Mercedes Marco Polo: So sieht der erste Camper ohne Westfalia aus
Der Mercedes Marco Polo ist komplett verändert, aber doch ganz der Alte. Denn um den Ausbau kümmert sich nun nicht mehr der langjährige Partner Westfalia, sondern Mercedes in einem neuen Werk selbst. Das Basisfahrzeug bleibt gleich, der Marco Polo Horizon unterscheidet sich nur in Details. Worin der „neue“ Marco Polo vom Westfalia-Vorgänger abweicht, verraten wir hier.
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
Preis: Mercedes Marco Polo ab knapp 80.000 Euro
Während alle Welt nach zahlreichen Teasern endlich auf die Präsentation der neuen Generation der V-Klasse – als elektrischer VLE sowie VLS mit Verbrennermotoren – wartet, rücken die Stuttgarter:innen bereits im Februar 2026 den Mercedes Marco Polo für das neue Modelljahr in Position. Doch: Die Änderungen zum Vorgänger sind marginal, die Karosserie auf den ersten Blick sogar identisch zum 2024er Facelift des Mercedes-Campingbusses.
Und tatsächlich, das Basisfahrzeug ist identisch. Es bleibt vorerst bei der aktuellen V-Klasse-Generation W447, auch wenn Mercedes bereits zur Vorstellung des 2026er-Modells ein „nächstes Kapitel“ auf der neuen Van-Architektur mit den Worten „in Arbeit“ andeutet. Außen macht nur eine kleine Abweichung die Neuheit als solche erkennbar: Der Westfalia-Schriftzug auf dem serienmäßigen Aufstelldach an der hinteren Dachkante des Vans verschwindet. Hintergrund ist die Beendigung der Partnerschaft zwischen dem westfälischen Camper-Ausbauers und dem schwäbischen Autohersteller. Wie wir bereits bei den ersten Informationen zu einem möglichen Marco Polo auf VLE/VLS berichteten, läuft die Zusammenarbeit Mitte 2026 aus. Mercedes nimmt den Ausbau daher ab sofort selbst in die Hand. Der Marco Polo wird nun im Mercedes-Werk in Ludwigsfelde mit Eigenteilen ausgebaut, die V-Klasse stammt aber nach wie vor aus dem spanischen Werk in Vitoria.
Der neue Mercedes Marco Polo ohne Westfalia-Ausbau soll zur zweiten Jahreshälfte 2026 in den Verkauf gehen, die offizielle Messepremiere soll der Campingbus auf dem Caravan Salon 2026 in Düsseldorf feiern. Preise verraten die Schwäb:innen bislang nicht, aktuell startet der Marco Polo mit Westfalia-Ausbau bei 79.420 Euro, die 80.000-Euro-Marke dürfte daher auch für den nur marginal veränderten Nachfolger als Einstiegspreis gelten. Und auch die Sparversion Mercedes Marco Polo Horizon, die 2024 mit dem V-Klasse-Facelift zurückkehrte, wird 2026 überarbeitet. Hier geht es aktuell bei 67.066 Euro (Alle Preise: Stand Februar 2026) los, der Westfalia-freie Nachfolger dürfte ähnlich viel kosten.
Der Mercedes Vision V im Video

Innenraum: "So wohnlich und komfortabel wie nie zuvor"
Zugegeben, die Neuerungen muss man selbst im Wohnraum des Mercedes Marco Polo des Jahrgangs 2026 mit der Lupe suchen. Denn an Aufbau und Optik ändert sich gegenüber dem Westfalia-Vorgänger nur äußerst wenig. Dennoch versprechen die Stuttgarter:innen, dass der Campingbus „so wohnlich und komfortabel wie nie zuvor“ ausfällt.
Die Neuerungen betreffen vor allem das Aufstelldach – nun mit Aluminium-Doppelschale und zehn Zentimeter höherem Faltbalg am Heck –, die LED-Beleuchtung im Interieur oder neue Konzepte für Markise und Verdunkelungen, mehr dazu in folgenden Absätzen. Auch das Möbellayout wurde leicht angepasst, um das Zusammenleben mit dem Marco Polo zu verbessern. Hinzu kommt deutlich mehr Connectivity als bisher.

