Kurzer Kastenwagen: Erste Testfahrt im Ahorn Camp CV 560
Exklusiv im ersten Test: Wir sind bereits mit dem komplett neuen CV 560 von Ahorn auf Tour gegangen. Alle Stärken und Schwächen des 5,70 m langen Allround-Campervans mit Revotion-Technik auf Renault-Basis. So fällt unser Fazit nach der ersten Ausfahrt aus!
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Erste Testfahrt: Der Ahorn Camp CV 560 profitiert von der neuen Renault-Basis
Pünktlich zum Saisonstart 2026 liefert Ahorn Camp die ersten Exemplare des komplett neu konstruierten CV 560 aus. Da haben wir uns natürlich gleich den ersten Testwagen gesichert und sind auf Reisen gegangen. Nach 14 Tagen und über 2000 km ziehen wir Bilanz und benennen die Vor- und Nachteile des Kastenwagens.
Fangen wir mal beim Basisauto an: Die Technik des Renault Master beschert dem Kastenwagen einige Vorzüge. Wie schon der Vorgänger glänzt auch das aktuelle Modell beim Komfort. Der Zweiliter-Turbodiesel schnarrt dezent, statt laut zu rattern, die optionale Neunstufen-Automatik wechselt sanft durch die Gänge, und das Fahrwerk ist zwar eine Spur straffer als bisher, rollt aber geschmeidiger ab als jene gängiger Wettbewerber. Und das, obwohl der Master ohne technische Änderungen auf vier Tonnen Gesamtgewicht aufgelastet werden könnte.
Der Wendekreis des neuen Renault fällt mit 13,7/13,6 m (links/rechts) nun eher klein aus. Der Verbrauch von 9,9 l/100 km auf unserer Testrunde ist erfreulich niedrig. Wer es geruhsam angehen lässt, kommt auch mit knapp über neun Litern über die Runden. Und das trotz der munteren 170 PS (125 kW), die dem Testwagen zu flotten Fahrleistungen verhelfen: 16,5 Sekunden dauert der Sprint von null auf 100 km/h – genug, um ohne Schweißperlen zu überholen. Die Spitze von über 170 km/h verkürzt Langstrecken. Die gute Aerodynamik des Franzosen macht es möglich.
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Bequeme Kabinen-Sitze, gemütlicher Ausbau
Ein weiterer Pluspunkt des Renault sind die modernen Assistenzsysteme, die sich zudem mit wenigen Klicks auf dem Touchscreen an die persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben anpassen lassen. Der Wählhebel am Lenkrad dürfte jedoch spontaner reagieren und lässt sich leicht mit dem Wischerhebel verwechseln. Die Lenkung wiederum fühlt sich etwas synthetisch an und agiert sehr leichtgängig.
Doch wichtiger ist bei einem Campervan sicher, wie kommod man darin untergebracht ist. Hier überzeugt der Master mit langstreckentauglichen Sitzen. Sie lassen sich zwar nicht in der Fläche neigen und besitzen eine recht knappe Auflage, doch dafür bieten die hohen Lehnen einen stabilen Rückhalt, die Armlehnen sind gut positioniert, und man absolviert problemlos mehrere Stunden am Steuer.
Aber noch gemütlicher wird es, sobald der neue Ahorn Camp CV 560 auf einen Stellplatz rollt und man die Sitze im Fahrerhaus mühelos zum Wohnraum hin umdreht. Dass der Ahorn rund 30 cm länger ist als seine Rivalen auf Stellantis-Basis (5,40 m), lässt seinen klassischen Querbett-Grundriss luftiger wirken.
Die Sitzgruppe bietet genug Platz für vier, sofern man die Knie unter dem soliden und breiten Tisch sauber nebeneinander sortiert. Zu zweit ist der Platz regelrecht üppig. Was dem Küchenblock an Ablagefläche fehlt, ersetzt die ausschwenkbare Tischplatte. Die Tür des flüsterleisen Kompressor-Kühlschranks am Kopfende des Blocks hat einen Doppelanschlag und ermöglicht somit auch von außen den Zugriff auf kühle Getränke.

Für warme Getränke und leckere Menüs gibt es einen Zweiflammen-Gasherd – der Gasvorrat von zwei Elf-Kilogramm-Flaschen ist großzügig bemessen. Besonders wenn der CV 560, wie unser Testwagen, statt der 4-kW-Gastherme über eine Dieselstandheizung mit 6 kW verfügt.
Revotion-Bediensystem: Genial und serienmäßig
Die Heizung lässt sich wie sämtliche Technik-Elemente und die dimmbare Beleuchtung kinderleicht über ein fest im Auto montiertes Tablet steuern. Noch bequemer geht es, wenn man die Revotion-App aufs Handy lädt und mit dem Fahrzeug koppelt. Dann lassen sich auch von unterwegs Lichter an- oder ausschalten, man kann die Heizung regeln oder die Füllstände von Akkus und Tanks checken. Einfach genial.
Der Aufbau des Renault misst 2,08 m in der Breite, wodurch sich auch ohne seitliche Ausbuchtungen eine ordentliche Länge von 1,91 m im Querbett ergibt. Darüber und darunter offeriert der Ahorn-Ausbau zudem geräumige und praxisnah unterteilte Schränke und Ablagen, die größere Utensilien ebenso sicher beherbergen wie den üblichen Kleinkram (Auffahrkeile, Wasserschlauch, Elektro-Kabel, Heringe) – nur eine feste Unterbringung der Markisenkurbel fehlt.
Auch Jacken lassen sich nirgendwo richtig aufhängen, können aber über dem Fahrerhaus griffgünstig verstaut werden. Die Nasszelle mit Dusche und WC ist klein, aber vollständig. Statt eines Duschvorhangs gibt es hier neuerdings einen schwenkbaren Waschtisch und feste Duschwände.
Fazit
Der Ahorn Camp CV 560 bietet eine routinierte Verarbeitung und zeigt einen modernen Stil. Renault-Basis und Revotion-Bedienung sind klasse – und der Preis ist fair.
Technische Daten des Ahorn Camp CV 560
AUTO ZEITUNG 09/2026 | Ahorn Camp CV 560 |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel; 1997 cm³ |
Antrieb | 9-Stufen-Automatik (opt.); Vorderradantrieb |
Leistung | 125 kW / 170 PS bei 3500 U/min |
Max. Drehmoment | 380 Nm bei 1500 U/min |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 5685 / 2080 (2441*)/ 2600 mm |
Leergewicht / Zuladung | 2841 / 659 kg |
Zulässige Gesamtmasse | 3500 kg (opt. auflastbar auf 4000 kg) |
Ausstattung | |
Sitz-/Schlafplätze | 4 / 2 (opt. 3) |
Herd/Heizung | Gas, Zweiflammen-Kocher / Gas, Truma Combi 4 |
Gas | 2 x 11 kg |
Frisch-/Abwasser | 80 + 20 / 80 l |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 52.800 € |
Marktstart | im Handel |
Alle Daten Werksangaben; *Breite inkl. Außenspiegel | |


























