Maybach Exelero: 700 PS im schwarzen Designerdress

Höher, schneller, Maybach! Die einstige Nobelmarke von Mercedes-Benz überrumpelte 2005 in Zusammenarbeit mit Reifenhersteller Fulda die automobilen Welt mit einem Coupé, das nicht nur Batman sondern Stavro Blofeld getaugt hätte: dem Maybach Exelero.

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Maybach Exelero (2005) statisch von schräg vorne fotografiert.
Maybach Exelero (2005) Foto: Willy Bister

Auf Basis des Maybach 57 baute die Luxusschmiede im Auftrag von Reifenprofi Fulda den Exelero, um Hochgeschwindigkeitspneus zu testen.

Maybach Exelero (2005) statisch von schräg hinten fotografiert.
Maybach Exelero (2005) Foto: Willy Bister

Das Ergebnis war ein knapp 5,9 m langes und 2,6 t schweres Coupé der Superlative.

Maybach Exelero (2005) statisch von hinten fotografiert.
Maybach Exelero (2005) Foto: Willy Bister

Student:innen der Fachhochschule Pforzheim entwarfen unter Daimler-Designchef Harald Leschke das Blechkeid.

Der Innenraum des Maybach Exelero (2005).
Maybach Exelero (2005) Foto: Willy Bister

Sportsitze samt Hosenträgergurte sorgten für festen Halt. 

Das Cockpit des Maybach Exelero (2005).
Maybach Exelero (2005) Foto: Willy Bister

Im Innenraum konnte der Maybach Exelero seine Mercedes-Gene nicht verheimlichen.

Der Tacho des Maybach Exelero (2005).
Maybach Exelero (2005) Foto: Willy Bister

Der Tacho gibt Aufschluss über die Höchstgeschwindigkeit des Ausnahme-Coupés: 351,45 km/h.

Die Hutablage mit Helm des Maybach Exelero (2005).
Maybach Exelero (2005) Foto: Willy Bister

Rote Carbonhelme als besonderes Gimmick hinter den Sportsitzen.

Maybach Exelero (2005) fahrend von schräg vorne fotografiert.
Maybach Exelero (2005) Foto: Willy Bister

Seinen Namen verdankte das Unikat den Fulda Carat Exelero-Pneus in den Maßen 315/25 ZR 23.

Das linke Vorderrad des Maybach Exelero (2005).
Maybach Exelero (2005) Foto: Willy Bister

Eine der exklusiv für den Exelero gefrästen Aluminiumfelgen kostete 2005 rund 11.000 Euro.

Maybach Exelero (2005) fahrend von der Seite fotografiert.
Maybach Exelero (2005) Foto: Willy Bister

In 4,4 s beschleunigte der Maybach auf 100 km/h. 

Der Motor des Maybach Exelero (2005).
Maybach Exelero (2005) Foto: Willy Bister

Dank einer Leistungskur mobilisierte der 5,9-l-Biturbo-V12 700 PS (515 kW) und 1020 Nm.

Wären Batman oder Bond-Gegenspieler Blofeld anno 2005 auf der Suche nach einem neuen Spaßmobil gewesen, dann wären sie sicherlich bei Maybach fündig geworden. Die Mercedes-Tochter konnte nicht nur Luxus, wie sie bereits eindrucksvoll mit dem Maybach 57 und 62 unter Beweis stellten, sondern auch ganz anders. Ursache für diesen Ausreißer aus der Welt der sanften Luxusgleiter war ein Auftrag von Reifenhersteller Fulda, der auf der Suche nach einem passenden Vehikel war, mit dem sich die neuen Hochgeschwindigkeitsreifen namens Fulda Carat Exelero möglichst medienwirksam testen ließen.

Bereits in der Vergangenheit hatte es eine Zusammenarbeit der beiden Firmen gegeben. 1939 baute Maybach mit Karosseriebauer Dörr & Schreck im Auftrag von Fulda ein stromlinienoptimiertes Maybach SW 38 Coupé. 140 PS (103 kW) beschleunigten das Reifenerprobungsfahrzeug auf damals irrsinnige 200 km/h, die der Stromlinienwagen auch über längere Zeit aufrecht halten konnte. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges ging das Einzelstück jedoch verloren.
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Maybach Exelero: Ein Unikat mit reichlich Geschichte

Ein Einzelstück blieb auch der Maybach Exelero. Um das Projekt zu realisieren, bediente man sich bei Daimler an der vorhandenen und vor allem bewährten Technik. Auf Basis eines Maybach 57 begannen die Ingenieur:innen, das Coupé mit Supersportler-Genen aufzubauen. Für das Blechkleid trommelte der damalige Daimler-Designchef für Zukunftsprojekte, Harald Leschke, eine vierköpfige Gruppe von Designstudierende der Fachhochschule Pforzheim zusammen. Strikte Vorgabe: kein Retrolook! Dem Studenten Fredrik Burchhardt gelang es, das gewünschte Design auf den Punkt beziehungsweise das Zeichenbrett zu bringen.

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Viel Kraft dank Biturbo-V12

Das Ausnahme-Coupé feierte im Mai 2005 im Berliner Tempodrom Premiere und entsprach ganz dem einstigen Werbespruch von Fulda: "Schwarz. Breit. Stark." Der Maybach Exelero präsentierte sich imposant, mit mächtigem Kühlergrill und ellenlanger Motorhaube, unter der ein optimierter 5,9-l-Zwölfzylinder schlummerte, der dank doppelter Zwangsbeatmung 700 PS (515 kW) und 1020 Nm mobilisierte.

Für den nötigen Grip sorgten besagte Fulda Carat Exelero-Reifen in den Maßen 315/25 ZR auf gefrästen 23-Zoll-Aluminiumfelgen (Stückpreis 2005: 11.000 €). Rennfahrer Klaus Ludwig bescheinigte dem aus Sidepipes hämmernden und brüllenden Maybach Exelero auf der Rennstrecke in Nardo eine beachtliche Höchstgeschwindigkeit von 351,45 km/h.

Das linke Vorderrad des Maybach Exelero (2005).
Foto: Willy Bister

Acht Millionen Dollar für das Reifen-Coupé

Glücklicherweise kam das 2,6-t-Unikat im Gegensatz zum Maybach Stromlinien-Coupé über die Jahre nicht abhanden. Zwar wechselte der Exelero in der Vergangenheit mehrmals seine Besitzer:innen, doch wurde er stets gehegt und gepflegt. Kein Wunder, denn das Einzelstück wurde zuletzt für eine Summe von acht Millionen US-Dollar zum Verkauf angeboten. Mittlerweile hat der Exelero seinen Weg in ein Museum gefunden und lässt sich in der Ausstellung des "Nationales Automuseum – The Loh Collection" im hessischen Dietzhölztal bestaunen.

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Technische Daten des Maybach Exelero

Auto Zeitung 13/2005Maybach Exelero
Zylinder/Ventile pro Zylin.12/3; Biturbo
Hubraum5908 cm³
Leistung515 kW/700 PS
Max. Gesamtdrehmoment bei1020 Nm 2500/min
Getriebe/Antrieb5-Stufen-Automatik/Hinterrad
L/B/H5890/2140/1390 mm
Leergewicht2600 kg
Bauzeit2005
Stückzahl1
Beschleunigung
null auf 100 km/h
4,4 s
Höchstgeschwindigkeit351,45 km/h
Verbrauch auf 100 kmk.A.
Grundpreis (Jahr)k.A.

Fazit

Der Maybach Exelero ist ein Unikat wie er im Buche steht. Er ist ein Beweis dafür, was entstehen kann, wenn weder an Geld noch an Zeit gespart wird, um ein Fahrzeug der Extraklasse auf die "Reifen zu stellen". Schade, dass Maybach den roten Zaheln zum Opfer fiel. Umso schöner ist es, dass der Exelero mittlerweile in einem Museum von der breiten Masse bestaunt werden darf. Denn um in einer Tiefgarage versteckt und gelagert zu werden, ist dieses Schmuckstück viel zu schade!