Testfahrt im Cupra Raval: Dieser Elektro-Flitzer macht Hoffnung

Der VW-Konzern bereitet den großen Aufschlag vor: ID. Polo & Co. sollen auf neuer Plattform mit kosteneffizienter und zeitgemäßer Technik das Segment der elektrischen Kleinwagen aufmischen. Den Anfang macht der Cupra Raval 2026 – wir durften für eine erste Testfahrt im Prototyp Platz nehmen!

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Neuer Cupra Raval macht den "MEB+"-Anfang

Von Born über Elroq bis zu ID.7 – in Kompakt- und Mittelklasse bietet der VW-Konzern inzwischen zahlreiche elektrische Optionen. Nun sind mithilfe der neuen "MEB+"-Architektur die Kleinwagen und City-SUV dran. Und angesichts der schwachen E-Auto-Nachfrage, mit der sich die Branche derzeit herumschlägt, sollte der Vorstoß ins Segment auf Anhieb sitzen. Schließlich schläft die Konkurrenz nicht: Neben teilweise angejahrten Stellantis-Modellen zielen Hyundai Inster und Renault 5 auf eine ähnliche Kundschaft.

Während die "MEB+"-City-SUV VW ID. Cross und Skoda Epiq diejenigen ansprechen sollen, die lieber etwas höher sitzen, schickt Volkswagen mit ID. Polo und Raval zwei eher klassische Kleinwagen im Seat/Cupra-Werk Martorell (Spanien) in die Produktion. Als Erster wird ab März 2026 der neue Cupra Raval im deutschen Konfigurator landen, der Startpreis soll bei 26.000 Euro liegen. Die sportliche VZ-Variante, die wir bei unserer ersten Prototyp-Testfahrt fuhren, ist noch nicht eingepreist, dürfte aber einige Tausende teurer werden (Stand: November 2025). Auch interessant: Unsere Produkttipps bei Amazon 

(1/4)
Der Cupra Raval (2026) fährt als Erlkönig über eine Brücke, von vorne links fotografiert.
Cupra Raval (2026) Foto: Cupra

Der Raval läutet VWs Offensive der elektrischen Kleinwagen ein.

Der Cupra Raval (2026) fährt als Erlkönig durch einen Tunnel, von links fotografiert.
Cupra Raval (2026) Foto: Cupra

Der Radstand wird wie bei den anderen "MEB+"-Modellen 2,60 m betragen.

Der Cupra Raval (2026) fährt als Erlkönig auf einer Landstraße, von hinten links fotografiert.
Cupra Raval (2026) Foto: Cupra

Die versenkbaren Türgriffe dürften dem Cupra vorbehalten bleiben.

Redakteur Max Grigo steht neben dem getarnten Cupra Raval (2026).
Cupra Raval (2026) Foto: Cupra

Cupra nahm uns für die getarnte Testfahrt im Werk Martorell nahe Barcelona in Empfang. Dort werden Raval und ID. Polo vom Band gehen.

VZ kommt mit adaptivem Fahrwerk & Sperrdifferential

Zum Marktstart 2026 wird der neue Cupra Raval in zwei durchaus potenten Motorisierungen erhältlich sein: Mit 155 kW (211 PS) und als VZ mit 165 kW (226 PS), wobei der ID. Polo GTI ebenfalls auf letzteren Antrieb setzt. Batteriekapazitäten nennt Cupra bisher nicht, doch die Reichweiten sollen circa 450 beziehungsweise 400 km betragen.

Neben der Prise Extra-Power soll der VZ durch ein adaptives Sportfahrwerk, eine zehn Millimeter breitere Spur und ein steiferes Chassis vom Stadtflitzer zum Kurvenräuber mutieren. Ein elektronisches Sperrdifferential will dem Fronttriebler zusätzliches Leben einhauchen, während die 235er Reifen auf den 19-Zoll-Felgen für den nötigen Grip sorgen.

