Civic Type R-Erbe: Erste Testfahrt im neuen Honda Prelude (2026)
Der neue Honda Prelude (2026) zeigt bei unserer ersten Testfahrt, dass ein Vollhybrid auch Herz, Charakter und Fahrspaß bieten kann – und eben nicht nur Effizienz!
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Der neue Honda Prelude ist aus der Zeit gefallen – und genau deshalb richtig
Woran kann man festmachen, dass ein Hersteller authentische Sportwagen baut? Nicht an Prospekten, Leistungsdaten oder großen Versprechen, sondern an den Menschen hinter den Maschinen. An denen, deren Herzschlag im Takt eines Motors pulsiert. Ko Yamamoto ist so einer. Ein charismatischer Mann, der seit über vier Jahrzehnten für Honda lebt und arbeitet. Als Ingenieur, als Test- sowie Rennfahrer und heute als technischer Berater. An einem Lederband um seinen Hals hängt ein kleiner Kolben mit Pleuelstange – schon weiß ich, dass ich hier richtig bin. Als er mir die Idee hinter dem neuen Honda Prelude erklärt, zündet etwas in seinem Blick – und plötzlich bin ich überzeugt, noch bevor ich überhaupt im Auto sitze: Dieses Coupé muss mehr sein als nur ein weiteres Modell im Hybrid-Einheitsbrei.
Der erste Blick in den Innenraum bestätigt: Klassische Knöpfe, ein Display ohne Firlefanz, alles sitzt dort, wo die Hände es erwarten. Keine Touch-Orgie, die einen schon im Stand überfährt. Ich will fahren, nicht tippen – und der neue Prelude lässt mich. Nur ein Makel stört den Purismus: Die dauermoralische Tempolimit-Warnung lässt sich bei der ersten Testfahrt nicht deaktivieren. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon
Erste Testfahrt: Sattes Drehmoment, leichtfüßiges Fahrverhalten
Also nichts wie raus aus der Stadt und hinein in das Serpentinenparadies der französischen Riviera. Der erste Tritt aufs Pedal – schon kommt Freude auf: sattes Drehmoment von 315 Nm, dieser Schub aus dem Nichts. Kein Vergleich zu einem konventionellen Sauger. Dabei klingen 184 PS (135 kW) und eine Beschleunigung von 8,2 s von null auf Tempo 100 völlig unspektakulär.
Aber der neue Honda Prelude (2026) ist leichtfüßig und dank seines kurzen Radstands ziemlich agil: Nur 1480 kg wiegt das Coupé – und davon scheint in Kurven kaum etwas übrigzubleiben. Das adaptive Fahrwerk, übernommen aus dem Civic Type R, stemmt sich stoisch gegen jede Querbelastung. Passend dazu kleben die Continental Premium Contact 6-Pneus fest auf der Straße. Das Zusammenspiel fühlt sich an, als wolle der Honda ständig weiter, schneller und tiefer in die Kurve. Untersteuern? Fehlanzeige. Ich ertappe mich sogar dabei, aufs spielerische Heck zu warten – bis mir einfällt: Vorderradantrieb. Nur fühlt es sich nicht so an.
Genauso wenig, als wäre hier ein stufenloses Getriebe am Werk. Per Knopfdruck lässt es sich sogar schalten. Acht Gänge – simuliert, aber verblüffend echt. Und nicht nur Sound, sondern auch Zugkraftunterbrechung und Motorbremse – wobei diese beim Herunterschalten etwas zart zur Sache geht – schaffen eine enge Verbindung zwischen Person am Steuer und Maschine. So hat man am Ende der Testfahrt das Gefühl, in einem gewöhnlichen Verbrenner zu sitzen.
Die Konkurrenten:
Der Honda Prelude löst den Civic Type R ab
Die Form des neue Honda Prelude (2026), erklärt mir Yamamoto später, stamme aus dem Segelflug. Fließend. Aerodynamisch. Die Tagfahrlichter sollen die Flügel eines Seglers darstellen. Segeln, erklärt Yamamoto, sei das Sinnbild für Effizienz – Vortrieb allein durch die Kraft der Natur. Auch mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 5,2 l auf 100 km passt dieses Bild gut zum Prelude. Und dass er sich lautlos bewegen lässt – wie ein Segler, der still seine Bahnen am Himmel zieht.
Es bricht mein kleines Autoliebhaber-Herz, dass der Civic Type R eingestellt wird. An seine Stelle kommt nun ein Vollhybrid – doch beide könnten unterschiedlicher kaum sein. 329 Verbrenner-PS (242 kW) mit kernigem Sound stehen 184 PS aus einem elektrifizierten Antrieb gegenüber. Ein direkter Vergleich wäre ungerecht und trotzdem überzeugt der Prelude mit seiner ganz eigenen Art von Fahrspaß. Einziger Wermutstropfen: Durch die flache Dachlinie passen auf die Rückbank wirklich nur Kinder.
Technische Daten
| AUTO ZEITUNG 24/2025 | Honda Prelude |
| Technische Daten | |
| Motoren | 4-Zylinder, 4-Ventiler, 1993 cm3, E-Motor |
| Antrieb | Konstantübersetzung; Vorderrad |
| Systemleistung | 135 kW/184 PS |
| Systemdrehmoment | 315 Nm |
| Kapazität/Spannung | k.A. |
| Karosserie | |
| Außenmaße (L/B/H) | 4515/1880 (2076)*/1349 mm |
| Leergewicht/Zuladung | 1480/370 kg |
| Kofferraumvolumen | 264 – 760 l |
| Fahrleistungen | |
| Beschleunigung (0-100 km/h) | 8,2 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 188 km/h |
| Verbrauch auf 100 km | 5,2 l S |
| Elektrische Reichweite | k.A. |
| Kaufinformationen | |
| Grundpreis | 49.500 € |
| Marktstart | 2026 |
| Alle Daten Werksangaben; *Breite mit Außenspiegel | |
Fazit
Die sechste Generation des Prelude ist ein Vollhybrid, der keiner sein will – spielerisch, leicht, emotional. Ein mutiges Konzept, das viel Fahrspaß liefert, besonders für jene, die Auto fahren statt Menüs wischen wollen. Die Schattenseite: Sein Preis schielt auf die Liga des Civic Type R, ohne deren Alltagstauglichkeit zu bieten. Doch Herzen gewinnt man nicht mit Laderaum-Litern.
















