N von schräg oben.
Äußerlich verfügt er über einen Schwanenhals-Heckspoiler, eine breitere Spur, größere Radkästen und diverse Anbauteile, die für Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sorgen. Foto: CAR
Das Interieur des Hyundai Ioniq 6 N.
Im Interieur ist vieles – verglichen mit dem Standard-Ioniq 6 – gleich geblieben. Viel Beinfreiheit im Fond, ebener Boden, minimalistisches Armaturenbrett. Neu sind die zahlreichen N-Ausstattungsmerkmale. Foto: CAR
Detailaufnahme auf das mittlere Display im Hyundai Ioniq 6 N.
Die N-Fahrmodi bieten noch mehr Konfigurationsmöglichkeiten als beim (ohnehin schon komplexen) Ioniq 5 N. Foto: CAR
Der fahrende Hyundai Ioniq 6 N von der Seite.
Die eigentliche Innovation verbirgt sich unter der Karosserie: Die Ingenieur:innen haben dem 6 N im Vergleich zum 5 N einen niedrigeren Wankmittelpunkt, neue Dämpfer, straffere Federn, neue Radnaben und eine optimierte Batteriekühlung spendiert. Foto: CAR
Der fahrende Hyundai Ioniq 6 N von hinten.
Außerdem ist das Auto jetzt intelligent genug, um zu erkennen, wann die volle Leistung abgerufen werden soll. Gut so! Foto: CAR
Der fahrende Hyundai Ioniq 6 N in der Frontalansicht.
Der 6er N will das Multitalent unter den elektrischen Sportwagen sein und bietet ein breiteres Spektrum als sein sportlicher Bruder. Foto: CAR
Der fahrende Hyundai Ioniq 6 N von hinten.
Alltagstauglichkeit? Check. Fahrspaß auf der Rennstrecke? Auch check. Foto: CAR

Eines ist klar: Der Hyundai Ioniq 5 N konnte auf anhieb überzeugen. Doch es gibt ein potenzielles Problem: Hyundai hat sich entschieden, den Ioniq 6 N zu bauen – ein von den technischen Daten her annähernd gleiches Auto. Einzig die Karosserieform unterscheidet die beiden. Die erste Testfahrt soll klären, ob der Ioniq 6 N die bessere Wahl ist.

Hyundai Ioniq 6 (2023) im Check (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Das unterscheidet den N vom Standard-Ioniq 6

Im Vergleich zum regulären Hyundai Ioniq 6 hat sich so ziemlich alles verändert. Im Vergleich zum Hyundai Ioniq 5 N gibt es weniger Änderungen, aber dennoch subtile Unterschiede, die das Potenzial für große Verbesserungen bergen. So verfügt der Hyundai Ioniq 6 N über einen Schwanenhals-Heckspoiler (der zu den 96 kg Abtrieb beiträgt), eine breitere Spur (+ 60 mm), größere Radkästen und diverse Anbauteile, die für Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sorgen.

Die eigentliche Innovation verbirgt sich jedoch unter der Karosserie. Die Ingenieur:innen von Hyundai N haben die Fahrdynamik deutlich verbessert und dem 6 N im Vergleich zum 5 N einen niedrigeren Wankmittelpunkt, neue Dämpfer, straffere Federn, neue Radnaben und eine optimierte Batteriekühlung spendiert.

Die N-Fahrmodi bieten noch mehr Konfigurationsmöglichkeiten als beim (ohnehin schon komplexen) Ioniq 5 N. Natürlich gibt es auch hier N-Modi, aber im Fall des 6 N ermöglicht der N Drift Optimizer eine präzise Steuerung von Hinterradbremsung, Schlupfwinkel und Radschlupf. Sogar eine Streckenkartenfunktion ist vorhanden, die Details zur nächstgelegenen Rennstrecke anzeigt. Zwar verfügt der 6er über dasselbe Multifunktionslenkrad wie der 5er, doch das zentrale Infotainment-Display ist hier etwas übersichtlicher gestaltet.

Technischen Daten: Bis zu 641 PS für nur 3,2 s auf Tempo 100

Die wichtigsten Werte sind atemberaubend. Der Hyundai Ioniq 6 N nutzt das E-GMP-Skateboard-Chassis (genau wie der 5 N) und schickt satte 471 kW (641 PS) auf alle vier Räder – allerdings in zehnsekündigen Schüben dank N Grin Boost. Die normale Leistung beträgt „nur“ 441 kW (600 PS). Es stehen 740 Nm Drehmoment zur Verfügung, und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in nur 3,2 s. Das ist 0,2 s schneller als beim 5 N.

