Erste Testfahrt in der Alpine A390 GT: Echtes Sport-Gefühl im SUV
Die neue Alpine A390 GT ist das erste vollelektrische SUV der Renault-Tochter. Kann der sportliche, leichtfüßige Charakter der A110 auch in dieser massiven Version überleben? Eine erste Testfahrt!
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Alpine A390 GT: Erste Testfahrt im Elektro-SUV
Alpine steht für Leichtfüßigkeit und Präzision – wie ein Rennski auf der Piste. Mit der doppelten Masse einer A110 präsentiert sich die neue Alpine A390 GT eher wie ein familientauglicher Schlitten, aber eines vorweg: Ihre Kufen schneiden noch immer messerscharf durch den Asphalt. Drei Elektromotoren sorgen dafür, dass diese Masse auf der schwarzen Piste nicht fehl am Platz wirkt. Heckbetont – zwei Motoren hinten, einer vorn – liefert sie 295 kW (400 PS) und 661 Nm Drehmoment. Selbst die heißen Straßen im spanischen Málaga bringt sie damit ins Schwitzen – und uns bei der ersten Testfahrt zum Staunen.
Schon die ersten Meter zeigen: Das Fahrpedal möchte sanft berührt werden. Und dann wartet da noch dieser rote Overtake-Knopf am Lenkrad – damit zündet man die Sprengladung, und die Lawine kommt unaufhaltsam ins Rollen. In unter fünf Sekunden geht es von null auf 100 km/h. Das Spektakel wird begleitet von einem Geräusch, das an ein aufdrehendes Turbinentriebwerk eines Helikopters erinnert. Im Sportmodus klingt das Alpine-Sounddesign intensiv, im normalen Modus unaufdringlich – ein ideales Feedback für Geschwindigkeit und Beschleunigung.
A390 kann nicht nur Längsbeschleunigung
So weit, so gut: Die Längsbeschleunigung fühlt sich in nahezu jedem E-Auto spektakulär an – das ist nicht die Kunst. Für Alpine-Liebhaber:innen ist es jedoch nicht unwichtig, dass der Wagen immerhin bis auf 200 km/h beschleunigt, die 470 PS (346 kW) starke GTS-Variante sogar auf 220 km/h.
Doch echte Begeisterung weckt das SUV nicht auf der Autobahn, sondern auf kurvigen Bergpässen. Auf dem Weg in die spanischen Berge fällt allerdings auf, wie sorgfältig Alpine die Dämmung umgesetzt hat: Keine störenden Außen- und Windgeräusche – nur Ruhe und Fokus auf das Fahrerlebnis.
Unsere Testfahrt führt durch malerische Dörfer mit engen, verwinkelten Gassen. Hier zeigt sich der kompakte Radstand von 2,71 m als echter Vorteil. Für Stadtfahrten lassen sich über den blauen Drehregler am Lenkrad verschiedenen Rekuperationsstufen wählen – bis hin zum One-Pedal-Drive.
Chassis & Fahrwerk werden Sportwagen-Image gerecht
Endlich angekommen auf der schwarzen Piste vermittelt die neue Alpine A390 GT direkt ein gutes Gefühl. Die Traktion des Allradantriebs überzeugt. Enge Kurven verraten gelegentlich das hohe Gewicht, doch die Michelin Pilot Sport 4S halten das Auto sicher auf Kurs. Einziges Manko bei der ersten Testfahrt: Im Zweifel lässt sich nur erahnen, wo der Kurs weitergeht, da die massiven A-Säulen in Kombination mit den großen Seitenspiegeln die Sicht etwas einschränken. Dafür ist die Lenkung für spontane Richtungswechsel direkt und präzise. Alpine setzt hier auf eine kurze Lenkübersetzung für eine große Wirkung bei kleinen Lenkwinkeln.
Wie von den meisten Sportwagenfans gewohnt, kommt auch hier der hecklastige Antrieb nicht zu kurz – leichtes Übersteuern gehört nach wie vor zum guten Ton. Auf holprigen Pisten übernehmen die hydraulischen Anschlagpuffer die Kontrolle und verhindern ein hartes Durchschlagen der Dämpfer, sodass jede Fahrt trotz sportlicher Dynamik angenehm komfortabel bleibt. Wer die geballte Kraft bändigen will, kann sich auf die Sechskolben-Bremsen verlassen. Nur selten greift das ABS ein, da das Fahrwerk erst bei hohen Tempi und Bodenwellen minimale Haftungsverluste zeigt.
Interieur & Bedienung
Die 12-Uhr-Markierung am Lenkrad erinnert daran, dass die neue Alpine A390 GT aus einer Sportwagenschmiede kommt. Ein beheiztes Lenkrad und Sportsitze verbinden Komfort und Sportlichkeit, während das zweifarbige Design für stilvolle Akzente sorgt. Die Schaltstufen lassen sich über drei große Knöpfe bedienen, und das Cockpit ist klar auf den Fahrersitz ausgerichtet. Alle für Fahrdynamik-Fans relevanten Fahrzeugdaten lassen sich über das zentrale Display abrufen – inklusive Fahrtipps, Laptimer und Challenges.
Bei einer Alpine zählen inzwischen aber nicht mehr nur sportliche, sondern auch E-Auto-Qualitäten. Und auch diese passen: Die intelligente Routenplanung funktioniert bei unserer ersten Testfahrt tadellos, und die Ladeleistung liegt bei 150 kW, bei der GTS‑Variante bei 190 kW.
Fazit
Mit dem ersten vollelektrischen SUV hat der französische Sportwagenhersteller erfolgreich die moderne Elektromobilität mit seinen klassischen Sportwagenwurzeln verbunden. Die Alpine A390 GT ist ein optisch auffälliges Familienauto, das trotz seiner eher kompakten Abmessungen ein praktisch nutzbares Kofferraumvolumen bietet. Der hinteren Sitze sind ideal für Kinder, Erwachsene sollten allerdings nicht größer als 1,80 m sein.
Technische Daten der Alpine A390 GT
AUTO ZEITUNG 01/2026 | Alpine A390 GT |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | Fremderregte Synchronm. vorne, 2 permanenterregte Synchronm. hinten |
Antrieb | Konstantübersetzung; Allrad |
Leistung | 295 kW / 400 PS |
Max. Drehmoment | 661 Nm |
Kapazität / Spannung | 89 kWh / 400 V |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 4615 / 1885 (2055)* / 1525 mm |
Leergewicht | 2124 kg |
Kofferraumvolumen | 532 – 1634 l |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 4,8 s |
Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
Verbrauch auf 100 km (WLTP) | 18,7 kWh |
Reichweite (WLTP) | 551 km |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 67.500 € |
Marktstart | Anfang 2026 |
Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel | |




















