Fahrbericht

Cupra Raval-Testfahrt: Beachtliche Dynamik & XXL-Kofferraum

Das erste Modell der „MEB+“-Familie ist da! Wir schnappen uns den Cupra Raval noch vor Marktstart im Sommer 2026 für eine Testfahrt und sind beeindruckt von Platzangebot und Dynamik der VZ-Variante – Schwächen leistet sich der Spanier kaum.

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Video: AUTO ZEITUNG

Der neue Cupra Raval bei der ersten Testfahrt

VW ID. Polo sowie ID. Cross, Skoda Epiq und eben der Cupra Raval: Vor Debüt der neuen Modelle auf Volkswagens „MEB+“-Architektur hagelt es Studien, Teaser, Prototyp-Testfahrten und Enthüllungen. Aber jetzt wird es wirklich konkret: Wir sind mit dem Raval erstmals ein Serienmodell auf „MEB+“-Basis ungetarnt und auf offener Straße gefahren. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Der Cupra Raval wird ab Sommer 2026 in zwei Batterievarianten und jeweils zwei Leistungsstufen ausgeliefert. Den Einstieg bildet ein LFP-Akku mit 37 kWh Nettokapazität, dazu gesellen sich wahlweise 85 kW (116 PS) oder 99 kW (135 PS) Antriebsleistung. Die 52-kWh-Batterie (netto) arbeitet mit der teureren Nickel-Mangan-Kobalt-Zellchemie (NMC) und lässt sich wahlweise mit 155 kW (211 PS) oder, wie im Falle des hier gefahrenen VZ-Topmodells mit 166 kW (226 PS) kombinieren.

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Der Cupra Raval VZ fährt auf einer Landstraße, von vorne fotografiert.
Mit dem Cupra Raval kommt ein großer Konkurrent für den kommenden ID. Polo GTI aus den eigenen Reihen. Foto: Cupra
Der Cupra Raval VZ fährt auf einer Landstraße, von hinten fotografiert.
Durch das elektronische Sperrdifferential und 235er-Schlappen klebt der frontgetriebene VZ regelrecht am Boden. Foto: Cupra
Das Cockpit des Cupra Raval VZ.
Am Lenkrad setzt der Raval auf physische Tasten, in der Mittelkonsole jedoch leider auf Touch-Slider. Foto: Cupra
Die vorderen Sitze des Cupra Raval VZ.
Die sportlichen Sitze gehören zur VZ-Ausstattung, in der Launch Edition wird es zum Marktstart sogar noch schaliger. Foto: Cupra
Der Kofferraum des Cupra Raval VZ.
Die vielleicht größte Stärke des Raval: Unter dem Ladeboden verbirgt sich ein großes weiteres Ladefach. Insgesamt fasst der Kofferraum beeindruckende 441 l. Foto: Cupra
Der Cupra Raval VZ steht in urbaner Umgebung, von vorne rechts fotografiert.
Kurze Überhänge: Bei einem Radstand von 2,60 m misst der Cupra in der Länge lediglich 4,05 m. Foto: Cupra
Der Cupra Raval VZ steht in urbaner Umgebung, von hinten rechts fotografiert.
Benannt nach einem belebten Szeneviertel Barcelonas, fühlt sich der Raval in der Stadt besonders wohl. Foto: Cupra

An der Wallbox lädt der neue Cupra Raval in allen Varianten mit maximal elf Kilowatt, an der DC-Ladesäule sind mit den schwächeren Antrieben 50 beziehungsweise 88 kW möglich, beim größeren Akku 105 kW. Die WLTP-Reichweiten bewegen sich im Bereich von rund 300 km mit der LFP-Batterie und etwa 440 km mit dem NMC-Akku.

Bei unserer sehr abwechslungsreichen Testfahrt – wir sind in der Stadt sowie auf Autobahnen unterwegs und scheuchen den Raval teilweise zügig über Landstraßen – ergibt sich ein Durchschnittsverbrauch von 16,7 kWh/100 km. Das entspricht beim Raval VZ einer realistischen Reichweite von gut 300 km.

Frontantrieb & XXL-Kofferraum

Die „MEB+“-Kleinwagen arbeiten mit Frontantrieb. Das bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich: Die Hinterachse ist frei von Antriebstechnik, was viel Platz für einen tiefen Kofferraum schafft. Das führt zu beeindruckenden Ladevolumina, so bescheinigt der Hersteller dem Cupra Raval insgesamt 441 l fürs Gepäck.

Das ist nicht nur mehr Laderaum als der höher positionierte VW Golf bietet, sondern auch mehr als bei den meisten Varianten des Mittelklasse-Kombis Audi A5 Avant. Die Testfahrt zeigt zudem, dass der Kofferraum durch einen in drei Positionen fixierbaren Ladeboden hervorragend nutzbar ist. Da stört auch die Abwesenheit eines Frunks keineswegs. Hut ab!

