Fahrbericht

Schon gefahren: Erste Testfahrt im Ferrari 296 Speciale

Mehr Leistung, weniger Gewicht, Feinschliff für Fahrwerk und Aerodynamik: Der Ferrari 296 Speciale bietet ein einzigartig intensives Fahrerlebnis. Erste Testfahrt in Fiorano!

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Video: AUTO ZEITUNG

Erste Testfahrt: Der Ferrari 296 Speciale brennt ein wahres Feuerwerk ab

Just in dem Moment, als der Tacho über 280 km/h springt, trete ich voll in die Eisen und hoffe das Beste. Unerbittlich verglühen die Carbon-Keramik-Stopper den immensen Speed und erlauben es mir sogar noch, auf der Bremse sauber in die scharfe Rechts nach Start/Ziel einzulenken. Punktgenau, spielend leichtfüßig und mit atemberaubenden Fliehkräften winkelt der Ferrari 296 Speciale ab. Alles klar: Vollgas.

Nur einen Wimpernschlag später muss ich kurz lupfen, umsetzen und wieder sanft ans Gas. Extrem feinfühlig gibt der V6-Biturbo-Hybrid während der ersten Testfahrt seine enorme Power frei, erneut schießt der Speciale auf und davon zum nächsten Bremspunkt. So geht es Kurve für Kurve weiter – noch nie hatte ich so viel Spaß auf der legendären Pista di Fiorano!

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Blick von schräg vorne auf den Ferrari 296 Speciale (2025), der auf einer Rennstrecke entlang fährt.
Street Art: Auf Befehl malt der Ferrari dicke, schwarze Striche auf den Asphalt. Foto: Ferrari
Blick von der Seite auf den Ferrari 296 Speciale (2025), der auf einer Rennstrecke entlang fährt.
Hartes Anbremsen lässt die Karbon-Keramik-Scheiben glühen – ohne spürbares Fading. Aktiver Heckspoiler zwischen den Flügel-Ecken. Foto: Ferrari
Blick in das Cockpit des Ferrari 296 Speciale (2025).
Schalensitze mit Sechspunkt-Gurten, Lenkrad mit Tasten statt Touchflächen. Foto: Ferrari
Blick von schräg vorne auf den Ferrari 296 Speciale (2025).
Was den 296 Speciale einzigartig macht, ist die Art und Weise, in der er die Person am Steuer immersiv einbindet und zugleich entlastet. Was übrig bleibt, ist Fahrspaß in Reinkultur. Foto: Ferrari
Blick von schräg hinten auf den Ferrari 296 Speciale (2025).
Kurz und knapp: 880 PS (647 kW) Systemleistung, 1410 kg Leergewicht und Hinterradantrieb. Von null auf 100 km/h in 2,8 s und ein Leistungsgewicht von 1,6 kg pro PS. Foto: Ferrari
Blick von oben auf den Ferrari 296 Speciale (2025).
Bella Figura: Der Ferrari gibt aus jeder Perspektive ein skulpturales Bild ab. Foto: Ferrari

Beängstigende 880 PS sorgen für ordentlich Vortrieb

Und das will was heißen, denn die Traumauto-Schmiede aus Italien hat im Lauf der Jahre schon so mache Fahrspaß-Rakete gezündet. Doch was den 296 Speciale einzigartig macht, ist die Art und Weise, in der er die Person am Steuer immersiv einbindet und zugleich entlastet. Was übrig bleibt, ist Fahrspaß in Reinkultur. Unvergleichlich.

Der Antrieb etwa hat nicht nur 50 PS (37 kW) mehr als im 296 GTB, sondern wirkt trotz der schon fast beängstigenden 880 PS (648 kW) noch mitreißender. In den ersten drei Gängen wird sein Drehmoment begrenzt, was ihm die Charakteristik eines hochdrehenden Saugers verleiht. Erst ab dem vierten Gang drückt dann die volle Wucht des kombinierten Drehmoments. Im Qualifying-Modus ist es auch eher das blitzartig abrufbare Zusatzdrehmoment der E-Maschine als deren 16 Extra-PS (12 kW), die beim Herausbeschleunigen aus Kurven zur Verfügung stehen, dass man als Booster wahrnimmt.

