Power-Ponton: Mercedes 220 S mit V8-Herz aus dem C63 AMG
Der Resto- und Retromod-Kult Kaliforniens wütet weiter und macht auch vor dem altgedienten Ponton-Mercedes 220 S nicht Halt. S-Klub LA hat dessen Karosserie nämlich in einen galligen Grundierlack getaucht und anschließend über einen C63 AMG gestülpt.
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Stilistisch auf Schlingerkurs: Ponton-Mercedes 220 S mit 600 PS starkem C63-AMG-V8
Natürlich muss auch der Ponton dran glauben. Was soll man auch anderes erwarten von einer Firma, die selbst Flügeltürer und 600er modernisiert, verspoilert und in V8-Waffen mit Retro-Verkleidung verwandelt. S-Klub LA heißt besagte Firma und sie wandert – ja man möchte sagen: fährt in Schlangenlinien – auf dem schmalen Grat zwischen formvollendet und voll am Ende.
Beispiele gefällig? Dieser Mercedes 600 mit viel Prunk, aber auch einer gewissen augenzwinkernden Makro-Machohaftigkeit. Ganz die Augen verschließen will man derweil vor diesem SLR mit abartiger Doppelkuppel-Verglasung. Und der auf dieser Seite vorgestellte 220 S? Sagen wir mal so: Auch der mattschwarze Breitbau-Ponton dürfte nicht nur Fans hervorbringen.
Schon auf den ersten Blick sieht der Benz der Wirtschaftswunderzeit nicht mehr aus wie der Reisewagen für Herren mit Hut und Langmantel, sondern wie eine aus dem Kanonenrohr geschossene Rock'n'Roll-Hymne. Und im Ponton von 1959 steckt tatsächlich eine Menge Musik, denn hinter dem geschwärzten Hochkühler grölt der frei saugende V8 aus einem 2012er C63 AMG.
Präziser ausgedrückt hat S-Klub LA aber nicht den Achtzylinder in den 220 S gepresst, sondern der modernen Technik „einfach“ die alte Karosse aufgesetzt. Natürlich nicht, ohne ein paar ziemlich eindeutige Hinweise auf den Alt-Neu-Hybriden in Form von mächtig aufgeplusterten Radläufen, einem Spoiler auf dem rundlichen Heckdeckel, einer Edelstahl-Abgasanlage darunter, einer Frontlippe und Seitenschürzen.
Der Mercedes GLB im Video

Karostoffbahnen und Holzvertäfelung treffen auf Knopf-Flut und Schießscharten-Screen
Mehr gewollt als gekonnt präsentiert sich der verzogene AMG-Aufkleber auf der C-Säule, während die deplatziert wirkende rote Herzkurve auf das Konto des Besitzers geht: Eine Firma namens Adrenalin Industries, die Expeditionsfahrzeuge aufbaut und offenbar noch ein abenteuerliches Auto im Fundus brauchte, das auch tatsächlich in eine normale Parklücke passt.
Abenteuerlich gestaltet sich auf jeden Fall der Einstieg in den AMG-Ponton. Wie man auf Bild vier erkennen kann, sind die Vordersitze auf Höhe der Mitte der hinteren Türen montiert, sodass man sich als Person am Steuer erstmal an den B-Säulen vorbeischälen muss. Bis zu den Rücksitzen durchzukommen, dürfte trotz hinterer Türen kaum ohne Quetschungen möglich sein.
Dabei lohnt das Ambiente an Bord allemal. Nein, nicht die schon jetzt fragwürdig gealterte Armaturentafel mit Knopf-Flut und Schießscharten-Screen. Wir erfreuen uns natürlich an dem Karostoff, der es sogar unter die Windschutzscheibe geschafft hat. Und an den holzvertäfelten Fensterrahmen. Unsicher sind wir nur beim „Harriet“-Schriftzug auf der Beifahrerseite. Ob der Airbag schon einen Spitznamen hat?
Bei der Wucht des auf 600 PS (441 kW) erstarkten 6,2-l-V8 (Serie: 457 PS/336 kW) ist ein gefühlvoller Gasfuß auf jeden Fall ratsam, um einen Ausritt in die nächste Leitplanke zu vermeiden. Aber Schlangenlinien sind mit dem Ponton von S-Klub LA immer drin. Sowohl stilistische als auch mit schwarzen Reifenspuren auf dem Asphalt.




















