Schon gefahren: Erste Testfahrt im Ferrari 296 Speciale
Mehr Leistung, weniger Gewicht, Feinschliff für Fahrwerk und Aerodynamik: Der Ferrari 296 Speciale bietet ein einzigartig intensives Fahrerlebnis. Erste Testfahrt in Fiorano!
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Erste Testfahrt: Der Ferrari 296 Speciale brennt ein wahres Feuerwerk ab
Just in dem Moment, als der Tacho über 280 km/h springt, trete ich voll in die Eisen und hoffe das Beste. Unerbittlich verglühen die Carbon-Keramik-Stopper den immensen Speed und erlauben es mir sogar noch, auf der Bremse sauber in die scharfe Rechts nach Start/Ziel einzulenken. Punktgenau, spielend leichtfüßig und mit atemberaubenden Fliehkräften winkelt der Ferrari 296 Speciale ab. Alles klar: Vollgas.
Nur einen Wimpernschlag später muss ich kurz lupfen, umsetzen und wieder sanft ans Gas. Extrem feinfühlig gibt der V6-Biturbo-Hybrid während der ersten Testfahrt seine enorme Power frei, erneut schießt der Speciale auf und davon zum nächsten Bremspunkt. So geht es Kurve für Kurve weiter – noch nie hatte ich so viel Spaß auf der legendären Pista di Fiorano!
Beängstigende 880 PS sorgen für ordentlich Vortrieb
Und das will was heißen, denn die Traumauto-Schmiede aus Italien hat im Lauf der Jahre schon so mache Fahrspaß-Rakete gezündet. Doch was den 296 Speciale einzigartig macht, ist die Art und Weise, in der er die Person am Steuer immersiv einbindet und zugleich entlastet. Was übrig bleibt, ist Fahrspaß in Reinkultur. Unvergleichlich.
Der Antrieb etwa hat nicht nur 50 PS (37 kW) mehr als im 296 GTB, sondern wirkt trotz der schon fast beängstigenden 880 PS (648 kW) noch mitreißender. In den ersten drei Gängen wird sein Drehmoment begrenzt, was ihm die Charakteristik eines hochdrehenden Saugers verleiht. Erst ab dem vierten Gang drückt dann die volle Wucht des kombinierten Drehmoments. Im Qualifying-Modus ist es auch eher das blitzartig abrufbare Zusatzdrehmoment der E-Maschine als deren 16 Extra-PS (12 kW), die beim Herausbeschleunigen aus Kurven zur Verfügung stehen, dass man als Booster wahrnimmt.
Jeder Gangwechsel zaubert ein Strahlen ins Gesicht
Extrem zackig sind die Schaltvorgänge: Kaum, dass man mit spitzen Fingern an der Wippe zupft, schon fetzt die nächste Stufe rein. Ohne Härte, aber mit einem Power-Kick und herrlich krachendem Motor-Soundeffekt. Das muss man erleben. Runterschalten funktioniert genauso fix und klingt fast noch besser.
Überhaupt: dieser Sound! Lauter, präsenter, aggressiver als im GTB, fräst sich der Hybrid durch das Drehzahlband und zaubert einem unter Volllast ein seliges Lächeln ins Gesicht. V6? E-Maschine? Ja, ja. Dieser furiose Klang gleicht jedoch eher dem eines V12-Aggregats, nur fokussierter.
Absolut auf den Punkt präsentiert sich auch das Fahrwerk, das so sauber austariert ist, dass man vom Start weg sauschnell mit dem Ferrari unterwegs ist. Die Rückmeldung ist phänomenal feinsinnig, aber nie nervös. Da, wo der GTB hektisch wird, strahlt der aerodynamisch optimierte Ferrari 296 Speciale während der ersten Testfahrt die nötige Ruhe aus.
Nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch auf welligen, winkligen Landstraßen wetzt der Mittelmotor-Bolide mit satter Traktion und filigranem Handling um jede Form von Kurve und bleibt dabei stets traumwandlerisch sicher und berechenbar. Doch wenn gewollt, schmeißt er sich auch im wilden Drift ums Eck und verreibt das weiche Gummi seiner Semislick-Bereifung auf dem Asphalt – es liegt jederzeit ganz bei der Person hinter dem Steuer.
Schalensitze mit sicherem Halt, aber ohne Erbarmen
Sogar bei ruhiger Fahrweise beweist der Ferrari 296 Speciale sein Talent und verblüfft mit straffen, aber durchaus moderaten Federraten. Im EV-Modus surrt er zudem unerwartet leise durch Innenstädte oder aus dem Wohngebiet, wenn auch nur 25 km weit.
Der limitierende Faktor hinsichtlich seiner Alltageignung sind die Schalensitze. Sie halten zwar selbst bei absurden Querbeschleunigungen felsenfest in Position, engen aber auch erbarmungslos ein. Die kurze, buckelige Beinauflage und die rennsporttauglichen Sechspunkt-Gurte verleiten nach spätestens zwei Stunden zu einem kurzen Zwischenstopp.
Nicht so schlimm, denn in zwei Stunden kommt man mit diesem Geschoss bereits sehr, sehr weit – und genießt einen irrsinnigen Fahrspaß.
Fazit
Der Ferrari 296 Speciale ist leichter, stärker und in allem noch besser als der „bravere“ GTB. Mehr Leichtigkeit und Fahrspaß vermittelt kaum ein anderes Auto. Bleibt zu hoffen, dass die 395.000 Euro teuren Preziosen nicht still in Sammlergaragen verschwinden, sondern ihre Fahrfreude auf Straßen und Rennstrecken unter Beweis stellen dürfen.
Technische Daten des Ferrari 296 Speciale
AUTO ZEITUNG 24/2025 | Ferrari 296 Speciale |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | 2,992-l-V6-Zylinder, Biturbo; E-Motor: Axial-Flux-Maschine |
Antrieb | 8-Gang-Doppelkupplung; Hinterradantrieb, Sperrdifferential |
Leistung | 648 kW / 880 PS |
Max. Drehmoment | – |
Akkukapazität | 7,45 kWh |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 4625 / 1968 / 1181 mm |
Leergewicht / Zuladung | 1410 kg / – |
Kofferraumvolumen | 169 l (vorn) / 112 l (hinten) |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 2,8 s |
Höchstgeschwindigkeit | über 330 km/h (el. 135 km/h) |
Verbrauch auf 100 km | 8,9 l SP + k. A. kWh |
Elektrische Reichweite | - |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 395.000 € |
Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel | |



