Jeder Gangwechsel zaubert ein Strahlen ins Gesicht

Extrem zackig sind die Schaltvorgänge: Kaum, dass man mit spitzen Fingern an der Wippe zupft, schon fetzt die nächste Stufe rein. Ohne Härte, aber mit einem Power-Kick und herrlich krachendem Motor-Soundeffekt. Das muss man erleben. Runterschalten funktioniert genauso fix und klingt fast noch besser.

Überhaupt: dieser Sound! Lauter, präsenter, aggressiver als im GTB, fräst sich der Hybrid durch das Drehzahlband und zaubert einem unter Volllast ein seliges Lächeln ins Gesicht. V6? E-Maschine? Ja, ja. Dieser furiose Klang gleicht jedoch eher dem eines V12-Aggregats, nur fokussierter.

Absolut auf den Punkt präsentiert sich auch das Fahrwerk, das so sauber austariert ist, dass man vom Start weg sauschnell mit dem Ferrari unterwegs ist. Die Rückmeldung ist phänomenal feinsinnig, aber nie nervös. Da, wo der GTB hektisch wird, strahlt der aerodynamisch optimierte Ferrari 296 Speciale während der ersten Testfahrt die nötige Ruhe aus.

Nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch auf welligen, winkligen Landstraßen wetzt der Mittelmotor-Bolide mit satter Traktion und filigranem Handling um jede Form von Kurve und bleibt dabei stets traumwandlerisch sicher und berechenbar. Doch wenn gewollt, schmeißt er sich auch im wilden Drift ums Eck und verreibt das weiche Gummi seiner Semislick-Bereifung auf dem Asphalt – es liegt jederzeit ganz bei der Person hinter dem Steuer.

Schalensitze mit sicherem Halt, aber ohne Erbarmen

Sogar bei ruhiger Fahrweise beweist der Ferrari 296 Speciale sein Talent und verblüfft mit straffen, aber durchaus moderaten Federraten. Im EV-Modus surrt er zudem unerwartet leise durch Innenstädte oder aus dem Wohngebiet, wenn auch nur 25 km weit.

Der limitierende Faktor hinsichtlich seiner Alltageignung sind die Schalensitze. Sie halten zwar selbst bei absurden Querbeschleunigungen felsenfest in Position, engen aber auch erbarmungslos ein. Die kurze, buckelige Beinauflage und die rennsporttauglichen Sechspunkt-Gurte verleiten nach spätestens zwei Stunden zu einem kurzen Zwischenstopp.

Nicht so schlimm, denn in zwei Stunden kommt man mit diesem Geschoss bereits sehr, sehr weit – und genießt einen irrsinnigen Fahrspaß.

Fazit

Der Ferrari 296 Speciale ist leichter, stärker und in allem noch besser als der „bravere“ GTB. Mehr Leichtigkeit und Fahrspaß vermittelt kaum ein anderes Auto. Bleibt zu hoffen, dass die 395.000 Euro teuren Preziosen nicht still in Sammlergaragen verschwinden, sondern ihre Fahrfreude auf Straßen und Rennstrecken unter Beweis stellen dürfen.

Technische Daten des Ferrari 296 Speciale

AUTO ZEITUNG 24/2025

Ferrari 296 Speciale

Technische Daten

Motor

2,992-l-V6-Zylinder, Biturbo; E-Motor: Axial-Flux-Maschine

Antrieb

8-Gang-Doppelkupplung; Hinterradantrieb, Sperrdifferential

Leistung

648 kW / 880 PS

Max. Drehmoment

Akkukapazität

7,45 kWh

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

4625 / 1968 / 1181 mm

Leergewicht / Zuladung

1410 kg / –

Kofferraumvolumen

169 l (vorn) / 112 l (hinten)

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

2,8 s

Höchstgeschwindigkeit

über 330 km/h (el. 135 km/h)

Verbrauch auf 100 km

8,9 l SP + k. A. kWh

Elektrische Reichweite

-

Kaufinformationen

Grundpreis

395.000 €

Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel