Neuer Fiat 500 Hybrid: Das Verbrenner-Stadtauto auf Testfahrt
Der neue Fiat 500 war seit 2020 nur rein elektrisch zu haben – nun kommt der kleine Turiner als hybridisierter Verbrenner zurück. Auf der ersten Testfahrt verschaffen wir uns einen Eindruck vom handgerissenen Dreizylinder-Antrieb.
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Im Jahre 1957 erblickte der kleine Fiat 500 das Licht der Welt. Als charismatischer Kleinstwagen mit 13 PS (10 kW) bediente er bis 1975 Menschen, die nicht viel Auto benötigten. Seit 2007 fährt die Neuinterpretation des Cinquecento wieder treu in Fiats Modellpalette mit. Seit 2020 ist der Fiat 500e das erste rein elektrische Auto der Fabbrica Italiana Automobili Torino (dafür steht übrigens Fiat). Nun feiert der 1,0-l-Firefly-Hybrid-Motor seinen Auftritt im neuen Fiat 500 Hybrid. Der Torino fungiert als Launch Edition des Benzin verbrennenden Fünfhunderters und kostet ab 21.990 Euro – den eigentlichen Einstieg markiert die Ausstattung "Pop" ab 19.990 Euro. Wer an jeder Optionsbox einen Haken gesetzt haben will, wählt den "La Prima" für 24.990 Euro (alle Preise: Stand November 2025). Das Cabrio sowie die geschlossene Version lassen sich seit November 2025 bestellen. Jetzt wollen wir aber auf der ersten Testfahrt in seiner Heimatstadt Turin dem 65 PS (48 kW) starken Hybrid auf den Zahn fühlen – das sind übrigens fünf PS (drei kW) weniger als im Datenblatt des Vorgängers.
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Der Abarth 500e im Fahrbericht (Video):

Testfahrt im Fiat 500 Hybrid Torino: Entspanntes Fahren im Stadtverkehr
Dass der neue Fiat 500 Hybrid ein Auto für die Stadt ist, merken wir bei unserer ersten Testfahrt sofort. Der 12-V-Mildhybrid steuert drei Kilowatt (fünf PS) bei und hilft unter anderem beim Anfahren. Das ist auch gut so, denn so klappt das Anfahren trotz gefühlsarmer Kupplung problemlos. Auch die Start-Stopp-Funktion funktioniert dank dem elektrischen Griff unter den Arm einwandfrei und stört nicht. Der kleine Dreizylinder erwacht typisch brummend zum Leben und wirkt bei der Fahrt recht zurückhaltend. Beansprucht man die volle Leistung röhrt der Firefly-Motor mit seinem charakteristisch kernigen Klang. Das gelegentliche Auswringen gehört allerdings dazu, um bei höheren Geschwindigkeiten weiterhin im Verkehr mitschwimmen zu können. An die Fahrleistungen des elektrischen 500-Pendants kommt der 65 PS (48 kW) starke Hybrid somit nicht heran – denn außerhalb der geschlossenen Ortschaft wird der Vortrieb recht zäh.
Das schlägt sich im Verbrauch nieder: Im fordernden Alltag von Turin konnte der kleine Italiener lediglich Verbräuche von sieben bis acht Litern auf 100 km realisieren. Bei gänzlich entspannter Fahrweise – die man der Person hinterm Steuer auch ans Herz legt – dürfte der Verbrauch näher an die WLTP-Angabe von 5,3 l rücken. Dann stört auch die besonders um die Mittellage gefühllos ansprechende, leichtgängige Lenkung nicht mehr so sehr. Toll hingegen ist das Fahrwerk, welches souverän federt, aufschaukeln vermeidet und sich selbst am schwer erreichbaren Limit sicher gibt. Ein leicht ruckartiges Fahren kommt bei niedrigen Geschwindigkeiten lediglich durch die schnell einsetzende Rekuperation nach dem Lupfen des Gaspedals auf.
Dennoch kommt trotz des schwachen Antriebs Fahrspaß auf: Dank des guten Gefühls vom manuellen Sechsgang-Getriebe kann man mit der geringen Leistung in der Stadt seine ganz persönliche Rallye fahren – untermauert von sympathischem Dreizylinder-Gedröhne und ganz ohne irgendwelche Geschwindigkeitsbegrenzungen zu brechen.
Die Konkurrenten:
Ansprechender Innenraum und ausreichend Platz
Im Interieur des neuen Fiat 500 Hybrid Torino sind die Materialien gut gewählt: Wo Blick oder Berührung normalerweise hinfallen, sind Stoff, Soft Touch und Designelemente wie das Armaturenbrett in Wagenfarbe angebracht. Auch der Schaltknauf in Klavierlack liegt gut in der Hand. Das Volant überzeugt mit angenehmer Haptik und intuitiver Bedienung der Lenkradtasten. Das damit gesteuerte Kombiinstrument erfreut dabei mit seinen klaren und vielseitigen Anzeigen. Das eingesetzte Hartplastik ist bei dem Preis und der Fahrzeugklasse zu verzeihen.
Vorne sitzt man in der Torino-Ausstattung auf wenig verstellbaren, aber dennoch gemütlichen Sitzen. Die etwas hohe Sitzposition liegt unter anderem an der 12-V-Batterie unter dem Fahrersitz. Bein- und Kopffreiheit bietet der Fünfhunderter lediglich vorne zu Genüge. Fondgäste sollten eher für kurze Strecken Platz nehmen und dürfen auf Gnade der Vornsitzenden hoffen. Die Bedienung des gut erreichbaren Zentralbildschirms erfolgt logisch und die physisch sowie digital auf zwei Wegen bedienbaren Klimafunktionen sind lobenswert. Ob die per Knopf öffnenden Türen wirklich nötig sind, ist sicherlich diskutierbar, doch während unserer Testfahrt funktionieren sie einwandfrei.
Technische Daten des neuen Fiat 500 Hybrid
AUTO ZEITUNG 27/2025 | Fiat 500 Hybrid Torino |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | 3-Zylinder, 2-Ventiler; 999 cm³ |
Antrieb | 6-Gang; manuell; Frontantrieb |
Leistung | 48 kW/65 PS |
Max. Drehmoment | 92 Nm |
Karosserie | |
Außenmaße (L/B/H) | 3631/1684 (1878)*/1532 mm |
Leergewicht/Zuladung | 1066/400 kg |
Kofferraumvolumen | 183-440 l |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0-100 km/h) | 16,2 s |
Höchstgeschwindigkeit | 155 km/h |
Verbrauch auf 100 km | 5,3 l S |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 19.990 € |
Marktstart | November 2025 |
Alle Daten Werksangaben; *Breite mit Außenspiegel | |
Fazit
Der Fiat 500 Hybrid gibt – genau wie sein stromernder Bruder – ein tolles Stadtauto ab. Einfaches Fahren, gute Bedienung und ein souveränes Fahrwerk runden das Paket ab. Bei höheren Geschwindigkeiten stört der durchzugsschwache Antrieb.
