Dank des 800-V-Bordnetzes ist ein Aufladen von zehn auf 80 Prozent in nur 18 min möglich. Wir haben an einer Fastned-Ladestation in Nordfrankreich Ladegeschwindigkeiten von bis zu 254 kW gemessen. Der Hyundai Ioniq 6 N verfügt über dieselbe 84-kWh-Batterie wie der 5 N, leidet aber auch unter der gleichen Ineffizienz. Unsere Reichweite bei der ersten Testfahrt schwankte zwischen 230 und 380 km.

Erste Testfahrt: Wie fährt sich der Ioniq 6 N?

Bei der ersten Testfahrt zeigen sich die zwei Seiten des neuen Hyundai Ioniq 6 N. Startet man im „Wald-Modus“ bei Vogelgezwitscher und plätschernden Bächen, könnte man meinen, man sitze in einer zahmen Öko-Limousine. Doch wer den N-Knopf am Lenkrad drückt, hört den kernigen Sound. Natürlich ist das nur ein Trugbild – ein synthetisches Brummen, das täuschend echt nach V6 klingt, inklusive frechem Knallen beim Herunterschalten.

Die Bremskraftverteilung in den komplizierten Fahrmodi auf die höchste Stufe gestellt, was die Bremskraftverteilung am Heck am stärksten beeinflusst, reagiert der Ioniq 6 N exakt so, wie man es als ambitionierte:r Fahrer:in möchte. Die Lenkung ist zwar nicht die feinfühligste, aber präzise und direkt. Die Bremsen könnten etwas mehr Rückmeldung geben, sind aber fest genug, um Vertrauen zu vermitteln. Vor allem aber ist es ein Auto, das Spaß macht und unterhaltsam ist. Ein kurzer Gaswegnahme vor der Kurve, und das Heck dreht sich schön ein – für ein Auto mit einem Gewicht von fast 2,5 t bemerkenswert sportlich.

Mit den Schaltwippen macht es richtig Laune, durch Kurven zu flitzen: Die Gangwechsel sind rasant, der Drehzahlmesser kegelt bis zum roten Bereich hoch, ehe der Drehzahlbegrenzer aggressiv den nächste Gang einfordert. Das Blubbern im Schubbetrieb trägt zum Spektakel bei. An dieser Stelle eine Erinnerung: alles nur Show!

Ein Klick auf den Fahrmodusschalter oben links am Lenkrad, und wir sind wieder im Normalmodus. Selbst der Motorsound lässt sich abschalten. Das Auto entspannt sich. Der Ioniq 6 N ist nach wie vor straff, aber die verbesserte Dämpfung verleiht ihm ein deutlich kultivierteres Fahrgefühl – besser als im großen Bruder 5 N.

Unsere Eindrücke aus dem Innenraum

Hyundai
Foto: CAR

Verglichen mit einem Hyundai Ioniq 6 ist sich der N treu geblieben. Viel Beinfreiheit im Fond, ebener Boden, minimalistisches Armaturenbrett. Aber es gibt zahlreiche N-Ausstattungsmerkmale, etwa die Sportsitze, die viel Halt, dank Sitzheizung und -belüftung aber auch Komfort bieten. Im Vergleich zum Ioniq 5 N wirkt das 6er-Gestühl verbindlicher, weniger luftig.

Auch die digitalen Funktionen hat Hyundai mit N-spezifischen Anpassungen versehen. Die N-Modi sind per Fingertipp oder Knopfdruck abrufbar. Und man muss nicht mehr jedes Mal den „Grin Boost“-Knopf drücken, wenn man im Sprint-Modus die volle Leistung abrufen möchte – das Auto ist intelligent genug, es von allein zu erkennen.

Fazit

Was der Ioniq 6 N besser kann als die meisten anderen? Er ist vielseitig – agil und spritzig, ohne dabei aufdringlich zu wirken, verfügt über die nötige Leistung, wenn es darauf ankommt, ohne unkomfortabel oder unruhig zu werden. Zusätzlich ist er vollgepackt mit praktischen Details.

Technische Daten des Hyundai Ioniq 6 N

AUTO ZEITUNG

Hyundai Ioniq 6 N

Technische Daten

Motor

Zwei-Elektromotoren

Antrieb

Allradantrieb

Leistung

471 kW / 641 PS

Max. Drehmoment

740 Nm

Kapazität / Spannung

84 kWh (netto) / k.A.

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

4935 / 1940 / 1495 mm

Leergewicht / Zuladung

k.A.

Kofferraumvolumen

k.A.

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

3,2 s

Höchstgeschwindigkeit

257 km/h

Verbrauch auf 100 km

k.A.

Reichweite

467 km (geschätzt)

Kaufinformationen

Grundpreis

75.000 €

Marktstart

Anfang 2026

Alle Daten Werksangaben

Quellen