Die Konkurrenten:

Erste Testfahrt offenbart viel Dynamik

Wenig überraschend: Ein 4,05 m langer Kleinwagen – vergleichbar mit dem aktuellen Verbrenner-Polo – marschiert mit 166 kW und 290 elektrischen Nm beachtlich vorwärts. Im aggressiven "Cupra"-Fahrmodus war uns der Antritt des neuen Cupra Raval VZ sogar etwas zu ruppig. Aber kein Problem, dafür gibt es ja noch drei andere serienmäßige Modi und die Möglichkeit auf individuelle Einstellung. Auch die präzise arbeitende Lenkung lässt sich in ihrem Widerstand anpassen und wirkt in den dynamischeren Modi straffer.

Bei der ersten Testfahrt stand zwar ausschließlich der VZ zur Verfügung und es fehlt ein direkter Vergleich zu den Standardmodellen, doch die Performance-orientierten Anpassungen scheinen voll ins Schwarze getroffen zu haben. So wirkt der Kleinwagen in ambitioniert angefahrenen Kurven bemerkenswert stabil und hält die Spur ohne Untersteuern, wo andere Fronttriebler schon lange mit quietschenden Reifen den Radius zwangsöffnen. Da wären wir in den Bergen um Barcelona gerne noch länger unterwegs gewesen. Chapeau!

Redakteur Max Grigo steht neben dem getarnten Cupra Raval (2026).
Foto: Cupra

Doch nicht nur Dynamik wurde bedacht, auch der Komfort des neuen Cupra Raval ist einwandfrei. Wer jedoch keinen Wert auf sportliches Fahren legt, dürfte mit Skoda Epiq & Co. besser beraten sein, denn die straffe Grundauslegung bleibt natürlich. Praktisch für die Stadtfahrt: Die Rekuperationsstufe lässt sich intuitiv über Wippen hinter dem Lenkrad ausschalten oder in drei Stufen regeln, wobei die höchste Stufe One-Pedal-Driving ermöglicht. Positiv überrascht hat uns auch die konventionelle Bremse. Durch einen vergleichsweise großen Widerstand lässt sie sich nicht nur tadellos dosieren, sondern das Auto gleichzeitig erwachsener wirken – letztlich aber auch Geschmackssache.

Zum Verbrauch können wir nach unserer rund 40-minüten Testfahrt keine qualifizierte Aussage machen, doch bei vielen zurückgelegten Höhenmetern und meist sportlicher Fahrweise spuckte uns der Bordcomputer einen Durchschnitt von 19,4 kWh/100 km aus. Bei entsprechend zurückhaltendem Fahrstil dürften Realverbräuche unter 15 kWh problemlos möglich sein.

Technische Daten des Cupra Raval VZ

AUTO ZEITUNG 26/2026

Cupra Raval VZ

Technische Daten

Motor

Ein Elektromotor

Antrieb

Konstantübersetzung; Vorderrad, elektr. Differentialsperre

Systemleistung

166 kW/226 PS

Max. Drehmoment

290 Nm

Batterie

k.A.

Karosserie

Außenmaße (L/B/H)

4046/1784/1518 mm

Leergewicht/Zuladung

k.A.

Kofferraumvolumen

k.A.

Fahrleistungen

Beschleunigung (0-100 km/h)

k.A.

Höchstgeschwindigkeit

175 km/h

Verbrauch auf 100 km

k.A.

Reichweite

400 km

Kaufinformationen

Grundpreis

26.000 € (Einstiegsmodell)

Marktstart

2026

Alle Daten vorläufige Werksangaben

Fazit

Die erste Testfahrt im Prototyp des Cupra Raval lässt wenig finale Schlüsse zum Serienmodell zu, unterstreicht aber eines eindrucksvoll: Die "MEB+"-Architektur hat Potenzial – nicht nur bezüglich der Cupra-typischen Fahrdynamik, sondern auch in Sachen Komfort. Das stimmt uns zuversichtlich, was die kommende VW-Familie elektrischer Kleinwagen angeht. Damit der große Aufschlag ein Treffer wird, kommt es nun auf ansprechende Optik, sinnvolle Modell- und Preispolitik und die richtige Vermarktung an.