Man kann bekanntlich nicht alles haben und das trifft vor allem beim Raummanagement von Kleinwagen zu. So fällt der Fond des Cupra Raval relativ eng aus und die Rückbank lässt sich als großgewachsene Person allenfalls als Notsitz nutzen. Kinder wurden jedoch bedacht, denn die beiden äußeren Sitze sind mit Isofix-Halterungen versehen.

Übersichtliches Infotainment

Das Infotainment des neuen Cupra Raval arbeitet mit einem 10,25-Zoll-Digitalcockpit und einem 12,9-Zoll-Touchscreen. Die Darstellung wirkt insgesamt übersichtlich und nicht – wie bei manchem E-Auto – überladen mit Infos.

Auch das Android-basierte Betriebssystem gefällt durch einen ablenkungsarmen Aufbau nach Smartphone-Logik und zügige Reaktionszeiten. Einziger Malus: Anders als der verwandte ID. Polo setzt der Raval bei Klimabedienung und Lautstärkeregelung in der Mittelkonsole auf eine Kombination aus Touch-Slidern und Display-Bedienung. Schade!

Das Cockpit des Cupra Raval VZ.
Foto: Cupra

Spitze Fahrmodi & überzeugende Traktion

Passend zum Modellnamen Raval – einem belebten Szeneviertel Barcelonas – fühlt sich der neue Kleinwagen in städtischen Gefilden wohl. Als VZ ist der Cupra nicht nur agil und klein genug, um sich in jede Lücke zu mogeln, sondern durch eine Rückfahrkamera auch übersichtlich beim Einparken.

Der eigentliche Moment des VZ-Modells kommt allerdings mit dem Einbiegen in kurvige Landstraßen. Neben dem erwartungsgemäß potenten Punch beim Beschleunigen aus niedrigen Geschwindigkeiten begeistert der Raval VZ bei unserer Testfahrt vor allem durch seine Kurvendynamik und Traktion an der Vorderachse. Das adaptive Fahrwerk fällt besonders in den Fahrmodi Performance und Cupra sehr straff aus, auch die Lenkung wartet mit sportlich-hohem Widerstand auf.

Das elektronische Sperrdifferential, das der VZ-Variante vorbehalten bleibt, tut in Verbindung mit den breiteren 235er-Reifen ihr Übriges und sorgt für eine bemerkenswerte Traktion. Im engagierten Landstraßenbetrieb erreicht man kaum die Haftgrenze des kleinen Elektrikers und wo übliche Fronttriebler längst untersteuern, hält der Raval VZ stoisch seine Linie. Das spanische Fahrspaß-Versprechen löst der „MEB+“-Erstling also zweifelsohne ein.

Der Cupra Raval VZ fährt auf einer Landstraße, von hinten fotografiert.
Foto: Cupra

Der spitze Cupra-Fahrmodus ist in jeder Hinsicht extrem ausgelegt. Der zackige Antritt und das Einsetzen der Rekuperation erschweren einen flüssigen Fahrstil, auch die künstliche Straffung der Lenkung wirkt auf uns fast schon überzogen. Wir bevorzugen meist den etwas milderen Performance-Modus.

Ebenso unter „Geschmackssache“ läuft der eingespielte Ufo-Sound in den beiden sportlichen Fahrmodi. Doch die gute Nachricht: Es stehen auch die Modi Comfort und Range zur Verfügung. Der Individual-Modus lässt sich zudem nach persönlichem Gusto – und auch ohne Sound – anpassen.

Fazit

Flink, praktisch, modern: Der Cupra Raval macht vieles richtig und verspricht Positives für die „MEB+“-Architektur. Mit einem Preis von über 43.000 Euro ist die Launch Edition VZ Extreme allerdings kein Schnäppchen – viele der guten Gene dürfte er aber mit dem 26.000-Euro-Basismodell teilen.

Technische Daten des Cupra Raval VZ

AUTO ZEITUNG 11/2026

Cupra Raval VZ

Technische Daten

Motor

eine permanenterregte Synchronmaschine, vorne

Antrieb

Konstantübersetzung; Vorderrad

Leistung

166 kW / 226 PS

Max. Drehmoment

290 Nm

Kapazität / Spannung

52 kWh (netto) / 240 – 408 V

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

4046 / 1784 / 1514 mm

Leergewicht / Zuladung (EU)

1615 / 475 kg

Kofferraumvolumen

441 l

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

6,8 s

Höchstgeschwindigkeit

175 km/h

Verbrauch auf 100 km (WLTP)

13,8 – 16,2 kWh

Reichweite (WLTP)

379 – 440 km

Kaufinformationen

Grundpreis

VZ Extreme Launch Edition: 43.525 €

Marktstart

Q3 2026

Alle Daten Werksangaben