Sitzgruppe und Schlafplätze
Sitzgruppen-Typ | Halbdinette |
Sitzplätze/Gurtplätze | 4 / 4 |
Schlafplätze | 4 |
Bettentyp / Maße | Sitzgruppenumbau: Doppelbett / 203 x 113 cm Aufstelldach: Doppelbett / 205 x 113 cm |
Auch im 2026er Marco Polo bleibt es bei einer Halbdinette aus Drehsesseln in Reihe eins und einer Zweier-Sitzbank. Soweit also typisch für die Campingfahrzeug-Gattung. Die gängigen Wohnmobil-Bauarten erklären wir hier im Detail. Nach eigener Aussage habe man aber den Klapptisch, der wie gewohnt an der Seitenküche angebracht wird, im Detail verbessert.
Geschlafen wird ebenfalls wie gewohnt auf dem Umbau der Rückbank im Wohnraum sowie im serienmäßigen Aufstelldach. Wie bereits beschrieben, bekommt es dank zehn Zentimeter höherem Zeltbalg am Heck mehr Bewegungsfreiheit, wovon Mercedes auch mehr Aufenthalts- und Schlafkomfort verspricht. Zudem soll die neue Aluminium-Doppelschale auch für eine bessere Isolierung des Schalfdachs sorgen. Die Liegeflächen-Maße bleiben unverändert, beide Betten sind nach wie vor über zwei Meter lang und jeweils 113 cm breit. Neue Magnetverdunkelungen sorgen zudem dafür, dass Tageslicht nicht in den Innenraum gelangt.
Küche
Küchenform | Seitenküche |
Kochstellen/Befeuerung | 2 /Gas |
Kühlschrankvolumen | 40 l |
Frischwasser | 38 l |
Abwasser | 40 l |
Ebenso bleibt es bei der Seitenküche samt angegliedertem Schrankmodul. Selbst die Anordnung von Zweiflammen-Gaskocher, dem ovalen Waschbecken mit separater Abdeckung und der von oben zugänglichen Kompressor-Kühlbox bleibt identisch mit dem Vorgängermodell. Letztere hatte beim Vorgänger 40 l Stauvolumen und dürfte dieses auch mit dem 2026er-Modellwechsel des Mercedes Marco Polo beibehalten.
Stauraum und Bordtechnik
Stauraum | Kleiderschrank im Heck, Stauraum unter Sitzbank |
Bordbatterietyp / Kapazität | – / 95 Ah |
Heizung | Diesel |
Technische Ausstattung | MBAC-System Soundsystem im Wohnraum LED-Ambientebeleuchtung |
Stauraum bleibt wie gehabt auf das Schrankmodul sowie etwas Raum hinter und unter der Rückbank beschränkt. Doch damit ist der Mercedes Marco Polo nicht allein, denn kompakte Campingbusse sind ohnehin eher auf spontane Kurzurlaube als auf lange Reisen ausgelegt.
Umso umfangreicher die technische Ausstattung: Bereits seit 2019 ist beim Marco Polo „Mercedes-Benz Advanced Control“ – kurz MBAC – an Bord. Über das System lassen sich per Smartphone diverse Ausstattungen steuern. Beim neuen Marco Polo wurden nochmals einige Funktionen in die App eingebaut. Nun sind auch das neue LED-Lichtkonzept vom Aufstelldach, das neue Schiebedach sowie die optimierte Soundanlage über die App steuerbar.

Das Soundsystem ist selbst ein Highlight des überarbeiteten Mercedes Marco Polo: Es wurde speziell auf den Campingbus aus eigener Herstellung angepasst. Neu ist daher auch ein Subwoofer im Heckbereich. Das System lässt sich zudem auch per Bluetooth koppeln und ist auch ohne eingeschaltetes Infotainmentsystem im Cockpit nutzbar.
Eine Erwähnung ist auch die neue Markise wert. Diese lässt sich nun besonders flexibel montieren und genauso schnell wieder demontieren. So soll auch ein Waschanlagenbesuch ohne viel Aufwand möglich sein. Zudem lässt sich die Kurbel jetzt komfortabel im Markisengehäuse verstauen.
Die Besonderheiten im Überblick
Dank MBAC-System ist der Marco Polo ein mobiles Smart Home, nun mit noch mehr Funktionen.
Das verbesserte Aufstelldach öffnet im Heck zehn Zentimeter höher für mehr Komfort.
Ein speziell auf den Wohnraum abgestimmtes Soundsystem ist nun an Bord.
Technische Daten des Mercedes Marco Polo
Mercedes Marco Polo | |
|---|---|
Basisfahrzeug | Mercedes V-Klasse |
Motor | 2,0-Vierzylinder-Diesel |
Leistung / Drehmoment | 163 – 237 PS (120 – 174 kW) / 380 – 500 Nm |
Getriebe | 9-Stufen-Automatik |
Zulässige Gesamtmasse | 3100 kg |
Optionale Auflastung | nein |
Maße (L / B / H) | 5,14 / 1,93 / 1,99 m |
Stehhöhe | k. A. |
Fahreindruck mit Westfalia-Ausbau: Spontaner Glamping-Daimler Mercedes Marco Polo
Zu zweit ist man im Marco Polo flexibel, bequem und spontan unterwegs, die Klappdach-V-Klasse wird dann zur unternehmungslustigen Pkw-Alternative. Echte Camper-Gemütlichkeit kommt ab dem dritten Bettgenossen aber nicht mehr auf, die Bewegungsfreiheit und der Platz sind dann sehr eingeschränkt. Für ein wildes Wochenende passt der Glamping-Daimler aber trotzdem.
Von Johannes Riegsinger
Fazit
So klein die Neuerungen auf den ersten Blick ausfallen, so groß ist die Veränderung für Mercedes. Der erste Marco Polo ohne Westfalia wirkt vertraut, was auch an den größtenteils unveränderten Maßen im Innenraum liegt, ist aber dank mehr Funktionstiefe noch besser vernetzt. Wir hätten uns dennoch für 2026 einen komplett neuen Marco Polo auf Van.EA-Plattform gewünscht, doch das „neue Kapitel“ soll bereits in Arbeit sein.

























