Vorstellung

Getunter Mercedes S123: Mit Ruß und Genuss zum Diesel-Driften

Mit fast 50 Jahren hört man besser mit dem Rauchen auf. Dieser Mercedes-Kombi fängt gerade erst damit an. Ein finnischer Tuner holt aus seinem Diesel bis zu 930 PS!

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Getunter Mercedes S123 im Drift, fotografiert von schräg vorne.
Getunter Mercedes S123: Diesel-Drifter Foto: Black Smoke Performance

Der alte Mercedes Kombi, von Black Smoke Performance gepimpt, lässt lässig das Heck heraushängen und schickt gelegentlich Feuerstöße durch den Auspuff.

Motorhaube des getunten Mercedes S123 mit Auspuffenden, fotografiert von oben.
Getunter Mercedes S123: Diesel-Drifter Foto: Black Smoke Performance

Die beiden Auspuffrohre durchstechen die Carbon-Motorhaube. Das ist kein gutes Zeichen für den Lärm- und Emissionsschutz.

Getunter Mercedes Dieselmotor mit Turbo, fotografiert von oben.
Getunter Mercedes S123: Diesel-Drifter Foto: Black Smoke Performance

Dem 3,2-l-Diesel wird durch einen großen Turbo und moderne Einspritztechnik zu 930 PS verholfen.

Getunter Mercedes S123, fotografiert von schräg hinten.
Getunter Mercedes S123: Diesel-Drifter Foto: Black Smoke Performance

Das Flügelwerk des Kombis könnte auch einem Düsenjet zur Ehre gereichen.

Getunter Mercedes S123 beim Driften mit Rauchwolken, fotografiert von der Seite.
Getunter Mercedes S123: Diesel-Drifter Foto: Black Smoke Performance

Vorne zeugen Rußwolken vom Nachdruck des Sechszylinder-Diesels. Hinten verbrät die Power die Reifen zu weißem Rauch. Der rote Ring in den Tiefbettfelgen sieht so aus, als ob die Bremsscheiben glühen. Dem ist aber nicht so. Gebremst wird bei den Drift Masters Grand Prix eher wenig.

Stickstoffflasche im Innenraum des getunten Mercedes S123, fotografiert von der Seite.
Getunter Mercedes S123: Diesel-Drifter Foto: Black Smoke Performance

Mit Stickstoffeinspritzung gehen dem Diesel endgültig die Pferde durch.

Teemu Peltola mit getuntem Mercedes S203 vor dem Teambus von Black Smoke Performance.
Getunter Mercedes S203: Diesel-Drifter Foto: Black Smoke Performance

Der Gründer und Chef von Black Smoke Performance, Teemu Peltola, dreht bei den Drift Masters Grand Prix selbst am Lenkrad eines C-Klasse-Kombis. Natürlich auch ein Diesel.

Getunter Mercedes S123 mit Aufschrift Every Benz hides a story, fotografiert von schräg hinten.
Getunter Mercedes S123: Diesel-Drifter Foto: Black Smoke Performance

"Jeder Benz birgt eine Geschichte", prangt auf dem Heck des T-Modells. Diese hier erzählt von einem alten Dieselkombi und seiner tiefen Sinnkrise.

Cockpit mit Lenkrad des getunten Mercedes S123, fotografiert von der Seite.
Getunter Mercedes S123: Diesel-Drifter Foto: Black Smoke Performance

Das Cockpit des S123 ist spartanisch-funktionell eingerichtet. Keine Spur mehr vom riesigen Lenkrad des Ur-Kombis mit dem Stern. Dafür gibt es einen praktischen Handbremshebel fürs Querfahren.

Als der Mercedes S123 1978 auf den Markt kam, galt der Mittelklasse-Kombi nicht gerade als Chefdynamiker. Häufig noch mit unzerstörbaren, aber lethargischen Dieseln bestückt, zielte er genau auf den Scheitelpunkt der Kurve zwischen Klempner-Kombi und Lifestyle-Laster mit eingebautem Nutzmehrwert. Heute haben Kombis aus Stuttgart und anderswo diesen Paradigmenwechsel längst vollzogen. Der S123 holt ihn gerade nach. Knapp ein halbes Jahrhundert nach seiner Geburt mutiert zumindest ein Exemplar des ersten Mercedes T zum martialischen Sportgerät. Und die Verwandlung ist offenbar keinem verspäteten After-Midlife-Wehwehchen geschuldet, sondern einer ausgewachsenen Sinnkrise.

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Außer dem Haubenstern, den verchromten Außenspiegeln und der Dachreling blieb praktisch nichts unangetastet. Der einstige Familientransporter kauert eine halbe Handbreite über dem Asphalt. Ausgewachsene Spoiler vorn und hinten sowie seitliche Schürzen schneiden der Umgebungsluft den Weg ab. Die hinteren Radhäuser wurden um geschätzt 15 cm aufgebohrt und hüllen die Slicks in glänzendes Sichtcarbon. Vorne wurden die Kotflügel den Lenkwinkeln zuliebe großzügig nach hinten ausgeschnitten. Zwei senkrecht stehende Auspuffschlote durchstechen die Motorhaube. Selbst wohlmeinende TÜV-Prüfer:innen dürften angesichts dieses Monstrums Schnappatmung bekommen.
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Der Mercedes S123 von Black Smoke Performance in Aktion (Video):

Die 930 PS des getunten Mercedes-Kombis machen den Hinterreifen Dauerstress

Zu Gesicht bekommen Prüfer:Innen das Gefährt aber nur bei der Abnahme zum Drift Masters Grand Prix. Denn genau dazu wurde das Vehikel von Black Smoke Performance geschaffen. Der finnische Tuner stellt gewohnheitsmäßig Mercedes-Diesel auf Breitreifen und pustet den Selbstzündern in die Bronchien, bis das Wastegate bei vier bar Druck den Stecker zieht. Im Falle des S123 sollen 930 PS (684 kW) für mehrfarbigen Rauch sorgen. Vorn emittiert der aufgeblasene Reihensechszylinder bröckchenweise Ruß via einem verchromten Industrieschlot. 1000 Nm verwandeln bei der europäischen Rennserie, die stark von japanischen Driftwettbewerben inspiriert ist, die Reifen in den gasförmigen Aggregatzustand. Weißer Rauch signalisiert den Dauerstress der Gummis.

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Der Schöpfer dieses Kombinationskraftwagens, der sich auch ideal zum Donut-Backen eignet, heißt Teemu Peltola. Der dynamische Enddreißiger schätzt das Drehmoment der Dieselmaschinen und mischt selbst mit einem moderneren C-Klasse Kombi bei den Drift Masters mit. Nebenbei hat der Finne Black Smoke Performance gegründet und leitet die Firma, deren Teile müde Selbstzünder aus den Puschen pushen. Kostenpunkt: Ab rund 50.000 Euro für einen wettbewerbsfähigen Kombi auf Basis eines S203 ist man dabei. Und sogar mittlerweile gesuchte 190er bekommen im finnischen Kokkola die letzte Ölung. Der getunte S123 soll hingegen ein Einzelstück bleiben.